Schwerpunktkontrolltag | sicher.mobil.leben | unter dem Motto „Brummis im Blick“

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Foto: Pöppel

Am Donnerstag, 12.09.2019, wurden im Rahmen der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsaktion sicher.mobil.leben unter dem Motto „Brummis im Blick“ eine Schwerpunktkontrolltag der Polizei durchgeführt.

Besonders im Transitland Deutschland nimmt der gewerbliche Personen- und Güterverkehr stetig zu. Bereits jetzt werden 70% aller Güter per Lkw transportiert, Tendenz steigend. Dabei unterliegen die Berufskraftfahrer besonderen Risiken und Gefahren, da sie oftmals einem hohen Zeit- und Kostendruck ausgesetzt sind und hierbei in der Regel schwere Lasten oder größere Personengruppen befördern. Der gewerbliche Personen- und Güterverkehr stand daher im Mittelpunkt der Schwerpunktkontrollaktion.

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Im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West ereigneten sich im Jahr 2018 insgesamt 1.278 Lkw-Unfälle. Hierbei wurden 378 Personen verletzt und sogar acht Personen getötet. Im ersten Halbjahr 2019 ereigneten sich 615 Verkehrsunfälle mit Beteiligung eines Lkw. 159 Personen trugen bei den Verkehrsunfällen Verletzungen davon, eine Person verstarb. Dabei werden zum Großteil nicht die Fahrer eines Güterkraftfahrzeuges selbst, sondern vielmehr anderen Verkehrsteilnehmer geschädigt. Häufig sind neben Fehlern beim Abbiegen oder Wenden, ungenügender Sicherheitsabstand, Übermüdung der Fahrer und ungesicherte oder unzureichend gesicherte Ladung Gründe für folgenschwere Verkehrsunfälle.

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Um die Verkehrsteilnehmer in diesem Bereichen zu sensibilisieren und diese beeinflussbaren Ursachen für schwere Verkehrsunfälle entgegen zu steuern, beteiligte sich das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West am Donnerstag bei einem Schwerpunktkontrolltag an der länderübergreifenden Verkehrssicherheitsaktion sicher.mobil.leben unter dem Motto „Brummis im Blick“. Bei den Kontrollen waren insgesamt 94 Beamte an 43 Örtlichkeiten im gesamten Schutzbereich eingesetzt.

Im Rahmen der Aktion wurde ein besonderes Augenmerk auf nachfolgende Punkte gelegt:

  • Einhaltung von Sozialvorschriften, insbesondere der Lenk- und Ruhezeiten
  • Überprüfung von Kontrollgeräten auf Fehler und Manipulationen
  • Technische Überprüfung von Mängeln, insbesondere der Bremsen, Reifen und Achsen
  • Überprüfung der Ladung, insbesondere die Ladungssicherung und Überladung
  • Überwachung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit

 

Insgesamt wurden im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West 125 Verstöße bei der Überprüfung von 452 Lkw festgestellt. Einen Großteil der Verstöße (75) war auf überhöhte Geschwindigkeit zurückzuführen. Zudem wurden 22 Verstöße gegen die Sozialvorschriften festgestellt, in 13 Fällen musste die Ladungssicherung beanstandet werden.

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Spitzenreiter im Rahmen des Kontrolltages war ein Lkw-Fahrer, der die B12 im Bereich Marktoberdorf mit 94km/h statt den für ihn erlaubten 60km/h passierte. Den polnischen Lkw-Fahrer musste eine Sicherheitsleistung in Höhe von knapp 125 Euro hinterlegen, um seine Fahrt fortsetzen zu können.

Trotz der festgestellten Verstöße gaben Berufskraftfahrer gegenüber den eingesetzten Beamten auch positive Rückmeldungen für die Notwendigkeit derartiger Kontrollen und waren sich ihrer Verantwortung für sich selbst und gegenüber anderen Verkehrsteilnehmer bewusst.