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Montag. 05. Dezember 2022 / 49

Ravensburg | Realschule und Polizei veranstalten Großveranstaltung zur Extremismusprävention

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Die Realschule Ravensburg veranstaltet am Dienstag, 8.11.2022, zusammen mit dem Polizeipräsidium Ravensburg eine Großveranstaltung zum Thema Extremismusprävention. „Unter dem Titel „Achtung?!“ haben wir hierzu alle Schülerinnen und Schüler der Klassenstufen neun und zehn im Blick“, so Polizeipräsident Uwe Stürmer.

Die interaktive Theatergruppe „Q-Rage“ führt an diesem Vormittag in der Mensa – Schülercafe „Spohn“ zwei Veranstaltungen für über 200 Schülerinnen und Schüler sowie Ihre Lehrerinnen und Lehrer auf. Alle Schülerinnen und Schüler sind zum aktiven Mitmachen eingeladen. Ziel dieser Veranstaltung soll sein, dass viele Denkanstöße über Radikalisierungsmechanismen mitgenommen werden.

Schulleiterin Frau Steinhilber begrüßt neben den vielen Schülerinnen und Schülern u.a. auch Polizeipräsident Uwe Stürmer, welcher es zusammen mit Kriminalhauptkommissarin Sigrid Blenke und der Präventionslehrkraft Andrea Balle erst ermöglicht hat, dieses große Präventionsprojekt an der Realschule Ravensburg zu organisieren. Das landesweite Präventionsprojekt „Achtung?!“ wird u.a. koordiniert durch das „Kompetenzzentrum gegen Extremismus in Baden-Württemberg“ (KONEX).

In dem Theaterstück werden zwei fiktive Jugendliche, Lina und Tarek, – vom Schauspielteam Marlies Bestehorn und Daniel Neumann authentisch, kraftvoll und sensibel gespielt – dargestellt. Sie sind Sandkastenfreunde. Doch dann muss Lina wegziehen, weil ihr Vater eine neue Stelle in Bayern annimmt. Tarek bleibt ohne seine beste Freundin zurück, Lina ist allein in ihrem neuen Dorf. Beide leiden unter ihrer Situation und finden zunächst keinen Trost. Doch dann finden sie neuen Anschluss, sie werden beide in jeweils unterschiedliche extremistische Kreise gezogen. Tarek, dessen Vater Türke ist, in eine militante islamistische Organisation. Lina lernt einen Jungen kennen, der sie mit Rechtsrock und geschickter

Beeinflussung ins rechtsextreme Milieu zieht. Als die beiden sich schließlich an ihrem alten Lieblingsort wiedertreffen, ist von der innigen Freundschaft nichts mehr übrig. Ihr Wiedersehen endet im Streit: Sie beschimpfen und verletzen sich, schreien sich wütende Hassparolen an den Kopf. Es gelingt ihnen nicht, den Weg zueinander wiederzufinden. Jeder bleibt in seinem Tunnel stecken. Beide Lager brauchen einen Sündenbock – etwas, worauf sie ihren Hass projizieren können. Das sind Lina und Tarek nun füreinander geworden: Hassobjekte. Ihre Welten sind grundverschieden und Toleranz oder Respekt gibt es in diesen radikalen und menschenverachtenden Weltanschauungen nicht.

„Die Welt ist nicht schwarz und weiß. Die Welt ist bunt!“ – so die glasklare Botschaft am Ende der Aufführung. Sehnsüchte und Fragen von Jugendlichen werden thematisiert, genauso wie der Prozess der Radikalisierung: „Ist Lina ein Nazi?“ – „Woran kann man eigentlich erkennen, dass jemand radikalisiert ist?“ – „Welche Probleme hat Tarek?“ – „Wie konnte es funktionieren, dass Lina und Tarek am Ende in ihrem Hass gefangen sind?“ Diesen und vielen anderen Fragen nähert sich das Stück zusammen mit vielen beteiligten Schülerinnen und Schülern.

Zum Projekt „Achtung?!“ gehört neben dieser Theaterinszenierung auch ein Elternabend und eine Nachbereitung des Stückes. So haben die Neunt- und Zehntklässler eine weitere Gesprächsmöglichkeit zu diesen Fragen und Themen.

Außerdem präsentiert die Schule die Bilderausstellung von Stiftung Weltethos. In diesem Rahmen dürfen zusätzlich alle Schülerinnen und Schüler am Impulsvortrag „Du bist gefragt“ von der Stiftung teilnehmen. Der Referent Herr Ruisz präsentiert den Jugendlichen aktuelle Bilder und Videos und fordert sie auf, ihre eigenen Ansichten frei einzubringen. So können die Schülerinnen und Schüler diskutieren, was der Unterschied zwischen einer Anti-Kriegsdemonstration und einer Friedensdemonstration ist. Sie können sich in diesem Kontext auch überlegten, woher Vorurteile gegenüber anderen Leuten kommen und wie man sich gegenseitig als Mensch wahrnehmen kann. Zudem werden unter anderem die Themen Radikalisierung, Kriminalität, Doping und Rollenklischees angesprochen.

Die eindringliche Botschaft des Projektes lautet: Es gibt nie nur eine Lösung. Wir brauchen Respekt und Toleranz. Wir brauchen Freiheit und eine starke Demokratie, die uns diese Werte sichert.

Am Dienstag, 22.11.2022 findet selbiges Projekt an der Berta-Benz-Schule in Sigmaringen statt.