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Samstag. 06. März 2021 / 09

Trickbetrüger ergaunern durch „Phishing“ insgesamt 20.000 Euro | Liebesbetrügerin erlangt durch „love scamming“ 2.000 Euro

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Sowohl im Landkreis Günzburg, als auch im Ostallgäu und im Landkreis Memmingen waren Internetbetrüger über die vergangenen Tage erneut sehr erfolgreich.

Trickbetrüger ergaunern durch „Phishing“ 20.000 Euro

Ein Mann aus dem südlichen Ostallgäu wurde Opfer einer sogenannten Phishing-Mail. Er erhielt eine angebliche E-Mail seiner Bank mit der Mitteilung, dass seine Push-Tan-Registrierung bald ablaufen würde. Er wurde aufgefordert, seine Registrierung zu erneuern. Hierzu wurde er auf eine betrügerische Web-Seite weitergeleitet bei der er seine Zugangsdaten und Push-Tans eintragen musste. Im Anschluss führten die Täter acht Überweisungen im Gesamtwert von insgesamt über 18.000 Euro vom Konto des Mannes durch. Nachdem er die Transaktionen feststellte, erstattete er am Mittwoch Anzeige bei der Polizei.

Auch bei einer Frau aus dem Lkr. Günzburg waren die Internetbetrüger mit der gleichen Masche erfolgreich. Auch sie hatte eine vermeintliche E-Mail ihrer Hausbank bekommen und gab ihre Zugangsdaten und „TAN-Nummern“ preis. So erlangten die Täter Zugang zu Ihrem homebanking. Im weiteren Verlauf transferierten die Täter zunächst 10.000 Euro auf das Konto der Frau und buchten dann wiederum 12.000 Euro ab, sodass ein Beuteschaden in Höhe von mindestens 2.000 Euro entstand. Warum die Täter zunächst Geld auf das Konto gebucht hatten, ist Gegenstand der Ermittlungen.

In den „Phishing-Fällen“ ermitteln nun die Polizeiinspektionen Füssen und Günzburg.

Die Masche

Die Täter versenden fingierte E-Mails, so genannte Phishing-Mails, oder treten in sozialen Netzwerken als vertrauenswürdige Person auf. Sie wollen Empfänger dazu veranlassen, persönliche Daten wie Zugangsdaten, Passwörter, Transaktionsnummern usw. preiszugeben. Internetbetrüger ködern ihre Opfer mit fingierten E-Mails und führen sie auf professionell gestaltete Internetseiten. Dort sollen sie ihre Zugangsdaten eingeben.

Phishing gibt es aber auch am Telefon. Dabei tarnen sich Betrüger als Mitarbeiter eines Kreditinstituts, eines technischen Support-Teams oder eines Callcenters und bitten die angerufene Person unter Vortäuschung von Sachverhalten um vertrauliche Daten.

Die Polizei rät

Beachten Sie: Kreditkarteninstitute werden solche Schreiben niemals versenden und Sie zur Eingabe persönlicher Daten im Internet auffordern – auch nicht, um der Sicherheit willen.

• Seien Sie skeptisch bei derartigen E-Mails, die einen dringenden Handlungsbedarf signalisieren. Ihre Bank bittet niemals per E-Mail darum, persönliche Daten wie Passwörter über einen Link zu ändern.

• Bei Zweifeln lassen Sie sich die Echtheit einer E-Mail vom Absender telefonisch bestätigen. Nutzen Sie dafür nicht die Telefonnummer aus der E-Mail, sondern suchen Sie diese selbst heraus.

• Klicken Sie niemals auf den angegeben Link in der übersandten E-Mail. Versuchen Sie stattdessen, die in der E-Mail angegebenen Seiten über die Startseite Ihrer Bank zu erreichen (ohne diese in die Adresszeile einzutippen).

• Kreditinstitute fordern grundsätzlich keine vertraulichen Daten per E-Mail oder per Telefon oder per Post von Ihnen an. Wenn Sie sich unsicher sind, halten Sie in jedem Fall Rücksprache mit Ihrer Bank.

