-1 C
Memmingen
Montag. 29. November 2021 / 48

Unterallgäu | Landrat Eder: Ältere Menschen sollten wieder bevorzugt mit einer Impfung geschützt werden

-

ANZEIGE
Print Friendly, PDF & Email

Um ältere und vorerkrankte Menschen so schnell wie möglich mit einer Impfung vor Covid-19 schützen zu können, möchte der Unterallgäuer Landrat Alex Eder Termine im Bad Wörishofer Impfzentrum wieder nach Priorität vergeben können. Mit dieser Bitte hat sich der Landrat jetzt an den Bayerischen Gesundheitsminister Klaus Holetschek gewandt.

Anders als Anfang des Jahres gibt es im Bayerischen Impfportal keine Möglichkeit mehr, Termine nach Alter und Vorerkrankungen zu vergeben. Das wäre nach Ansicht von Eder aber sinnvoll, um bevorzugt ältere und geschwächte Menschen impfen zu können – egal, ob es sich um eine Erst-, Zweit- oder Drittimpfung handelt. Denn diese Personen würden mit größerer Wahrscheinlichkeit schwerere Covid-Verläufe erleiden und hier scheine der Impfschutz auch schneller nachzulassen. Hinzukomme, schreibt der Landrat, dass die Impfung vieler Älterer und Vorerkrankter durch die Priorisierung in der Anfangszeit umso weiter zurückliegt, je höher die Priorisierung und damit zum Teil auch das Alter war. Deshalb sollten die Termine für die Auffrischungsimpfung ähnlich gestaffelt werden können.

Aktuell sei bei den Besuchern im Bad Wörishofer Impfzentrum eine bunt gemischte Altersstruktur festzustellen. Schon jetzt seien die Termine bis Mitte Dezember 2021 ausgebucht, nachdem vor Kurzem zur besseren Organisation wieder aufs Impfen mit Termin umgestellt worden war. „Ich befürchte, dass die älteren und erheblich gefährdeteren Menschen längere Wartezeiten erdulden müssen und dadurch unnötig in Gefahr gebracht werden.“ Könnte man bei der Anmeldung wieder priorisieren, würde das erheblich zum besseren Schutz der Bevölkerung beitragen.

Wenig hilfreich sei in dieser Hinsicht auch die pauschale Verkürzung der Zeit bis zur Auffrischungsimpfung von sechs auf fünf Monate. Schon zuvor habe man den Ansturm von in fünf Monaten – von Januar bis Mai – erfolgten Erst- und Zweitimpfung gleichzeitig bewältigen müssen. Die Verkürzung um einen weiteren Monat habe das Ganze verschärft und die Wartezeiten zu Lasten der ganz früh Geimpften noch weiter verlängert. „Ich bitte, hier von weiteren Verkürzungen abzusehen, um den Ansturm auf die Impfzentren zu Lasten der älteren Menschen nicht noch größer zu machen“, schreibt Alex Eder.

Ebenfalls kontraproduktiv sei die Ankündigung, dass ab 1. Januar 2022 auch ungeimpfte Jugendliche über 12 Jahre nicht mehr am Freizeit- und Sportangebot teilnehmen können. „Hier wird Impfdruck auf eine Bevölkerungsschicht erzeugt, die von ihrem Alter her mit größter Wahrscheinlichkeit keinen schweren Krankheitsverlauf zu befürchten hat.“ Dieser Impfdruck sorge für eine weitere Verlängerung der Wartezeiten für ältere und vorerkrankte Menschen. „Ich bitte darum, diese Ankündigung dahingehend aufzuheben, dass bei regelmäßig in der Schule getesteten jungen Menschen auch über den 1. Januar hinaus das für die soziale Prägung so wichtige Nachmittagsangebot beziehungsweise das für die körperliche Entwicklung und Gesunderhaltung so wichtige Sportangebot weiterhin auch ohne Impfung wahrgenommen werden kann.

Ein weiteres Problem im Bayerischen Impfportal ist laut Eder, dass man nicht sehen kann, ob sich jemand zur Erst-, Zweit- oder Drittimpfung anmeldet. „Wenn wir dies aber wüssten, könnten wir noch mehr Termine vergeben, da die Personen zur Drittimpfung wesentlich schneller bearbeitet werden können, nachdem hier in der Regel kaum mehr Aufklärungsbedarf besteht.“ Deshalb bittet er den Gesundheitsminister auch diesbezüglich um eine Anpassung des Programms.

Um ältere Menschen auf die Bedeutung der Corona-Schutzimpfung hinzuweisen, schreibt der Landkreis aktuell alle über 60-Jährigen an. Dieses Schreiben müsse aber bayernweit zentral versandt werden und werde sich deshalb erst in rund zwei Wochen in den Briefkästen befinden, so Eder. Deshalb sei zu befürchten, dass es bis dahin frühestens im neuen Jahr Termine gebe – was aus Sicht des Unterallgäuer Landrats nur mit einer Priorisierung der älteren Bevölkerung abgemildert werden könnte.

ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE