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Samstag. 15. August 2020 / 33

Plagiate-Jäger prüft zu Guttenbergs neue Doktorarbeit

Nürnberg (dts Nachrichtenagentur) – Plagiatsjäger Martin Heidingsfelder hat die neue Doktorarbeit von Karl-Theodor zu Guttenbergs schon auf dem Tisch. „Ich lasse die Arbeit erstmal durch die Software laufen, aber ich denke nicht, dass ich etwas finde“, sagte Heidingsfelder dem Nachrichtenportal T-Online. „So dumm wird er nicht sein und bestimmt hat er sich die Arbeit durch einen Fachmann kontrollieren lassen.“

Er finde es „beschämend, dass sich ein Prof. dazu hergibt, zu Guttenberg noch einen Titel umzuhängen“, sagte Heidingsfelder. „Aber zu Guttenberg wird sich schon was dabei gedacht haben, auf Englisch und an einer Uni in England zu promovieren. Dann stürzen sich vielleicht nicht so viele Leute auf die Arbeit.“ Heidingsfelder war mit daran beteiligt, zu Guttenbergs erste Doktorarbeit als Plagiat zu entlarven. Ab Februar 2011 wurde der Fall öffentlich diskutiert und führte innerhalb von zwei Wochen zum Verlust des Doktorgrades und dem Rücktritt als Verteidigungsminister.

Lauterbach fordert nach Test-Panne andere Methode

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach fordert als Reaktion auf die schwere Test-Panne in Bayern eine andere Testmethode bei Reiserückkehrern. „Die PCR-Tests sind bei Massentestungen nicht wirklich geeignet“, sagte Lauterbach der „Welt“ (Freitagausgabe). „Massentestungen sind nur möglich, wenn sie schnell und billig erfolgen.“

Die Kosten seien mit 60 Euro hoch, die Wartezeit bis zum Ergebnis sei lang. „Es ist ausgeschlossen, dass der hohe Testbedarf künftig allein über PCR-Tests gedeckt werden soll.“ Der SPD-Politiker und Epidemiologe fordert daher „dringend eine schnelle Zulassung“ von zum Beispiel sogenannten RT-LAMB Tests, wie es sie schon in Großbritannien gibt. Das Ergebnis der Speichel-Schnelltests sei nach 75 bis 80 Minuten da, und der Bürger werde direkt per SMS informiert. Die Kosten pro Test lägen unter zehn Euro, die Sensitivität sei „mehr als ausreichend“ gewährleistet. „Es war zu erwarten, dass sich eine Vielzahl von Bürgerinnen und Bürgern testen lassen würde, da muss man die organisatorischen Abläufe, vor allem aber die absolut zeitnahe Benachrichtigung der positiv Getesteten sicherstellen“, sagte Kordula Schulz-Asche, Berichterstatterin für Infektionsschutz der Grünen-Bundestagsfraktion, der „Welt“. Der Fall sei erneut ein Zeichen dafür, dass mit „nicht bis zum Ende durchdachten“ Maßnahmen „viel Vertrauen in der Bevölkerung verspielt“ werde, so Schulz-Asche. Als „Skandal“ bezeichnet der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag Achim Kessler die Tatsache, dass 44.000 Personen, die in Bayern leben oder auf der Durchreise waren, weiterhin um ihr Testergebnis bangten und hoffen müssten, nicht unter den 900 Positiv-Befunden zu sein. Tests für Reiserückkehrer seien nur sinnvoll, sofern sie tatsächlich funktionierten und gut organisiert sein. „In Bayern hingegen wurden durch die miserable Umsetzung neue Unsicherheiten für die Getesteten geschaffen.“ „900 ahnungslos Infizierte in Deutschland sind eine Katastrophe“, kritisiert Christine Aschenberg-Dugnus, gesundheitspolitische Sprecherin der FDP. „Bayern muss hier schnellstens wieder Herr der Lage werden und mögliche Infektionsketten unverzüglich unterbrechen.“ Die Devise solle nun lauten, Fehler zu identifizieren und abzustellen.

