Amtsschimmel im Allgäu: Satire zum endlosen Tierschutz-Fall „Bad Grönenbach“
2019 muht es im Unterallgäu lauter als sonst. Nicht die Kühe, sondern die Akten. Veterinärämter, Polizei, Kripo und Staatsanwaltschaft satteln ihre Paragrafen-Pferde. Schritt. Trab. Schritt. Sehr viel Schritt. Währenddessen wächst auf den Wiesen das Gras – und in den Ämtern die Aktenstapel.
Die Ermittlungen ziehen sich wie alte Kaugummisohlen: 2019 startet alles, 2025 laufen die ersten Verfahren immer noch dem Kalender hinterher. Da galoppieren Tierschützer*innen erneut auf die Bühne und rufen: „Äh, Leute – gleicher Betrieb, neue Vorwürfe!“ Kripo und Veterinäre packen wieder Block, Diktiergerät, Kamera und Kaffeebecher aus.
Doch plötzlich dreht sich die Lupe: Nicht nur Stall und Tiere sind im Bild, auch die, die hingeschaut haben. Vorermittlungen! Urheberrecht! Hausfriedensbruch! Der Paragrafendschungel raschelt – und man fragt sich, ob hier gerade das Gras gemäht wird oder die Boten.
SOKO Tierschutz greift zu Pinsel und Pointe: ein Comic, weil Satire manchmal schneller läuft als ein Behördenlaufzettel. Ergebnis: ein trauriges Thema, nett gezeichnet und bitter gewürzt.
Und irgendwo im Hintergrund wiehert der Amtsschimmel. Nicht vor Freude, sondern weil die Akte „Bad Grönenbach“ längst ein eigenes Ökosystem ist. Ende offen – wie ein Stalltor, das klemmt.










