Auf Nachfrage unserer Redaktion hat die Bayerische Kontrollbehörde für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (KBLV) den aktuellen Stand im Fall des Schweinemastbetriebs in Hawangen (Unterallgäu) erläutert. Demnach fand am 15. Juli 2025 eine Kontrolle auf Bitte des Betriebs statt, bei der es vorrangig um die Behebung baulicher Mängel ging. Dabei wurde zwischen den Schweinemasthaltern und der KBLV festgehalten, dass Spaltenbodenelemente ausgetauscht werden müssen. Da diese Arbeiten baulich aufwendig sind und mehrere Monate in Anspruch nehmen, werden sie behördlich begleitet und überwacht.
Zusätzlich führte die KBLV am 5., 11. und 18. August Exportkontrollen im Betrieb durch. Neben den Voraussetzungen und Bedingungen für den Transport stand der Gesundheitszustand der Tiere im Fokus. Auffälligkeiten wurden dabei nicht festgestellt. Parallel dazu gilt seit Aufdeckung der Tierschutzverstöße eine verschärfte Berichtspflicht: Der Betriebsleiter muss tierärztliche Behandlungen wöchentlich gegenüber der Aufsicht nachweisen. Laut KBLV besteht diese Anordnung weiterhin, entsprechende Nachweise liegen der Behörde vor.
Zur künftigen Kontrolle teilt die KBLV mit, man werde fortlaufend überprüfen, dass die eingeleiteten Maßnahmen nachhaltig umgesetzt und Tierschutzverstöße künftig verhindert werden. Der Betrieb bleibt im risikoorientierten Kontrollrhythmus und steht damit unter erhöhter Beobachtung.
Der Fall hatte überregional für Aufmerksamkeit gesorgt, nachdem Tierrechtler der SOKO Tierschutz gemeinsam mit dem Team um Philipp Hörmann Missstände publik gemacht hatten. Der öffentliche Druck sowie Reaktionen von Geschäftspartnern haben nach Angaben aus dem Umfeld des Betriebs zusätzlichen Veränderungsdruck erzeugt. Einigkeit besteht darin, dass die gesetzlichen Tierschutzvorgaben strikt einzuhalten sind – und dass höhere Standards über das gesetzliche Minimum hinaus wünschenswert sind.
Fazit: Der Skandal hat konkrete Konsequenzen nach sich gezogen: bauliche Nachbesserungen, häufige Kontrollen, lückenlose Dokumentation tierärztlicher Maßnahmen und eine enge fachliche Begleitung durch die KBLV. Erste Prüfungen zeigen keine aktuellen Auffälligkeiten, die Umsetzung der Auflagen bleibt jedoch das entscheidende Kriterium – und wird weiterhin streng kontrolliert.
Tierschutzskandal in Hawangen: SOKO Tierschutz deckt massive Missstände auf








