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Freitag. 02. Dezember 2022 / 48

DLRG Memmingen | Jürgen Bonnemann wurde vom Weltverband der Wasserrettungsorganisationen zum Hauptschiedsrichter berufen

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Auf der großen Bühne des Rettungssportes war in diesem Jahr bereits zum zweiten Mal auch die DLRG Memmingen/Unterallgäu vertreten. Jürgen Bonnemann, selbst mehrfacher Welt- und Vizeweltmeister und aktiver Rettungsschwimmer der hiesigen DLRG, wurde vom Weltverband der Wasserrettungsorganisationen (ILS) zum Hauptschiedsrichter bei den Pooldisziplinen für die Weltmeisterschaften berufen. Hier war er, neben der Einteilung und Schulung der Wettkampfrichter aus aller Welt insbesondere für den gesamten Wettkampfablauf im Hallenbad und die Regelwerksauslegung verantwortlich.

Mit 54 teilnehmenden Nationen starteten Ende September die Weltmeisterschaften im Rettungsschwimmen im italienischen Riccione. Bei der großen Eröffnungsveranstaltung vor dem Palazzo Del Turismo wurde Bonnemann die Ehre zu teil, den Eid für eine unparteiische Wahrnehmung der Aufgaben, im Namen aller Wettkampfrichter zu leisten. Insgesamt sechs arbeitsreiche und lange Tage, je drei in der offenen Altersklasse und drei bei der Jugend, sollten folgen. „Ich möchte keinen Tag missen. Neben den beeindruckenden Leistungen der Athletinnen und Athleten war das Wiedersehen mit vielen Freunden aus Europa aber auch aus entfernten Ländern wie Australien, Kanada oder Neuseeland für mich ein Höhepunkt der Veranstaltung.“, so Bonnemann. Wegen Corona mussten die Weltmeisterschaften um zwei Jahre verschoben werden, so dass sich die Gemeinschaft der Lebensretter seit der WM 2018 in Adelaide/Australien nicht mehr persönlich gesehen hat.

Jeden Morgen vor dem Start der eigentlichen Rettungsdisziplinen hieß es für Bonnemann erst einmal die Sicherheitsmaßnahmen und Notfallpläne für den jeweiligen Tag zusammen mit dem Organisationskomitee und dem Sicherheitsbeauftragen zu besprechen. Daran anschließend folgten die Besprechungen mit den rund 50 Wettkampfrichtern und anschließend den Mannschaftführern. Hier galt es Besonderheiten für den Tag zu besprechen und Regelwerksfragen zu beantworten. Während sich seine beiden Stellvertreterinnen, Cristina Cecchi (Italien) und Anni Gardiener (Australien) anschließend um die eigentliche Wettkampfdurchführung kümmerten oblag ihm die Gesamtverantwortung und die Entscheidungen über eingelegte Proteste. Den morgendlichen Vorläufen folgten am frühen Nachmittag jeweils die A- und B-Finale bei denen, gerade wenn es um Medaillen ging, häufiger Protest eingelegt wurde. In mehreren Fällen wurde von den Mannschaftsführern die Entscheidungen Bonnemanns vor einer Berufungskommission angefochten. In lediglich einem Fall wurde, wegen angeblich falscher Positionierung einer Wenderichterin, seine Entscheidung überstimmt. „Als ehemaliger Athlet bei internationalen Wettkämpfen schmerzt mich jede Entscheidung gegen die Aktiven, trotzdem muss ich natürlich für einen fairen Wettkampf sorgen. Meine Wettkampfrichter haben einen absolut fantastischen Job erledigt und mir meine Aufgaben sehr erleichtert.“, so Bonnemann in seinem abschließenden Fazit.

Die Weltmeisterschaften gliederten sich ein einen Bereich der Schwimmbaddisziplinen und einen Bereich im Freigewässer. Wobei alle Disziplinen an einen möglichen Rettungseinsatz angelehnt sind. Im Pool muss so zum Beispiel eine standarisierte Puppe über 50m gerettet werden. Ebenso kommen Rettungsmittel wie Flossen und Gurtretter, eine Art BayWatch-Boje, in den Disziplinen zum Einsatz. Wenn auch neutral, so hatte Bonnemann natürlich auch immer die Ergebnisse der deutschen Nationalmannschaft im Blick. In der Gesamtwertung der offenen Altersklasse schloss diese mit einem hervorragenden vierten Platz hinter Australien, Neuseeland und Frankreich ab. Bei der Jugend sprang Platz sechs für Deutschland heraus.