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Mittwoch. 28. September 2022 / 39

Wie Hobbykünstler Vertriebswege für ihre Kunstwerke nutzen können

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Gerade in der Pandemiezeit suchen viele ein neues Hobby im künstlerischen Bereich und entdeckten dadurch ihr schlummerndes Talent für die Kunst. Auch das Kochen und Backen erlebt in diesen Zeiten einen wahrlichen Boom, sodass teilweise sogar die einzelnen Zutaten von Brot wie Hefe oder Mehl selbst hergestellt werden. Dass anschließend fleißig an der eigenen Brot-Rezeptur getüftelt wird und neue Kreationen entworfen werden, versteht sich von selbst. Die Aneignung von solchem Wissen ist heutzutage durch eine Vielzahl von Tutorials und Beschreibungen im Internet sehr einfach möglich. Mit etwas Übung steigt die Experimentierfreudigkeit und es werden neue Kreationen und Möglichkeiten der künstlerischen Verwirklichung entdeckt. Gleichzeitig können die eigenen Kunstwerke einfach zu Geld gemacht und das Haushaltsbudget etwas aufgebessert werden.

Welche Möglichkeiten zum Verkaufen von Kunst gibt es grundsätzlich?

Die verbreitetste Form des Verkaufens von Kunst ist nach wie vor der gewöhnliche „offline“-Verkaufsplatz. Hierzu werden beispielsweise Kunstmärkte veranstaltet, bei welchen Hobbykünstler ihre Kunstwerke anbieten und verkaufen können. Dabei reicht das Angebot von Bildern über Tonwaren, Schmiedekunst und Mode bis hin zu Unikaten aus Glas oder Holz und vielem mehr. Zur Herstellung solcher Gegenstände sind meistens nur wenige Werkzeuge notwendig. Auch selbst hergestellte Kosmetik ist auf solchen Veranstaltungen zu finden. Darüber hinaus dienen diese Märkte auch zur Kontaktaufnahme unter den Künstler sowie auch mit (potenziellen) Kunden. Neben der Ausstellung auf Kunstmärkten können Hobbykünstler auch ein sogenanntes Listing bei lokalen Kunsthändlern anstreben. Dabei vertreibt dieser die Kunstwerke an seinem Verkaufsplatz.

Unzählige Möglichkeiten des Vertriebs bietet die Präsentation der eigenen Kunst im Internet. Mit diesem Weg wird die Beschränkung auf einen physischen Ort aufgehoben und eröffnet die weite Verbreitung der Werke. Auch der Kundenkontakt, wenn auch nicht auf physischer Ebene, kann aufgebaut und forciert werden. Durch die globalen Möglichkeiten kann man sich zielgenau in die gewünschte Nische positionieren.

Was unterscheidet digitale Kunst von „analoger“ Kunst?

Unter analoger Kunst versteht man im Ursprünglichen etwas Greifbares, wie zum Beispiel ein auf Leinwand gemaltes Bild, eine getöpferte Vase oder ein geschmiedetes Kunststück. Digitale Kunst wird hingegen mittels Computer geschaffen und präsentiert. Dabei gibt es auch Formen, bei welchen die Grenzen zwischen analoger und digitaler Kunst nicht exakt gezogen werden können. Beispielsweise, wenn ein Roboterarm unter Einsatz von künstlicher Intelligenz ein physisches Bild malt. Denn hierbei wird digitale Kunst durch das Malen analogisiert. Gleiches gilt auch für digital erstellte Bilder, welche ausgedruckt werden.

Komplett abgekoppelt von der Art der Kunsterstellung ist die Präsentation und der Vertrieb der Kunst. Auch analoge Kunst kann beispielsweise komplett über digitale Distributionswege stattfinden und so mit den richtigen Tipps und Tricks zum Erfolg von Hobbykünstlern beitragen. Wenn der Kundenkreis sehr international gewählt wird, kann der Versand von Kunstwerken bei Erreichen einer gewissen Größe bzw. eines bestimmten Gewichts durchaus zu einer Herausforderung werden.

