Neu-Ulm | COVID-19: Drei neue bestätigte Fälle mit dem CoronaVirus im Landkreis – Schulen & Kindergärten

-

Print Friendly, PDF & Email

Im Landkreis Neu-Ulm wurden am Freitag, 13. März 2020 (Stand 13:00 Uhr) drei neue bestätigte Fälle für eine Coronavirus-Erkrankung gemeldet. Das teilte Dr. Martin Küfer, Leiter des Öffentlichen Gesundheitsdienstes am Landratsamt Neu-Ulm, bei einem Pressegespräch mit. Damit sind aktuell acht Fälle für eine Coronavirus-Erkrankung im Landkreis Neu-Ulm gemeldet. Ein Patient befindet sich auf der Intensivstation in Weißenhorn und ein Patient ist stationär in der Donau-Klinik in Neu-Ulm untergebracht.

Des Weiteren informierte das Landratsamt im Rahmen des Pressegesprächs über die Schließungen aller Schulen und Kindertageseinrichtungen, welche die Bayerische Staatsregierung am Vormittag beschlossen hatte. So werden der Unterrichtsbetrieb und schulische Veranstaltungen ab Montag, 16. März, bis einschließlich Sonntag, 19. April, an allen Schulen eingestellt. Im Landkreis Neu-Ulm sind das insgesamt 66 Schulen. Des Weiteren gibt es 123 Einrichtungen der Kinderbetreuung im Landkreis.

An allen Schulen werden bei Bedarf Notgruppen für Kinder der Jahrgangsstufen 1 bis 6 eingerichtet. Diese Notgruppen sind nur für die Betreuung von Kindern vorgesehen, deren beide Elternteile bzw. alleinerziehende Elternteile in sogenannten systemrelevanten Berufen arbeiten. Dazu gehören Berufe wie medizinisches Fachpersonal, Katastrophenschutz, Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienste sowie Personal in öffentlichen Infrastrukturen (Telekommunikationsdienste, Energie, Wasser ÖPNV, Entsorgung). Die Notfallbetreuung erstreckt sich auf den Zeitraum der regulären Unterrichtszeit der Schülerinnen und Schüler.

Für Lehrerinnen und Lehrer besteht weiterhin Dienstpflicht“, teilte Dr. Ansgar Batzner, Schulamtsdirektor beim Staatlichen Schulamt Neu-Ulm mit. Außerdem sollen in den kommenden Wochen Unterrichtsinhalte an die Schülerinnen und Schüler weitergegeben werden. So sind unter anderem die Versendung von Arbeitsblättern per Mail, Videounterricht und die Stellung von „Hausaufgaben“ per Mail eine Möglichkeit.

Des Weiteren informierte Dr. Batzner darüber, dass das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus beabsichtigt, Stornokosten für nicht angetretene Schulfahrten oder Schüleraustausche zu erstatten.

Ebenso wie bei den Schulen sollen auch für die Kinderbetreuungseinrichtungen Notgruppen eingerichtet werden. Auch hier gilt laut Bayerischem Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales, dass dort nur Kinder betreut werden, wenn beide Elternteile bzw. Alleinerziehende in systemrelevanten Berufen arbeiten.

Ebenfalls bis nach den Osterferien geschlossen bleiben die Volkshochschule im Landkreis Neu-Ulm und die Kreismedienzentren Illertissen und Neu-Ulm. Bei den Kreismedienstellen werden die Online-Dienste nach wie vor zur Verfügung stehen.

Dem Landratsamt Neu-Ulm ist bewusst, dass diese Maßnahmen die Bürgerinnen und Bürger vor große Herausforderungen stellen. Wir stehen alle vor einer Bewährungsprobe. Um die Verbreitung des Virus zu verlangsamen, Infektionsketten zu durchbrechen und um eine schlagartige Belastung des Gesundheitssystems zu verhindern, werden diese Maßnahmen als notwendig angesehen. Damit wurden sie im Sinne der Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger getroffen. Gesundheitsschutz geht vor – wir bitten alle um Verständnis, Zusammenhalt und gegenseitige Hilfe.

 

Corona-Krise:

Entschlossenheit und Besonnenheit sind gefragt

Besuchsverbot für Krankenhäuser und Seniorenheime – klar definierte Verdachtsfälle kontaktieren die 116 117

Für alle Krankenhäuser und Seniorenheime in ganz Bayern gilt ab sofort ein grundsätzliches Besuchsverbot. Das hat die Bayerische Staatsregierung am heutigen Freitag, 13. März 2020, entschieden.

Das Landratsamt hatte ein Besuchsverbot mit punktuellen Ausnahmen (therapeutisch oder medizinisch notwendige Besuche) bereits am Tag zuvor (Donnerstag, 12. März 2020) verfügt. Ziel ist, der weiteren Verbreitung des neuartigen Coronavirus entgegenzuwirken sowie die kranken und alten Menschen bestmöglich zu schützen, die zu den gefährdetsten Personengruppen der Pandemie zählen. Derzeit werden zwei Corona-Patienten in den Kliniken der Kreisspitalstiftung behandelt.

Landrat Thorsten Freudenberger sagte in der gleichen Informationsrunde, es komme in der Krise auf drei Dinge besonders an:

  • Erstens müssten die sozialen Kontakte innerhalb der Bevölkerung so weit wie möglich und sinnvoll minimiert werden, um die Ausbreitung des Virus zeitlich so zu strecken, dass unser Gesundheitssystem eine geordnete Behandlung gewährleisten kann.

  • Zweitens gelte es, die systemrelevanten Bereiche (zum Beispiel medizinisches und pflegerisches Personal, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Arzneimittelbereich, Feuerwehr und Rettungsorganisationen sowie Polizei) besonders zu schützen und zu unterstützen.

  • Drittens bedürfe es gegenseitigen Verständnisses, Unterstützung und Solidarität unter den Menschen, um die große Bewährungsprobe zu bestehen, welche die Pandemie für unsere Gesellschaft darstelle.

Freudenberger appellierte an alle Bürgerinnen und Bürger zur Entschlossenheit und Besonnenheit in ihrem Entscheiden und Handeln. „Wir alle müssen unsere Lebensweise für einige Zeit an den Ernst der Lage anpassen!“

Dr. Martin Küfer (Leiter des Gesundheitsamts Neu-Ulm), Dr. med. Peter Czermak (Vorsitzender des Ärztlichen Kreisverbandes Mitttelschwaben) und Stefan Kast (Kreisgeschäftsführer des Bayerischen Roten Kreuzes) stellten erneut heraus: In Sachen Coronavirus kommt der Patient nicht zum Arzt, sondern der Arzt kommt zum Patienten. Wer einschlägige Symptome (Husten, Erkältungssymptome, evtl. Fieber) zeigt und in einem Risikogebiet war oder Kontakt zu einer infizierten Person oder einem Verdachtsfall in Abklärung hatte, ruft bitte in jedem Fall die Telefonnummer 116 117 des Kassenärztlichen Bereitschaftsdienstes an. Erhärtet sich im Telefongespräch der Verdacht auf Infektion mit dem Coronavirus, sucht ein niedergelassener Arzt der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB) den Patienten zu Hause auf, um einen Rachenabstrich zu nehmen, der dann im Labor auf die neuartigen Coronaviren untersucht wird. Die KVB weist ausdrücklich darauf hin, dass es von großer Bedeutung ist, diesen geordneten Weg einzuhalten. Um der Nachfrage gerecht zu werden, sei die Kapazität der Rufnummer 116 117 in den letzten zwei Tagen um 50 Prozent erhöht worden.