Studie: Schwere Fehler bei Kampf gegen rechts in Sachsen

Rechtsextreme, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Rechtsextreme, über dts Nachrichtenagentur

Mügeln – Sachsen soll schwere Fehler bei der Bekämpfung von rechtsextremen Gewalttaten begangen haben. Das legt dem „Spiegel“ zufolge eine Analyse der Münchner Politikwissenschaftlerin Britta Schellenberg nahe, die diese Woche von der Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen veröffentlicht wird. Schellenberg untersuchte darin den Überfall auf eine Gruppe Inder 2007 in Mügeln, der offiziell nicht als rechtsextremer Übergriff gewertet wurde.

Nach Auswertung der Ermittlungsakten schlussfolgert die Expertin, der Fall zeige „Muster und Pfade des Scheiterns im Umgang mit Rassismus und der extremen Rechten“. Der Fall sei nie zielführend aufgeklärt und bearbeitet worden. Schellenberg greift die Ermittler direkt an: Teilweise seien Zeugen, die in dem Vorfall einen rassistischen Überfall sahen, eingeschüchtert und verprellt worden. Die Wissenschaftlerin attestierte etwa eine „unsachliche und emotional-aggressive Vernehmungspraxis“. Auch seien die Medien „in ihrer Einschätzung fehlgeleitet“ worden. Mügeln, so das Fazit, sei nach 2007 „zum physischen Kampffeld der radikalen Rechten“ geworden, es herrsche eine „rassistische Hegemonie“. Die Staatsanwaltschaft Leipzig räumte gegenüber dem „Spiegel“ ein, dass das Ergebnis der damaligen Ermittlungen nicht befriedigend gewesen sei. Allerdings seien die Untersuchungen sehr schwierig gewesen. Leipzigs Polizeipräsident Bernd Merbitz sieht sich durch Schellenberg bestätigt. Er sei bei Mügeln „immer von einem fremdenfeindlichen Hintergrund ausgegangen“.

Über dts Nachrichtenagentur

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