
Der Kreishaushalt 2026 ist beschlossen. Der Unterallgäuer Kreistag hat dem Etat für das laufende Jahr zugestimmt und damit den finanziellen Rahmen für Verwaltung, Schulen, Kliniken und weitere Aufgaben des Landkreises festgelegt. Das Gesamtvolumen des Haushalts liegt bei rund 265 Millionen Euro.
In den Haushaltsreden der Fraktionen gab es viel Lob für Kreiskämmerer Sebastian Seefried, sein Team und die Verwaltung, die das umfangreiche Zahlenwerk vorbereitet hatten. Gleichzeitig wurde deutlich: Auch wenn das Unterallgäu im Vergleich zu anderen Landkreisen finanziell noch relativ gut dasteht, werden die Spielräume spürbar enger.
Steigende Sozialausgaben setzen Landkreis unter Druck
Nach Angaben aus dem Kreishaushalt prägen vor allem die steigenden Sozialausgaben die Finanzlage des Landkreises. Landrat Alex Eder betonte, dass das Unterallgäu im Vergleich zu anderen Landkreisen zwar noch gut dastehe, Einschnitte aber dennoch notwendig gewesen seien.
So wurde unter anderem der geplante Bündelungsbau für das Landratsamt aus der Finanzplanung gestrichen. Außerdem wurde für das Personal eine Nullrunde beschlossen.
Kreisumlage steigt auf 50 Prozentpunkte
Trotz dieser Sparmaßnahmen bei der Kreisverwaltung musste die Kreisumlage, die von den Gemeinden an den Landkreis gezahlt wird, in diesem Jahr von 47,9 auf 50 Prozentpunkte angehoben werden.
Landrat Eder machte deutlich, dass dieser Schritt besonders schmerzhaft sei, weil er die Städte und Gemeinden im Landkreis zusätzlich belaste. Ursache dafür sei vor allem die stark gestiegene Bezirksumlage, die der Landkreis an den Bezirk Schwaben abführen muss. Diese sei innerhalb von nur zwei Jahren um rund 20 Millionen Euro gestiegen.
Hohe gesetzlich bedingte Ausgaben
Wie der Landrat weiter erläuterte, sind viele hohe Ausgaben gesetzlich vorgegeben. Dazu zählen unter anderem Leistungen wie die Hilfe zur Pflege oder die Jugendhilfe. Diese Kosten könnten von den Kommunen selbst kaum gesenkt werden, sondern nur durch grundlegende Sozialreformen auf Bundesebene.
Wo der Landkreis selbst Einfluss nehmen könne, werde kritisch geprüft, wo gespart oder effizienter gearbeitet werden könne. Als Beispiel nannte Eder das geplante eigene Kinderschutzhaus, mit dem die Kosten in der Jugendhilfe zumindest teilweise reduziert werden sollen.
Große Investitionen in Schulen bleiben notwendig
Trotz aller Sparzwänge stehen dem Landkreis in den kommenden Jahren große Investitionen bevor. Vor allem im Bereich Schulen sind hohe Summen eingeplant. So sind für den Teilneubau der Berufsschule in Mindelheim sowie für die Erweiterung des Gymnasiums in Türkheim in den kommenden Jahren fast 100 Millionen Euro vorgesehen.
Der Landkreis will damit weiter in seine Bildungsinfrastruktur investieren, obwohl der finanzielle Druck hoch bleibt.
Der Haushalt 2026 in Zahlen
Die wichtigsten Eckpunkte des Haushalts im Überblick:
- Die Umlagekraft des Landkreises steigt 2026 auf 245 Millionen Euro. Im Vorjahr lag sie noch bei 232,8 Millionen Euro. Damit belegt das Unterallgäu unter den zehn Landkreisen in Schwaben den dritten Platz.
- Die Steuereinnahmen der Gemeinden stiegen bis Ende 2025 auf 243,4 Millionen Euro. Im Jahr 2024 lagen sie noch bei 234,6 Millionen Euro.
- Der Verwaltungshaushalt des Landkreises umfasst 228,8 Millionen Euro an Einnahmen und Ausgaben. 2025 waren es noch 213,8 Millionen Euro.
- Im Vermögenshaushalt sind 35,9 Millionen Euro vorgesehen. Im Vorjahr lag dieser bei 28,7 Millionen Euro.
- Davon entfallen rund 21,7 Millionen Euro auf Investitionen, insbesondere in Schulen und Kliniken.
- Die Schlüsselzuweisungen des Freistaats Bayern belaufen sich 2026 auf 26,4 Millionen Euro. 2025 waren es 25,9 Millionen Euro.
- Die Kreisumlage steigt auf 50 Prozentpunkte. Damit nimmt der Landkreis in diesem Jahr 122,5 Millionen Euro ein. Im Vorjahr waren es 111,5 Millionen Euro.
- Die Bezirksumlage steigt auf 65,9 Millionen Euro. 2025 lag sie noch bei 58,2 Millionen Euro.
- Aus der Allgemeinen Rücklage werden 929.200 Euro entnommen. Dadurch sinkt diese auf 5,45 Millionen Euro.
- Zusätzlich plant der Landkreis 2026 eine Kreditaufnahme in Höhe von 1,9 Millionen Euro.
Unterallgäu steht noch vergleichsweise gut da
Trotz der angespannten Lage bleibt die Einschätzung aus dem Landratsamt: Das Unterallgäu steht im Vergleich zu vielen anderen Landkreisen noch vergleichsweise solide da. Gleichzeitig zeigt der neue Haushalt aber auch deutlich, dass selbst wirtschaftlich starke Landkreise ihre Ausgaben zunehmend strenger priorisieren müssen.
Der Kreishaushalt 2026 ist damit nicht nur ein Finanzplan, sondern auch ein Signal: Der Landkreis muss sparen, investieren und gleichzeitig mit immer höheren Pflichtausgaben umgehen.



