Die finanzielle Wetterlage im Unterallgäu ist stabil, doch am Horizont ziehen dunkle Wolken auf. Während der Landkreis 2026 mit 21,6 Millionen Euro das zweithöchste Investitionsniveau seiner Geschichte plant, mahnen Landrat Alex Eder und Kreiskämmerer Sebastian Seefried zur Vorsicht: Die steigenden Sozialausgaben werden zur Belastungsprobe.
Starke Wirtschaftskraft – Unterallgäu auf Platz 3 in Schwaben
Die Basis für den Haushalt 2026 ist solide. Dank sprudelnder Steuereinnahmen der Gemeinden im Jahr 2024 ist die sogenannte Umlagekraft auf 234,6 Millionen Euro gestiegen (+5,5 %). Im Vergleich der zehn schwäbischen Landkreise belegt das Unterallgäu damit einen starken dritten Platz. Dennoch warnte Kämmerer Seefried: „Die Sozialausgaben laufen davon und können durch Steuermehreinnahmen nicht aufgefangen werden.“
Investitionsschwerpunkt: Schulen und Kliniken
Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen investiert der Kreis massiv in die Zukunft:
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21,6 Millionen Euro sind für Hochbaumaßnahmen vorgesehen.
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Der Fokus liegt klar auf der Modernisierung von Schulen und Kliniken.
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In den kommenden Jahren stehen allein für Schulbauten rund 100 Millionen Euro an.
Landrat Alex Eder betonte in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit einer klaren Priorisierung. Um die Kernaufgaben – insbesondere die Bildung – zu sichern, empfiehlt er, beim geplanten Bündelungsbau für das Landratsamt vorerst die Bremse zu ziehen: „Wir sollten uns nur leisten, was wir uns leisten können.“
Erhöhung der Kreisumlage auf 50 Prozentpunkte
Um die steigenden Kosten für die Eingliederungshilfe, Jugendhilfe und die Pflege sowie die drastisch erhöhte Bezirksumlage (Anstieg auf 65,9 Mio. Euro) zu decken, schlägt die Verwaltung eine Erhöhung der Kreisumlage vor.
Der Hebesatz soll um 2,1 Punkte auf 50 Prozentpunkte steigen. Damit folgt das Unterallgäu dem bayernweiten Trend: Bereits im Vorjahr mussten 85 % aller bayerischen Landkreise ihre Hebesätze anpassen. Dennoch bliebe die reale Belastung für die Gemeinden – rechnet man die Bezirksumlage heraus – immer noch niedriger als im Jahr 2024.
Blick in eine ungewisse Zukunft
Obwohl das Unterallgäu dank eines abgeschlossenen Entschuldungskonzepts eine gute Ausgangsbasis hat, ist die Finanzplanung für die Folgejahre mit großen Unsicherheiten behaftet. Eine geplante Kreditaufnahme von 1,9 Millionen Euro und eine Entnahme aus den Rücklagen (900.000 Euro) sind notwendig, um das hohe Investitionsniveau zu halten.
Der Haushaltsplan wird nun in den Fachbereichen weiter beraten. Die finale Verabschiedung durch den Kreistag ist für den 23. März 2026 geplant.