• Übermitteln Sie keine persönlichen oder vertraulichen Daten (bspw. Passwörter oder Transaktionsnummern) per E-Mail.

• Folgen Sie Aufforderungen in E-Mails, Programme herunterzuladen, nur dann, wenn Sie die entsprechende Datei auch auf der Internet-Seite des Unternehmens finden (Starten Sie keinen Download über den direkten Link). Öffnen Sie insbesondere keine angehängten Dateien. Nutzen Sie Antivirenprogramme und Firewalls.

• Geben Sie persönliche Daten nur bei gewohntem Ablauf innerhalb der Online-Banking-Anwendung Ihres Kreditinstituts an. Sollte Ihnen etwas merkwürdig vorkommen, beenden Sie die Verbindung und kontaktieren Sie Ihre Bank.

• Beenden Sie die Online-Sitzung bei Ihrer Bank, indem Sie sich abmelden. Schließen Sie nicht lediglich das Browserfenster und wechseln Sie vor Ihrer Abmeldung nicht auf eine andere Internetseite.

• Kontrollieren Sie regelmäßig Ihren Kontostand sowie Ihre Kontobewegungen. So können Sie schnell reagieren, falls ungewollte Aktionen stattgefunden haben.

• PIN und TANs sollten Sie nur dann eingeben, wenn eine gesicherte Verbindung mit Ihrem Browser hergestellt ist. Eine Sichere Verbindung erkennen Sie an dem https:// in der Adresszeile: Im Browserfenster erscheint ein kleines Icon, z. B. in Form eines Vorhängeschlosses, das den jeweiligen Sicherheitsstatus symbolisiert („geschlossen“ bzw. „geöffnet“).

• Wenn Sie Opfer eines Betruges geworden sind, erstatten Sie Anzeige bei der Polizei.

Liebesbetrügerin erschwindelt sich 2.000 Euro

Circa 2.000 Euro ärmer und um eine schlechte Erfahrung reicher ist jetzt vermutlich ein 26- jähriger, aus Mazedonien stammender Mann aus Bad Wörishofen.

Im Internet ist der junge Mann auf eine vermeintlich junge Dame aus seinem Heimatland aufmerksam geworden. Über soziale Netzwerke erschlich sich sein Gegenüber über einige Wochen das Vertrauen des Geschädigten. Sogar zu Videochats sei es gekommen.
Um endlich ein Treffen herbeizuführen, überwies er daraufhin immer wieder dreistellige Beträge nach Mazedonien. Er wollte so für Flug und sonstige Ausgaben seiner Herzdame aufkommen.

Die Masche

Die Masche ist nicht neu und bei der Polizei unter dem Namen „Love Scamming“ als Phänomenbereich betitelt und bekannt. Die Täter nutzen emotionale Abhängigkeiten der Opfer aus und bewegen diese zu teils horrenden Zahlungen.

Wie schon oft in solchen Fällen geschehen, zeigen sich die Täter äußerst findig und einfallsreich dabei, die Geschädigten immer wieder hinzuhalten und dann zu weiterhin Zahlungen zu bewegen. Häufig werden familiäre Probleme, Krankheiten sowie Probleme mit Behörden angeben. Um ein Treffen zu beschleunigen wird um entsprechende Geldbeträge gebeten, denen die gutgläubigen Geschädigten immer wieder nachkommen

Die Polizei rät zum Thema „love scamming“

Transferieren Sie grundsätzlich keine Gelder an Personen, die Sie auf diese Art und Weise nur über das Internet kennengelernt wurden. Bleiben Sie unbedingt misstrauisch und überweisen Sie keinesfalls Geldbeträge, insbesondere nicht ins Ausland. Die Ermittlung der Drahtzieher ist langwierig und schwierig. Und auch wenn diese mal zur Verantwortung gezogen werden können, das Opfer wird sein Geld in den wenigsten Fällen jemals wieder zurückbekommen.

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