Tipps der BRK-Wasserwacht zur Sicherheit am und im Wasser

Foto: Wasserwach Senden

Foto: Wasserwach Senden

Mit dem anstehenden Pfingstwochenende verspricht der Wetterbericht die ersten wirklich heißen Sommertage. Die BRK-Wasserwacht gibt Tipps, wie Sie Badeunfällen vorbeugen und Erste Hilfe leisten können. Häufigste Ursachen: Unterkühlung und ohne Aufsicht am und im Wasser spielende Kinder.

Leider kam es im vergangenen Sommer zu etlichen tragischen und oft auch tödlichen Unfällen. Leichtsinn, Selbstüberschätzung, Kreislaufprobleme wegen zu starker Sonnenbestrahlung sind oft die Gründe dafür. „Unbegreifliche Verantwortungslosigkeit und unfassbarer Leichtsinn bringt viele Schwimmer schnell in regelrechte Todesgefahr“ kommentiert Ulrike Scharf, Landesvorsitzende der BRK-Wasserwacht Bayern, die Erfahrungen der Rettungsschwimmer. „Immer wieder ertrinken Kleinkinder, die unbeaufsichtigt ohne Schwimmhilfen ins tiefe Wasser geraten. Auch zählen zu den Todesopfern immer wieder Betrunkene“.

Die BRK-Wasserwachten im Landkreis Neu-Ulm sind ganz auf den Bade-Saisonstart 2014 eingestellt. Im Mai wurden sowohl die drei Schnelleinsatzgruppen als auch die Wachstationen nach dem Qualitätsmanagement-Programm des BRK „EQ – Ehrenamt & Qualität“ zertifiziert.

Die Wachstationen sind am Wochenende und an Feiertagen besetzt. Mit den drei Schnelleinsatzgruppen sind Helfer der BRK-Wasserwacht rund um die Uhr und 365 Tage im Jahr bereit, um zu Badeunfällen auszurücken. Um auf alle möglichen Szenarien vorbereitet zu sein, besteht eine Schnelleinsatzgruppe immer aus Rettungstauchern, Wasserrettern und Motorbootführern. Zusätzlich bringen die Helfer verschiedenste Spezialausrüstung, zum Beispiel für die Fließgewässerrettung mit.

Im Aktionsradius des Ulmer Rettungshubschraubers Christoph 22 gibt es das Projekt „Hubschrauberunterstützte Wasserrettung“. Im Einsatzfall werden zwei Rettungstaucher, die abwechselnd von der BRK-Wasserwacht Neu-Ulm und der DLRG Ulm gestellt werden, vom Hubschrauber aufgenommen und an die Unfallstelle geflogen. So ist auch an schwer zugänglichen oder weit entfernten Einsatzstellen schnelle Hilfe gewährleistet. Neben BRK-Wasserwacht und DLRG Ulm wirken das BWK Ulm und die ADAC Luftrettung als Kooperationspartner mit.

Über ganz Bayern verteilt sorgen rund 61.000 aktive Wasserwachtler an 1.200 Rettungsstationen der BRK-Wasserwacht an Flüssen, Seen und Schwimmbädern für die Sicherheit der Badegäste. Ausgebildete Wasserretter und Rettungsschwimmer sind ganz für die Bürger da, damit sie unbeschwert die ersten Schwimmzüge im Freibad, Fluss, See genießen können. Dies ist auch dringend nötig, denn in der abgelaufenen Saison 2013 wurden 98 Lebensrettungen aus dem Wasser durch die BRK-Wasserwacht in Bayern verzeichnet.

 

Tipp 1: Die wichtigsten Regeln zur Unfallverhütung

Verlassen Sie das Wasser, sobald Sie frieren. Springen Sie nicht überhitzt ins Wasser. Lassen Sie Kinder am Wasser niemals unbeaufsichtigt. Gehen Sie nicht mit vollem oder ganz leerem Magen ins Wasser. Schwimmen Sie nicht alkoholisiert oder unter Einfluss von Drogen. Schwimmen sie weite Strecken nicht allein. Springen Sie nur ins Wasser, wenn es tief genug ist und gesichert ist, dass sich unter Wasser keine Hindernisse befinden. Meiden Sie sumpfige, stark bewachsene oder stark befahrene Gewässer. Verlassen Sie das Wasser bei Gewitter, Starkregen, starker Strömung und starkem Wellengang. Überschätzen Sie sich nicht. Beachten Sie immer die Baderegeln.

Tipp 2: Hilfe holen und nur von einem sicheren Standort helfen

Bei einem Badeunfall sollten Sie in jedem Fall zunächst einen Notruf über die Nummer 112 veranlassen. Ein Ertrinkender gerät oft in Panik, schlägt unkontrolliert um sich und versucht, sich an jedem greifbaren Gegenstand festzuhalten – auch an seinem Retter. Wer nicht als Retter ausgebildet ist, sollte nicht ins Wasser gehen. Starten Sie eine Rettung wenn möglich immer vom Ufer aus. Werfen Sie dem Unfallopfer einen Rettungsring oder ein anderes schwimmfähiges Hilfsmittel zu.

Tipp 3: Unterkühlung stoppen und Atmung wiederherstellen

Um die Unterkühlung auch im Sommer zu stoppen, ziehen sie dem Unfallopfer vorsichtig und ohne große Bewegung die nasse Kleidung aus und decken Sie es mit der Rettungsdecke aus dem Verbandkasten zu (silberne Seite nach innen). Rufen Sie den Rettungsdienst. Bei Bewusstlosigkeit kontrollieren Sie, ob die Person atmet. Ist dies der Fall, bringen Sie sie in die stabile Seitenlage. Beobachten Sie immer wieder die Atmung. Bei Bewusstlosigkeit und nicht normaler Atmung beginnen Sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Beginnen Sie hier ausnahmsweise mit der zweifachen Beatmung, dann geben Sie 30 Mal Druckmassage. Ein Sprung ins seichte Wasser oder ein Sturz, beispielsweise an der Wasserrutsche, können Verletzungen an der Wirbelsäule zur Folge haben. Sollte die Person kein Gefühl in den Beinen haben, darf diese nicht bewegt werden. Warten Sie ab, bis der Rettungsdienst eintrifft.

Tipp 4: Achten Sie besonders auf Kinder im Wasser!

Behalten Sie Kinder im Wasser besonders im Blick. Eine weithin sichtbare und auffällige Kopfbedeckung kann dabei helfen und bietet zusätzlichen Schutz vor Sonneneinstrahlung. Besonders bei kleinen Kindern kommt es vor, dass sie beispielsweise bei einem unbeabsichtigten Sturz ins Wasser einen Stimmritzenkrampf erleiden. Dabei können die Atemwege blockiert werden. Im Wasser kann dies zur Bewusstlosigkeit führen. Zeigt ein Kind keine Lebenszeichen, hat es einen Herz-Kreislauf-Stillstand erlitten. Rufen Sie sofort den Rettungsdienst. Beginnen sie dann mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Beginnen Sie mit der zweifachen Beatmung, dann geben Sie 30 Mal Druckmassage. Sobald das Kind wieder atmet, muss es in die stabile Seitenlage gebracht und warm gehalten werden. Bleiben Sie solange bei dem Kind, bis der Notarzt eintrifft.

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