Die Abfallentsorgung im Landkreis Unterallgäu ist ein gewaltiger Kostenfaktor: Rund 24,7 Millionen Euro kalkuliert das Landratsamt für das laufende Jahr ein. Sachgebietsleiter Edgar Putz präsentierte die Zahlen nun im Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz und gab dabei einen Ausblick auf kommende finanzielle Herausforderungen für den Landkreis und seine Bürger.
Woher kommen die Kosten? Die größten Posten im Überblick
Der Löwenanteil des Budgets fließt in die tägliche Logistik und Entsorgung. Die Kosten verteilen sich wie folgt:
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12,4 Millionen Euro: Abfallbeseitigung (Müllabfuhr und Verbrennung von Restmüll).
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6,5 Millionen Euro: Erfassung von Wertstoffen.
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4,3 Millionen Euro: Entsorgung von Garten- und Bioabfällen.
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1,3 Millionen Euro: Nachsorge für bestehende Deponien.
Finanzierung: Müllgebühren allein reichen nicht aus
Die Einnahmen aus den regulären Müllgebühren decken mit rund 15 Millionen Euro nur etwa 60 % der Gesamtausgaben. Der Rest wird durch verschiedene Säulen gegenfinanziert:
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Wertstoffverkauf: Bringt etwa zwei Millionen Euro ein.
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Energieerzeugung: Strom aus Photovoltaikanlagen (z. B. Umladestation Breitenbrunn) steuert 58.000 Euro bei.
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Rücklagen: Um das Defizit auszugleichen, entnimmt der Landkreis in diesem Jahr stolze 6,9 Millionen Euro aus seinen Ersparnissen.
Prognose 2027: Rücklagen bald aufgebraucht
Edgar Putz mahnte im Ausschuss zur Vorsicht. Großprojekte wie die Rekultivierung der Hausmülldeponie in Breitenbrunn und diverse Bauarbeiten an Wertstoffhöfen werden die finanziellen Puffer bis Ende 2027 weitestgehend aufzehren.
Zusätzlich belasten externe Faktoren die Kalkulation:
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CO2-Bepreisung: Die Entsorgung durch Verbrennung wird durch gesetzliche CO2-Abgaben stetig teurer.
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Rohstoffmärkte: Die Erlöse aus dem Verkauf von Wertstoffen schwanken stark und sind für 2026 schwer vorhersehbar.
Entscheidung im März
Der Ausschuss für Umwelt und Klimaschutz empfahl den Haushaltsansatz einstimmig zur Annahme. Die endgültige Entscheidung über den Etat des Landkreises fällt am 23. März 2026 im Kreistag. Für die Bürger bleibt die Frage spannend, inwieweit die schmelzenden Rücklagen und steigenden Entsorgungskosten künftig Auswirkungen auf die Müllgebühren haben werden.









