
Im Unterallgäu sind im vergangenen Jahr insgesamt 86.368 Tonnen Müll angefallen. Das entspricht 585 Kilogramm pro Einwohner. Wie Edgar Putz, Leiter der Kommunalen Abfallwirtschaft des Landkreises, im Umweltausschuss des Unterallgäuer Kreistags mitteilte, waren 71 Prozent der erfassten Menge Wertstoffe, während 29 Prozent als Abfälle zur Beseitigung eingestuft wurden.
Von den sogenannten Abfällen zur Beseitigung wurden im Jahr 2025 insgesamt 25.408 Tonnen beziehungsweise 172 Kilogramm pro Einwohner erfasst. Im Durchschnitt entfielen dabei 139 Kilogramm Hausmüll, zehn Kilogramm Sperrmüll, 14 Kilogramm Gewerbeabfälle und neun Kilogramm Deponieabfälle auf jeden Einwohner. Der Großteil dieser Abfälle wurde thermisch verwertet, vor allem im Müllheizkraftwerk in Weißenhorn. Nur ein kleinerer Teil, etwa Asbest oder Brandschutt, wurde auf Deponien abgelagert.
An den 19 Wertstoffhöfen im Unterallgäu wurden im selben Zeitraum 55.469 Tonnen Wertstoffe registriert. Das entspricht 376 Kilogramm pro Einwohner. Besonders ins Gewicht fielen dabei erneut die Gartenabfälle mit 21.759 Tonnen sowie die Bioabfälle mit 5.841 Tonnen. Während die Mengen bei den Gartenabfällen gegenüber dem Vorjahr deutlich zurückgingen, entwickelte sich die Bilanz in anderen Bereichen unterschiedlich.
So setzte sich der rückläufige Trend bei Altpapier fort. Im Jahr 2025 wurden 9.159 Tonnen Zeitungen, Prospekte und Kartonagen gesammelt, das waren 292 Tonnen weniger als im Vorjahr. Überraschend angestiegen ist dagegen erneut die Menge an Altholz. Diese belief sich auf 4.349 Tonnen und lag damit sogar über den ohnehin hohen Vorjahreswerten.
Auch beim Elektroschrott zeigte sich ein Zuwachs. Im vergangenen Jahr sammelte der Landkreis 1.240 Tonnen alter Elektrogeräte. Nach Angaben von Edgar Putz ist das unter anderem darauf zurückzuführen, dass zunehmend Photovoltaik-Anlagen entsorgt werden.
Spürbar bemerkbar machte sich zudem die Krise auf dem Altkleidermarkt. Da mit gebrauchten Textilien immer weniger Erlöse erzielt werden, haben sich viele Sammler zurückgezogen. Die Folge: Immer mehr Kleidung landet direkt an den Wertstoffhöfen. Dort wurden im Jahr 2025 insgesamt 623 Tonnen Textilien erfasst – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Insgesamt ist die Müllmenge im Unterallgäu im Jahr 2025 zwar um 4.184 Tonnen gegenüber 2024 zurückgegangen. Dieser Vergleich ist laut Abfallwirtschaft jedoch nur eingeschränkt aussagekräftig, da das Vorjahr stark vom Hochwassermüll geprägt war. Verglichen mit dem Jahr 2023 stieg die gesammelte Abfallmenge dagegen um 6.236 Tonnen beziehungsweise acht Prozent. Dieser Zuwachs betrifft jedoch vor allem die Wertstoffe – also Abfälle, die wiederverwertet werden können.
Die Bilanz zeigt damit: Im Unterallgäu fällt weiterhin viel Müll an, der überwiegende Teil davon kann jedoch erneut in den Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden.