Hier hat die Erstellung digitaler Kunst durchaus ihre Vorteile. Kunden kaufen dabei ein digitales Kunstwerk und können dieses beispielsweise in einem lokalen Druckshop auf qualitativ hochwertigem Papier drucken. Somit entfällt der unter Umständen teure und komplizierte Versand für den Künstler. Sofern die Datei mittels Vektorgrafiken erstellt wurde, sind der Druckgröße keinerlei Grenzen gesetzt. Sowohl das Anbieten als auch das Kaufen und Herunterladen der Datei ist in der Regel sehr unkompliziert und einfach. Aktuell sind in der Welt voller Reizüberflutung vor allem einfache, minimalistische Designs und sogenannte „one line art“ im Trend. Auch themenspezifische Kunst, wie etwa Motive für Kinder, Haustiere oder Comics gibt es massenhaft. Durch diese Angebotsflut ist es umso wichtiger, sich von anderen abzuheben. Dies ist sowohl online als auch offline mithilfe einer Vielzahl an Aktivitäten möglich. Neben digitaler Kunst ist aber auch der Vertrieb von Know-how sehr gefragt, etwa in Form von Schnittmustern für textile Güter oder Kochrezepte speziell für Kinder.

Wie man einen bleibenden Eindruck hinterlässt

Ein elementarer Bestandteil bei Hobbykünstlern ist das Suchen und Finden eines eigenen, persönlichen Stils. Dazu zählt vor allem der Wiedererkennungswert. Am besten lässt sich dies durch die Definition und den Aufbau einer eigenen Marke aufbauen. Das Ziel ist dabei ist es die eigenen Werke unter dem Dach der Marke stimmig zusammenzufassen. Dazu zählt neben der Definition eines Markennamens auch die Erstellung eines Markenlogos, wodurch Kunden auf einen Blick erkennen, mit wem sie zu tun haben.

Mindestens genauso wichtig ist es jedoch, sich eine durchgängige und widerspruchsfreie Strategie im eigenen Auftritt zurechtzulegen. Der Auftritt gegenüber den Kunden sollte diesen dabei nicht zu Entscheidungen drängen, sondern die Aufmerksamkeit durch die erhöhte Sichtbarkeit wecken und gezielt Kaufanreize setzen. Nichts vergrault Kunden mehr als penetrante Auftritte, welche diese aktiv zu Kaufentscheidungen auffordern. Ähnlich unvorteilhaft ist ein nicht durchgängiger oder inkonsistenter Onlineauftritt. Wie bei einem Marktstand in der „analogen Welt“ soll auch beim digitalen Marktstand das draufstehen, was drinnen ist. Manche Marketingagenturen wie performanceLiebe haben sich exakt auf die Optimierung des Onlineauftritts spezialisiert.

Durch die unzähligen Möglichkeiten des Internets ergeben sich natürlich viele Kommunikationswege, jedoch auch einige Stolperfallen, welche es zu vermeiden gilt. Es sollte jedenfalls vor aufdringlicher Werbung Abstand genommen werden. Die Kommunikation mit dem Kunden sollte vor allem nützlich für diesen und zielgerichtet sein. Dafür ist es natürlich notwendig, dass die Zielgruppe klar definiert ist. In der digitalen Welt ist dies aufgrund der fehlenden face to face Interaktion mit den Kunden nicht offensichtlich, jedoch gibt es hierfür einige technische Hilfsmittel, mit welchen Kundengruppen genau analysiert und zielgerichtet angesteuert werden können.

Fazit

Auch Hobbykünstler können durch mehrere und unterschiedliche Wege ihre Kunstwerke vertreiben. Dabei ist es wichtig, vorab zu klären, welche Kundenschicht man bedienen und wie man sich positionieren möchte. Anschließend sollte eine konsistente Strategie erarbeitet werden, welche konsequent verfolgt wird.

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