Karl Lauterbach, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Karl Lauterbach, über dts Nachrichtenagentur

Dreiviertel der Fluggäste bleiben weg

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Auch in den Sommerferien lagen die Zahlen der Fluggäste in Deutschland nur bei rund einem Viertel des Vorjahreswertes. Das geht aus einer Aufstellung des Flughafenverbandes ADV hervor, über die das ARD-Hauptstadtstudio berichtet. In der ersten Augustwoche (KW32) sind gerade einmal 1,4 Millionen Passagiere von einem deutschen Flughafen abgeflogen oder dort gelandet.

Vor einem Jahr waren es im gleichen Zeitraum noch mehr als 5,5 Millionen. „Die Passagierzahlen bleiben ernüchternd“, sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel. „Regionale Infektionsherde, einhergehend mit erneuten Reisewarnungen für touristische Ziele bremsen die Erholung der Nachfrage.“ Noch immer ist der Flugplan an allen deutschen Flughäfen ausgedünnt. Gerade interkontinentale Verbindungen gibt es zurzeit kaum, mit diesen habe die Fluggesellschaft früher allerdings am meisten verdient. „Die wirtschaftliche Lage an zahlreichen Standorten bleibt angespannt“, so Beisel. Das Luftfrachtaufkommen hat sich dagegen fast wieder normalisiert. Mit -3,1 Prozent (KW32) liegt es Anfang August wieder nahe dem Vorjahresniveau. Dabei war aber auch der Corona-bedingte Einbruch Anfang April mit einem Minus von 23 Prozent deutlicher als bei den Fluggastzahlen. Die lagen den kompletten April fast 99 Prozent unter dem Vorjahreswert.

Sicherheitskontrolle am Flughafen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Sicherheitskontrolle am Flughafen, über dts Nachrichtenagentur

DAX schwach – Energiewerte gegen den Trend im Plus

Frankfurt/Main (dts Nachrichtenagentur) – Am Donnerstag hat der DAX nachgelassen. Zum Xetra-Handelsschluss wurde der Index mit 12.993,71 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,50 Prozent im Vergleich zum Vortagesschluss. Aktien der Energieversorger liefen gegen den Trend gut, RWE-Aktien waren bis kurz vor Handelsende mit einem Zugewinn von über zwei Prozent an der Spitze der Kursliste, auch Eon-Papiere waren im Plus.

Abgesehen von Wirecard-Aktien, die mit einem Minus von über zehn Prozent niemand mehr überraschen, waren Anteilsscheine der Deutschen Wohnen am Ende der Kursliste und gaben bis kurz vor Handelsende über zwei Prozent nach. Die europäische Gemeinschaftswährung tendierte am Donnerstagnachmittag stärker. Ein Euro kostete 1,1828 US-Dollar (+0,38 Prozent).

Frankfurter Wertpapierbörse, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Frankfurter Wertpapierbörse, über dts Nachrichtenagentur

Israel und Emirate schließen Frieden

Washington (dts Nachrichtenagentur) – Israel und die Vereinigten Arabischen Emirate haben nach Angaben von US-Präsident Donald Trump ein „historisches Friedensabkommen“ abgeschlossen. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu und Muhammad bin Zayid Al Nahyan, Kronprinz von Abu Dhabi und stellvertretender Oberbefehlshaber der VAE-Streitkräfte, seien übereingekommen, die Beziehungen „vollständig zu normalisieren“, teilte das Weiße Haus am Donnerstag mit. Israel wird bislang von den meisten Ländern der Arabischen Liga nicht anerkannt.

Auch mit den Vereinigten Arabischen Emiraten gab es bislang keine diplomatischen Beziehungen, israelische Staatsbürger dürfen in den Emiraten nicht einreisen.

Israelische Fahnen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Israelische Fahnen, über dts Nachrichtenagentur

Grüne Jugend fordert radikale Polizeireform

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – Die Grüne Jugend fordert radikale Reformen bei der Polizei. „Eine grundlegende Neuausrichtung von Polizeiarbeit ist unausweichlich“, heißt es in einem aktuellen Positionspapier des Parteinachwuchs, aus dem die „taz“ (Freitagsausgabe) zitiert. Es trägt den Titel „Polizei neu aufstellen“.

