Deutsche sparen: Konsumstimmung hat sich verschlechtert

-

Es ist das zweite Mal hintereinander, dass das Konsumklima in Deutschland gesunken ist. Während viele Ökonomen bereits davon überzeugt sind, dass die Wirtschaft in Deutschland 2025 anspringen wird und der Weg aus der Rezession gelingt, ist der Deutsche selbst noch skeptisch. Aus diesem Grund entscheiden sich auch immer mehr Deutsche, ihr Geld zu sparen und nicht auszugeben.

Sparindikator so hoch wie zuletzt im Februar 2024

Tatsächlich waren die Zahlen dann doch überraschend: Zum zweiten Mal infolge ist die Verbraucherstimmung in Deutschland zurückgegangen. Das Konsumklima-Barometer des Nürnberger Instituts für Marktentscheidungen (NIM) und des Marktforschungsinstituts GfK, das für August berechnet wurde, ist um 1,2 Punkte zurückgegangen und liegt nun bei -21,5 Zähler. Nachdem die Umfrage, an der 2.000 Menschen teilgenommen haben, ausgewertet wurde, war das Ergebnis überraschend und ernüchternd, weil es der zweite Rückgang in Folge war. Die Nachrichtenagentur Reuters ist mit vielen Ökonomen davon ausgegangen, dass es zu einem Anstieg kommt und das Konsumklima-Barometer auf -19,2 Punkte steigen wird.

„Die Erholung der Konsumstimmung lässt weiter auf sich warten – auch deshalb, weil die Sparneigung wiederholt gestiegen ist“, so Rolf Bürkl, Konsumexperte beim Nürnberger Institut für Marktentscheidungen. Derzeit liegt der Sparindikator so hoch wie zuletzt im Februar 2024. Auch wenn der Deutsche etwas zuversichtlicher mit Blick auf die zukünftige finanzielle Situation ist, so ist man aber skeptisch, wenn es um die aktuelle Konjunktur geht.

Verbraucher halten lieber das Geld, bevor sie es für größere Anschaffungen verwenden

Selbst der vorsichtige Optimismus ist gesunken: Nachdem bei den letzten fünf Erhebungen noch eine Steigerung beobachtet werden konnte, ist man wieder etwas pessimistischer geworden. Das vor allem, weil man verunsichert sei, wie es weitergeht. Schließlich würde auch die Zollpolitik der USA dazu beitragen: Denn zuvor war man unsicher, wie es hier weitergeht, nun ist klar, dass der Deal zwischen der USA und der EU nicht gerade zum Vorteil für Deutschland geworden ist. Im Gegenteil. Deutschland könnte hier sogar der große Verlierer werden.

„Die Verbraucher halten es mehrheitlich nach wie vor für ratsam, das Geld eher zurückzuhalten und nicht für größere Anschaffungen zu verwenden. Aus unseren tiefergehenden Analysen wissen wir, dass eine generelle Unsicherheit, das Bedürfnis, für schwierige Situationen vorzusorgen, sowie die hohen Preise, speziell für Nahrungsmittel, die zentralen Motive dafür sind“, so Bürkl. Damit man eine nachhaltige Erholung der Konsumstimmung erzielt, müsse man Verunsicherungen abbauen und für mehr Planungssicherheit sorgen. „Erst dann werden die Konsumenten auch wieder eher bereit sein, Geld für Anschaffungen auszugeben“, ist Bürkl überzeugt.

Bei den Einkommensaussichten sind die Deutschen optimistischer gestimmt

Derzeit wird also gespart. Auch deshalb, weil man gesehen hat, dass die Inflation schnell steigen und auch Jobs nicht immer zu 100 Prozent sicher sind. Das spürt man auch in der Glücksspielbranche. Viele Glücksspieler haben noch vor Jahren ohne Einschränkung Geld setzen wollen, heute ist die Zahl der High Roller gesunken. Das Angebot an Online Casinos, die High Roller willkommen heißen, ist jedoch vorhanden – wichtig ist, sich im Vorfeld zu überzeugen, dass der Anbieter seriös ist, faire Bonusbedingungen hat und die Spiele vorhanden sind, die man persönlich favorisiert.

Etwas verbessert haben sich die Einkommensaussichten der Verbraucher: Der entsprechende Teilbarometer ist zum fünften Mal hintereinander gestiegen und hat nun den höchsten Stand seit zwölf Monaten erreicht. Solide Tarifabschlüsse, gestiegene Renten und eine vergleichsweise moderate Inflation sind, so die Angaben der GfK, die Hauptgründe, wieso man hier optimistisch in die Zukunft blickt. Viele Verbraucher gehen auch davon aus, dass die Kaufkraft in den nächsten Monaten höher werden wird.

Für die Chefvolkswirte eine alarmierende Entwicklung

Jedoch schlagen die Ökonomen Alarm: Denn die jetzige Verschlechterung der Verbraucherstimmung ist problematisch für die Konjunktur. „Die deutliche Eintrübung ist eine Riesenenttäuschung. Eine durchgreifende Besserung der wirtschaftlichen Lage wird sich ohne Konsumenten kaum einstellen“, so Alexander Krüger, der Chefvolkswirkt der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. Auch Cyrus de la Rubia, der Chefvolkswirt der Hamburger Commercial Bank, ist enttäuscht und hat sich festgelegt, dass die aktuellen Vorhaben der Bundesregierung wohl nicht ausreichen werden. „Erst wenn die Ankündigungen umgesetzt werden und sich in sichtbar höhere wirtschaftliche Aktivität übersetzen, die Beschäftigung wieder steigt und auch das geopolitische Umfeld etwas mehr zur Ruhe kommt, dürfte sich auch die Stimmung bei den privaten Haushalten nachhaltig aufhellen“, so de la Rubia abschließend.

spot_img