Die Weichen für die bauliche Zukunft des Landkreises Unterallgäu sind gestellt – doch der Rotstift regiert mit. In einer gemeinsamen Sitzung des Kreis- und Bauausschusses präsentierte Hochbauleiter Thomas Burghard die Pläne für 2026. Das klare Signal: Bildung hat Vorrang, Verwaltung muss warten.
Priorität für die Schulen: Neubau in Mindelheim und Bad Wörishofen
Trotz angespannter Finanzen treibt der Landkreis wichtige Schulbauprojekte voran. Insgesamt sind für das Jahr 2026 zwei Millionen Euro für Hochbaumaßnahmen eingeplant.
-
Staatliche Berufsschule Mindelheim: An der Luxenhoferstraße soll ein Teilneubau für den Bereich Fahrzeugtechnik entstehen. Nach der Entscheidung des Stadtrats im Februar hofft die Verwaltung auf Baurecht bis Ende des Jahres. Ein Baubeginn wird für 2028/2029 angestrebt. Zusätzlich stehen über das „Startchancenförderprogramm“ rund 830.000 Euro für moderne Lernumgebungen zur Verfügung.
-
Schulzentrum Bad Wörishofen: Der Neubau einer Dreifachturnhalle für ca. 11,8 Millionen Euro ist fest eingeplant. Finanziert wird das Großprojekt zu 70 Prozent vom Zweckverband Berufliche Schulen und zu 30 Prozent vom Landkreis.
Sparzwang am Landratsamt: Bündelungsbau auf der Kippe
Während die Schulbauten grünes Licht erhielten, steht der geplante Bündelungsbau am Landratsamt Mindelheim vor einer ungewissen Zukunft. Das Ziel, Außenstellen aufzulösen und am Hauptsitz bürgerfreundlicher zu werden, hält Landrat Alex Eder zwar für sinnvoll, räumte aber ein: „Wir werden vermutlich schweren Herzens auf die Bremse treten müssen.“
Aufgrund der aktuellen Finanzlage schlägt Eder vor, die bauliche Umsetzung ab 2027 aus der Finanzplanung zu streichen. Sollte der Kreistag dem folgen, würden statt der veranschlagten 600.000 Euro Planungskosten nur 100.000 Euro für bereits erbrachte Leistungen anfallen.
Sanierungen und Nachhaltigkeit
Neben den großen Neubauten stehen weitere wichtige Maßnahmen an:
-
Kolleggebäude Mindelheim: Deckensanierung für Statik und Brandschutz (1,1 Millionen Euro).
-
Brandschutz: Modernisierung im Haupttreppenhaus des Landratsamts.
-
PV-Offensive: Nachhaltigkeit bleibt ein Kernthema. Mittlerweile erreicht der Landkreis fast ein Megawatt-Peak Nennleistung durch Photovoltaik auf seinen Dächern. Auch die neuen Hallen und Schulen sollen konsequent mit PV-Anlagen ausgestattet werden.
„In erster Linie gehören PV-Anlagen auf die Dächer“, betonte Landrat Eder und lobte die positive Entwicklung der vergangenen Jahre.