Der Sicherheitsbehörde werden in dem Papier schwere Vorwürfe gemacht: Es herrschten „eklatante Missstände“, Racial Profiling sei „alltäglich“ und es gebe „jährlich tausende Fälle von brutaler Polizeigewalt, für die sich niemand verantworten muss“. Die Grüne Jugend fordert, Racial Profiling, also Kontrollen allein aufgrund der Hautfarbe, „unverzüglich und konsequent zu beenden“. Einheiten und Dienstgruppen müssten bei Verfehlungen leichter aufgelöst werden können und nicht alle Polizeistreifen sollten Dienstwaffen tragen – als Zeichen der Deeskalation. Der Einsatz von Pfefferspray gehöre abgeschafft, für alle Polizeieinheiten müsse eine anonymisierte Kennzeichnungspflicht eingeführt werden. Dazu plädiert die Parteijugend dafür, Polizeiaufgaben an zivile Träger abzugeben. Einsätze zu häuslicher Gewalt, bei Obdachlosen, Geflüchteten oder psychisch Kranken könnten etwa Streetworker, Sanitäter oder psychologische Krisenhilfen besser bewältigen. „Polizeieinsätze sind kein Selbstzweck“, zitiert die „taz“ weiter aus dem Positionspapier. Die Grünen-Parteiführung wollte sich zu dem Papier nicht äußern. Kritisch äußerte sich die Grünen-Innenpolitikerin Irene Mihalic. Das Papier der Parteijugend enthalte zwar „viele interessante Anregungen“, etwa eine bessere Kooperation von Polizei und Zivilgesellschaft. „Ich finde den Ton und die oft polemischen Wertungen des Papiers jedoch an einigen Stellen nicht gut“, sagte Mihalic der „taz“.

Polizei kontrolliert Drogendealer, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Polizei kontrolliert Drogendealer, über dts Nachrichtenagentur

TUI-Chef sieht neuen Staatskredit nur als Notreserve

Hannover (dts Nachrichtenagentur) – Der Reisekonzern TUI leidet unter der Coronakrise und erhält nun weitere Hilfen von der Förderbank KfW und dem Wirtschaftsstabilisierungsfonds – angeblich nur als Notfallreserve. „Es könnte sogar sein, dass wir die Hilfe gar nicht brauchen“, sagte Vorstandschef Joussen ntv/RTL. „Wir müssen natürlich auf das Schlimmste vorbereitet sein.“ Sollte es zu einem weiteren Lockdown kommen, „haben wir jetzt die Linie“, sagte Joussen.

Der Konzern will seine Kosten um 30 Prozent reduzieren. Der neue Kredit hat ein Volumen von 1,05 Milliarden Euro. Zuvor hatte TUI bereits ein Darlehen über 1,8 Milliarden Euro bekommen.

TUI Fly, über dts Nachrichtenagentur
Foto: TUI Fly, über dts Nachrichtenagentur

Brinkhaus fordert „Digitalisierungskonzepte“ für Schulen

Berlin (dts Nachrichtenagentur) – In der Union regt sich Unmut darüber, dass viele Schulen und Lehrkräfte immer noch nicht ausreichend für die Herausforderungen der Corona-Pandemie gewappnet sind. Schon jetzt sei klar, „dass der Unterricht auf absehbare Zeit aus einer Mischung von Präsenzunterricht und digitalem Lernen von zu Hause bestehen wird“, erklärte Unions-Fraktionschef Ralph Brinkhaus in einem internen Schreiben an die CDU/CSU-Abgeordneten, über welches das „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe) berichtet. „Damit dreht sich die Diskussion erneut um die digitale Ausstattung von Schulen, Lehrern und Schülern.“

