Wird beim Ehrenamt in Bayern mit zweierlei Maß gemessen?

Ehrenamt! echte Alltagshelden

Ehrenamtliche der Bayerischen Sicherheitswacht erhalten acht Euro pro Stunde Aufwandsentschädigung und die Ehrenamtlichen von Feuerwehr, THW, BRK, JUH, ASB und MHD gehen leer aus.

Wollen wir kurz mal beleuchten wann man von ehrenamtlichen Engagement spricht. Eine klare Definition gibt es nicht. Aktuell wird Ehrenamt als ein freiwilliges Handeln im gemeinnützigen Bereich verstanden. Es wird mit wachsender Tendenz als Freiwilligenarbeit, bürgerschaftliches  oder zivilgesellschaftliches Engagement bezeichnet. Ehrenamt wird als eine freiwillige, nicht gewinnorientierte, öffentliche Tätigkeit definiert, die gemeinschaftlich und gemeinwohlorientiert ausgeübt wird. Insgesamt sind 43,6% der deutschen Wohnbevölkerung ab dem 14. Lebensjahr ehrenamtlich aktiv, so eine Studie zum Thema „Freiwillige Engagement und öffentliche gemeinschaftliche Aktivität“.

Foto: Bayer. Innenministerium

Foto: Bayer. Innenministerium

Seit 19 Jahren gibt es sie nun in Bayern – die zusätzlichen Augen und Ohren der Polizei, die Bayerische Sicherheitswacht. Sie zeigen Präsenz und sollen somit das Sicherheitsgefühl der Bürger steigern. Jede Kommune in Bayern hat die Möglichkeit eine Sicherheitswacht mit der Polizei gemeinsam einzuführen. Die Ordnungshüter der Sicherheitswacht leisten ihren Dienst ehrenamtlich. Um ein „ehrenamtlicher Ordnungshüter“ zu werden müssen zahlreiche Kriterien erfüllt werden (siehe hier). Für ihre ehrenamtliche Tätigkeit erhalten die Mitglieder der Sicherheitswacht eine Aufwandsentschädigung von acht Euro pro Stunde (Art. 17 SWG).

Es soll hier nicht darum gehen, ob die Bayerische Sicherheitswacht ihren Sinn und Zweck erfüllt oder ob es hier zu Kompetenzüberschreitungen kommt – nein, die Frage ist warum wird hier eine Aufwandsentschädigung bezahlt und für die Ehrenamtlichen aus den anderen Blaulichtorganisationen nicht.

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Foto: Feuerwehr Ottobeuren

Die freiwilligen Einsatzkräfte der Feuerwehren, sie müssen eine Reihe von theoretischen und praktischen Unterrichten besuchen bis sie zum Einsatz ausrücken dürfen. Sie müssen Tag und Nacht, rund um die Uhr, abrufbar sein und ausrücken, wenn ihre Hilfe angefordert wird

Auch im Rettungsdienst leisten zahlreiche Ehrenamtliche eine hohe Anzahl an freiwilligen Einsatzstunden. Der Bayerische Katastrophenschutz mit den ganzen Hilfsorganisationen wie THW, BRK, MHD, JUH, ASB, DLRG u.a. wird zu einem Großteil von Ehrenamtlichen gestellt.

Worin unterscheidet sich dieses Engagement der Ehrenamtlichen von dem der Frauen und Männer der Sicherheitswacht – es dürfte schwierig werden hier eine Argumentation zu finden. Eigentlich Schade das es in Bayern unterschiedliche Wertungen des Ehrenamtes gibt. Vielleicht fragt Ihr einfach mal nach bei den kommenden Wahlveranstaltungen zur Bayerischen Landtagswahl warum hier ein Unterschied gemacht wird. Die Antworten könnten spannend werden.