Ehrenzeichen für Naturschutz im Unterallgäu: Auszeichnung für Biberberater, Bachmuschel- und Libellenbetreuer

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Sie sind die „Außendienstler“ der Naturschutzbehörde

Ob Biber, Bachmuschel oder Libelle: Wenn es im Unterallgäu um praktische Naturschutzarbeit vor Ort geht, setzt die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt auf erfahrene Ehrenamtliche. Für ihren langjährigen Einsatz hat Landrat Alex Eder nun Stefan Schuster (Nassenbeuren), Georg Sommer (Lauben) und Josef Schlögel (Babenhausen) geehrt und ihnen das Ehrenzeichen in Bronze des Bayerischen Staatsministers für Umwelt und Verbraucherschutz überreicht.

Die drei gelten als wichtige Ansprechpartner „draußen im Gelände“ – als Fachleute, Vermittler und Beobachter, die die Naturschutzverwaltung mit lokaler Kenntnis und viel Zeit unterstützen.

Drei Profile – drei Herzensprojekte in der Natur

Stefan Schuster ist seit zehn Jahren ehrenamtlicher Biberberater für den Landkreis Unterallgäu. Der Biber sei mittlerweile ein heikles und oft emotionales Thema, betonte Landrat Eder – gerade deshalb sei die vermittelnde Rolle des Biberberaters besonders wichtig. Schuster führe auch schwierige Gespräche zuverlässig. Unterstützt werde er dabei tatkräftig von seiner Ehefrau Angelika, die häufig die Telefon- und E-Mail-Kommunikation übernimmt.

Georg Sommer engagiert sich seit mehr als zehn Jahren für die Untere Naturschutzbehörde – unter anderem als Bachmuschelbetreuer für den Weiherbach in Lauben. Landrat Eder brachte es mit einem Augenzwinkern auf den Punkt: „Die Bachmuschel stellt er über alles.“ Praktisch sei zudem Sommers Zusatzqualifikation als ausgebildeter Bisam-Fänger: Denn Bisame können den Bachmuschelbestand gefährden – hier kann er schnell und unbürokratisch handeln.

Josef Schlögel ist seit zehn Jahren als ehrenamtlicher Libellen- und Bachmuschelbetreuer aktiv und im Landkreis auch für sein umfangreiches Wissen über heimische Vogelarten bekannt. Schlögel ist außerdem stellvertretender Vorsitzender des Landesbunds für Vogelschutz (LBV), Kreisgruppe Unterallgäu. Sein Einsatz in der Natur werde – so Eder – nur dann unterbrochen, wenn er in seinem Wirtshaus in Ungerhausen die Bewirtung übernimmt.

Neue Auszeichnung für den Bayerischen Naturschutzdienst

Die sogenannte „Dienstzeitauszeichnung der Ehrenamtlichen im Bayerischen Naturschutzdienst“ gibt es erst seit 2024. Mit ihr soll sichtbar werden, wie wichtig diese Ehrenamtlichen als Stütze und Partner der Naturschutzverwaltung sind – gerade dort, wo lokale Erfahrung, schnelle Einschätzung und lange Beobachtungsreihen entscheidend sind.

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