IKARUS FESTIVAL 2024 | Die Polizei zieht Bilanz: 100 000 Besucher – 282 Straftaten – Veranstaltung ohne nennenswerte Sicherheitsstörungen

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Vom Donnerstag, 16.05.2024, bis Montag, 20.05.2024, fand in Memmingerberg auf dem Gelände südlich des Allgäu-Airports das Ikarus-Festival 2024 statt. Nach Angaben des Veranstalters besuchten in diesem Jahr knapp über 100.000 Gäste das Festival.

Aus polizeilicher Sicht standen der sichere Ablauf der Veranstaltung, die Vermeidung von Beeinträchtigungen für die Bevölkerung und die Bekämpfung der Betäubungsmittelkriminalität im Vordergrund.

Die umfangreichen Planungsmaßnahmen im Vorfeld des Festivals erstreckten sich über mehrere Monate. Daran beteiligt waren die Verwaltungsgemeinschaft Memmingerberg, die Stadt Memmingen, das Landratsamt Unterallgäu, Polizei, Feuerwehr, Rettungs- und Sicherheitsdienst und der Veranstalter.

Dank der umfangreichen Planungsmaßnahmen und dem hohen Engagement aller Beteiligten verlief die Veranstaltung ohne nennenswerte Sicherheitsstörungen.

Von Seiten der Polizei waren während der fünf Festivaltage Einsatzkräfte aus dem gesamten Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West, der Grenzpolizei sowie der Bereitschaftspolizei, im Einsatz. Diese wurden von weiteren Einsatzkräften der Bundespolizei und des Zolls tatkräftig unterstützt.

Im Verlauf des Festivals kam es nach einer ersten Auswertung (Stand 20.05.2024, 14:15 Uhr) zu 282 Straftaten und 85 Ordnungswidrigkeiten. Davon waren

  •  239 Betäubungsmitteldelikte
  •   10 Körperverletzungsdelikte
  •    2  Widerstände bzw. tätliche Angriffe auf Polizeibeamte
  • 74 Fahrten unter Drogeneinfluss
  • 14 Fahrten unter Alkoholeinfluss.

Insgesamt wurden 625 Gramm und 437 Stück Betäubungsmittel sichergestellt. Eine Person wurde aufgrund des Verdachts des Handelns mit Betäubungsmitteln festgenommen.

Während des Festivals kam es zu einer Lärmbeschwerde. Der Problematik der übermäßigen Lärmbelästigungen wurde auch in diesem Jahr wieder durch Lärmschutzmessungen an vorher ausgewählten Messpunkten begegnet. Die Lautstärkepegel wurden entsprechend der Messergebnisse auf die Vorgaben des immissionsschutzrechtlichen Bescheides zurückgeregelt, sodass es nur zu einer bislang bekannt gewordenen Beschwerde kam.

Das IKARUS-Festival fand erneut zum Beginn der Pfingstferien und damit mit dem Beginn des Ferienreise- und Flugverkehrs statt. Aufgrund der gegenüber Vorjahr erneut deutlich angestiegenen Besucherzahlen wurde von der Polizeiinspektion Memmingen im Vorfeld ein neues Verkehrskonzept entwickelt, das die prognostizierten Verkehrsmengen entzerren sollte. Bei der Umsetzung arbeiteten Polizei und Veranstalter Hand in Hand.

Diese Planungen gingen auf. Selbst während der Hauptan- und -abfahrtsphasen kam es nur gelegentlich zu meist nur sehr geringfügigen Beeinträchtigungen im Straßenverkehr.  Länger andauernde Stauungen sowie Beeinträchtigungen von anreisenden Fluggästen oder anderen Verkehrsteilnehmern konnten mit dem neuen Verkehrskonzept vermieden werden. Die Polizei musste nur in wenigen Fällen kurzzeitig verkehrsregelnd eingreifen. Positiv hervorzuheben ist, dass sich die Besucher nicht nach an ihren Navigationsgeräten, sondern der angebrachten Beschilderung orientiert haben.

Darüber hinaus kam es zu den nachfolgenden besonders herausragenden Ereignissen:

Ein 22-Jähriger kletterte unmittelbar neben dem Festivalgelände auf einen Baukran um das Festivalgelände zu überblicken. Kräften der Polizei gelang es, den jungen Mann unverletzt zum Absteigen zu bewegen. Ihm wurde ein Platzverweis für die Umgebung ausgesprochen.

Über den Zeitraum des Festivals wurden insgesamt acht Besucherinnen und Besuchern teilweise hochwertige Halsketten vom Hals gerissen. Ob es sich hierbei um ein und denselben Täter handelt ist bislang unklar. Es entstand ein Vermögensschaden im niedrigen fünfstelligen Bereich. Die Polizei Memmingen ermittelt und bittet um Hinweise unter der 08331/1000.

Ein desorientierter, aggressiver 24-jähriger Mann wurde vom Sicherheitsdienst kontrolliert und musste gefesselt werden. Die Polizei wurde folglich dazu gerufen. Im Rahmen der Unterstützung wurde ein Polizeibeamter getreten, sodass er leicht am Bein verletzt wurde. Aufgrund der Aggressivität des jungen Mannes wurde er in Gewahrsam genommen. Ihn erwarten Anzeigen wegen tätlichen Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte.

Zudem gibt es Hinweise, dass es in der Nacht von Samstag auf Sonntag zwischen 02:00 Uhr und 02:30 Uhr zu einem möglichen Sexualdelikt zum Nachteil einer 18-jährigen Frau kam. Da sie bislang nicht vernommen werden konnte, folgen diesbezüglich weitere Ermittlungen seitens der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen.

Freitagmittag wurde der Rettungsdienst zu einem hilflosen Mann beim Campingplatz gerufen, der nicht mehr ansprechbar war und möglicherweise unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln stand. Er wurde zur weiteren medizinischen Behandlung in ein örtliches Krankenhaus gebracht. Der Gesundheitszustand ist aktuell unklar.

 

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