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Mittwoch. 28. September 2022 / 39

15 Jahre nach Verschwinden von Maddie suchen ihre Eltern weiter nach der Wahrheit

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15 Jahre nach dem Verschwinden der kleinen Maddie suchen ihre Eltern Kate und Gerry McCann immer noch nach der Wahrheit. Viele sprächen sich für einen „Abschluss“ des Falles aus, schrieben die Eltern am Dienstag auf der offiziellen Facebook-Seite für die Suche nach Maddie. Für sie sei dies ein „seltsamer Begriff“. Der 15. Jahrestag von Maddies Verschwinden sei für sie „nicht härter als jeder andere, aber auch nicht einfacher“.
„Unabhängig vom Ausgang wird Madeleine immer unsere Tochter bleiben und es wurde ein wahrhaft schreckliches Verbrechen begangen“, hoben Kate und Gerry McCann hervor. Zugleich schilderten sie, wie sehr ihnen die anhaltende Unsicherheit über das Schicksal ihrer Tochter zu schaffen macht. „Es stimmt, dass Unsicherheit Schwäche erzeugt; Wissen und Sicherheit geben Stärke, und aus diesem Grund ist unser Bedürfnis nach Antworten, nach der Wahrheit grundlegend“, erklärten die Eltern.
Das britische Mädchen Madeleine „Maddie“ McCann war am 3. Mai 2007 kurz vor ihrem vierten Geburtstag aus der Wohnung ihrer Familie in einer Ferienanlage an der südportugiesischen Algarve-Küste verschwunden, während ihre Eltern in einem Restaurant zu Abend aßen. Trotz großangelegter internationaler Fahndungen und zahlreicher Aufrufe ihrer Eltern wurde der Fall nie aufgeklärt, von Maddie fehlt bis heute jede Spur. 
Im Juni 2020 trat dann eine überraschende Wendung ein: Die Staatsanwaltschaft Braunschweig gab bekannt, dass sie in dem Fall Mordermittlungen gegen den Deutschen Christian B. führt. Er ist wegen Sexualdelikten vorbestraft und lebte von 1995 bis 2007 regelmäßig an der Algarve. Mittlerweile ist er in Oldenburg wegen der Vergewaltigung einer 72-jährigen Touristin im portugiesischen Ferienort Praia da Luz in Haft. 
Seit knapp zwei Wochen wird B. auch von der portugiesischen Staatsanwaltschaft offiziell wegen Maddies Verschwinden beschuldigt. Nach Einschätzung des Braunschweiger Staatsanwalts Hans Christian Wolters und B.s Anwalt Friedrich Sebastian Fülscher ging es bei dem Schritt der portugiesischen Staatsanwaltschaft vornehmlich darum, eine Verjährung der Tat zu verhindern. Auch in Großbritannien wurde der Fall noch nicht zu den Akten gelegt.
Madeleines Eltern erklärten am Dienstag, sie seien „dankbar für die anhaltende Arbeit und das Engagement der britischen, portugiesischen und deutschen Behörden, da es diese kombinierten Bemühungen der Polizei sind, die zu Ergebnissen führen und diese Antworten liefern wird“. Die McCanns dankten außerdem ihren Unterstützern weltweit bei der Suche nach Maddie: „Es ist ein großer Trost, dass trotz der verstrichenen Zeit Madeleine immer noch im Herzen und in den Köpfen der Menschen ist.“
yb/cp

© Agence France-Presse

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