Brinkhaus erinnerte daran, dass der Bund im Zuge der Coronakrise zusätzlich zum sogenannten Digitalpakt Schule 500 Millionen Euro bereitgestellt habe, damit die Schulen mobile Endgeräte anschaffen können. Jetzt seien die Bundesländer am Zug. „Sie müssen nicht nur Hygiene-, sondern auch Digitalisierungskonzepte entwickeln“, so der Unionsfraktionschef. Hier sieht der CDU-Digitalpolitiker Tankred Schipanski große Versäumnisse. „Insbesondere ist es die Kultusministerkonferenz, die erneut versagt“, sagte Schipanski dem „Handelsblatt“. Schon vor drei Jahren hätten die Minister eine Strategie zur „Bildung in der digitalen Welt“ beschlossen. Doch der „wohlklingenden“ Strategie fehle es an Verbindlichkeit, Kontrolle und Effektivität. „Ich erwarte von der Kultusministerkonferenz endlich eine Sondersitzung zum Thema digitale Schulbildung mit klaren, verbindlichen Maßnahmen für alle Bundesländer“, sagte der CDU-Politiker. Nicht nachvollziehen kann Schipanski außerdem, dass auch mehr als ein Jahr nach Inkrafttreten des „Digitalpakts Schule“ zur technischen Aufrüstung der Schulen die Mittel aus dem 5,5-Milliarden-Euro-Topf weiter nur langsam abließen. Zum Abruf der Gelder sei ein Medienkonzept notwendig. „Dieses als bürokratische Hürde zu bezeichnen, zeugt von Unkenntnis“, so der CDU-Politiker. „Denn ohne ein entsprechendes Konzept können die Mittel nicht zielgerichtet und effizient eingesetzt werden.“

Ralph Brinkhaus, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Ralph Brinkhaus, über dts Nachrichtenagentur

EU meldet Verdreifachung der Asyl-Erstanträge

Brüssel (dts Nachrichtenagentur) – Der coronabedingte Rückgang der Einwanderung in die EU scheint beendet zu sein. Das berichtet der „Spiegel“ in seiner neuen Ausgabe. Die EU-Agentur für Asylfragen EASO verzeichnete demnach im Juni 28.039 Erstanträge auf Asyl in der EU, der Schweiz und Norwegen – mehr als dreimal so viele wie im Mai.

Einen ähnlichen Trend registriert das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. Demnach kamen im Juli 10.517 Menschen über die Mittelmeerrouten nach Europa, über Südosteuropa waren es im Juni 9.534. Beides entspricht ebenfalls fast einer Verdreifachung gegenüber den Vormonaten. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex erfasste im Juli 8.650 illegale Grenzübertritte, etwa ein Drittel mehr als noch im Juni. Die EASO führt den Wiederanstieg der Asylanträge vor allem auf die Lockerungen der Corona-Schutzmaßnahmen in den EU-Staaten zurück. Sie hatten zuvor einen starken Rückgang der Zuwanderung mitausgelöst. Laut EASO gab es seit Jahresanfang 212.100 Asylanträge, 37 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Es sei „verrückt“, dass es der EU trotzdem nicht gelinge, sich über Verteilung und Rückführung von Migranten sowie eine gemeinsame Flüchtlingspolitik zu einigen, kritisierte der Politikberater Gerald Knaus, Chef des Thinktanks Europäische Stabilitätsinitiative. „Dabei war es noch nie so leicht wie jetzt.“ EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollte ihre Vorschläge für eine umfassende Asylreform schon längst vorgelegt haben, was bisher aber vor allem an Vorbehalten diverser Mitgliedsländer gescheitert ist.

Flüchtlinge, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Flüchtlinge, über dts Nachrichtenagentur

Söder entschuldigt sich nach Testpanne – Huml bleibt im Amt

München (dts Nachrichtenagentur) – Nach der Corona-Testpanne in Bayern hat der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) Fehler der Regierung eingestanden – einen Rücktritt von Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) aber abgelehnt. „Es tut der ganzen Staatsregierung leid, dass diese Panne passiert ist“, sagte Söder am Donnerstagnachmittag in München. Es sei jetzt entscheidend, in den nächsten Stunden alle Betroffenen zu informieren.

Der CSU-Chef sprach von einer „großen Panne“, die „in der Umsetzung und nicht in der Strategie“ passiert sei. Zu Huml sagte Söder, dass diese ihm zweimal ihren Rücktritt angeboten habe. Er habe sie daraufhin gefragt, ob sie den Job weiter ausführen wolle und könne, was sie bejaht habe. „Ich habe weiter Vertrauen zu ihr. Fehler passieren“, sagte Söder. Der Regierungschef kündigte an, die Fehler aufarbeiten zu wollen, die zu der Panne geführt hatten. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass zehntausende Reiserückkehrer, die an bayerischen Autobahnen getestet wurden, noch auf die Ergebnisse ihres Tests warten. Unter den insgesamt circa 44.000 Fällen befanden sich auch etwa 900 positive Testergebnisse.

Markus Söder, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Markus Söder, über dts Nachrichtenagentur