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Sonntag. 03. Juli 2022 / 26

„Jetzt gewinnen wir das Ding“: Frankfurter Finalhelden kurz vor der Krönung

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Die furiose Frankfurter Eintracht feiert eine wilde Finalparty – und träumt nach einem Abend für die Geschichtsbücher vom ganz großen Coup. 
Frankfurt/Main (SID) Die magische Nacht für die Geschichtsbücher war noch in vollem Gange, da überwältigte die emotionale Wucht des Moments die Überflieger von Eintracht Frankfurt. „Jeder, der dabei sein konnte“, betonte Trainer Oliver Glasner inmitten des Frankfurter Europa-League-Wahnsinns, „wird das sein ganzes Leben nicht vergessen.“ Eine ganze Stadt fiebert der Krönung ihrer Finalhelden auf der Traumreise in ihrem Herzenswettbewerb entgegen.
Die Fans stürmten bereits nach dem ersten Einzug in ein europäisches Endspiel seit dem UEFA-Cup-Triumph vor 42 Jahren das Feld, dort brachen alle Dämme. Nationaltorhüter Kevin Trapp schwärmte vom „bis heute schönsten Tag“ seiner Karriere und ergänzte nach dem 1:0 (1:0) gegen West Ham United entschlossen: „Wir haben noch ein Spiel zu gehen, um das Ding nach Hause zu holen.“ Am 18. Mai greifen die Frankfurter gegen die Glasgow Rangers nach dem Silberpokal. 
Glasner betonte, er habe dem Team gesagt: „Ich weiß nicht, ob ihr die besten Spieler seid, und ich weiß nicht, ob wir die besten Trainer sind. Aber als Truppe sind wir außergewöhnlich.“ Es ist genau dieser Teamgeist, der die Hessen bereits zur Sensation gegen den FC Barcelona geführt hatte und sie im Estadio Ramon Sanchez Pizjuan von Sevilla nun endlich zum zweiten internationalen Titel der Vereinsgeschichte tragen soll – und damit erstmals auch in die Champions League.
Auf dem Feld hatten sich zuvor wahnsinnige Szenen abgespielt. Als der Abpfiff ertönte, fielen die Fans ihren Helden um den Hals. Trapp knutschte seine Verlobte, Glasner genoss den Erfolg mit seinen Kindern – und Peter Fischer übermannten beim RTL-Interview umringt von feiernden Fans die Gefühle. Ein Traum werde „endlich wahr. Weltklasse“, schwärmte der Präsident: „Jetzt gewinnen wir das Ding.“
Im Frankfurter Hexenkessel, der nahezu komplett in weiß getaucht war, bereiteten die Fans mit einer eindrucksvollen Choreo die Bühne – und sorgten einmal mehr für sagenhafte Stimmung. Nachdem Rafael Borre (26.) die Eintracht zum Sieg geschossen hatte, tanzten die Frankfurter voller Vorfreude auf das Finale in Spanien zu „Eviva Espana“.
Zwischenzeitlich habe man nicht mehr atmen können, sagte Trapp, „weil alle auf einem drauf hingen. Man sieht, was das den Fans bedeutet.“ Selbst Glasner verlor angesichts des Platzsturms die Übersicht. Er habe versucht, „die Spieler zu finden, das war gar nicht so einfach“, scherzte der Österreicher.
Es war der Beginn einer langen Nacht. Die Pläne? „Party, Party. Und dann werden wir sehen, wann es wieder hell wird“, sagte Kapitän Sebastian Rode. „Heute darf jeder feiern“, betonte auch Trapp und schob mit fragendem Blick zu seinem Trainer nach: „Also glaube ich?“ Selbst Glasner gönnte sich das „eine oder andere Gläschen“, obwohl er seine Finalisten schon am Freitagmittag wieder zum Waldlauf bat.
Zuvor hatten die Verantwortlichen aber noch versucht, die besondere Beziehung zur Europa League zu erklären. Es sei „eine Atmosphäre in der Stadt, die dich mitreißt, die die Spieler dazu bringt, auf dem obersten Level zu performen“, sagte Glasner. Und Sportvorstand Markus Krösche betonte, der Klub nehme den oft als „kleiner Bruder“ der Königsklasse verschmähten Wettbewerb „zu 100 Prozent an“.
In Sevilla lockt als Belohnung dafür nicht nur die Trophäe, auch die Champions League ist möglich. „Unser Ziel ist ganz klar, die Europa League zu gewinnen“, sagte Krösche. Sollte sich die Eintracht als Konsequenz auch für die Königsklasse qualifizieren, wäre das aus seiner Sicht ein weiterer „Meilenstein“ für den Verein.
SID wj mk ak

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