Schwerpunkteinsatz „Ablenkung im Straßenverkehr“ – eine Bilanz der Verkehrspolizei Kempten

Im Zeitraum vom 03.05.2017 bis zum 13.05.2017 wurde durch die Verkehrspolizeiinspektion Kempten mit Unterstützung von Kräften der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus Königsbrunn ein Konzepteinsatz im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West durchgeführt.

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Foto: Pöppel

Dieser Konzepteinsatz wurde aufgrund eines enormen Anstiegs der schweren Verkehrsunfälle im Bereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West erstellt. Allein die Zunahme der durch Verkehrsunfälle getöteten Personen im Schutzbereich des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West von 50 im Jahr 2015 auf 73 im Jahr 2016 ist Grund genug. Hinzu kommt, dass sich als Ursache, neben den Hauptunfallursachen überhöhter Geschwindigkeit, durch Alkohol und Drogen beeinflusste Fahrzeugführer, Missachtung der Vorfahrt ein Abkommen vom Fahrstreifen herauskristallisierte. Dieses Verlassen des Fahrstreifens könnte auf unaufmerksames Verhalten der Fahrzeugführer zurückzuführen sein.

Ziel der Kontrollen war es, die Verkehrsteilnehmer hinsichtlich der durch Ablenkung im Straßenverkehr drohenden Gefahren zu sensibilisieren und festgestellte Verkehrsverstöße konsequent zu ahnden.

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Hierbei wurden während des Schwerpunkteinsatzes am 03.05.2017 bei mobilen Verkehrskontrollen in den Landkreisen Oberallgäu und Ostallgäu, sowie in den Städten Kaufbeuren und Kempten, in zwei Tagen insgesamt 35 Fahrzeugführer von Kraftfahrzeugen bei der Benutzung ihres Mobiltelefons am Steuer festgestellt. Diese erwartet jeweils ein Bußgeldverfahren. Zudem wurde bei einem Fahrzeugführer festgestellt, dass er unter dem Einfluss von Betäubungsmittel sein Fahrzeug führte. Dieser führte außerdem noch Betäubungsmittel mit sich, weshalb ihn eine Strafanzeige wegen des unerlaubten Besitzes von Betäubungsmittel erwartet. Auch wurden hier insgesamt 11 Radfahrer bei der Benutzung ihres Mobiltelefons während der Fahrt festgestellt. Diese wurden mit einem Verwarnungsgeld belegt.

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Am Abend des 05.05.2017 wurde. Durch die eingesetzten Kräfte an den großen Ausfahrtstraßen in Kempten stationäre Kontrollstellen eingerichtet. Hier wurde bei einer Kemptenerin beim Führen ihres Fahrzeugs Alkoholgeruch festgestellt. Ein gerichtsverwertbarer Atemalkoholtest ergab, dass sie sich im Bereich einer Ordnungswidrigkeit befand. Sie erwartet nun ein Bußgeld von 500 Euro und ein einmonatiges Fahrverbot. Mit dieser Folge müssen auch zwei weitere Fahrzeugführer rechnen. Bei beiden wurde festgestellt, dass sie ihr Fahrzeug unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln führten. Einen anderen Verkehrsteilnehmer erwartet eine Ordnungswidrigkeitenanzeige, da er in seinem Fahrzeug ein betriebsbereites Blaulicht mitführte. Unterstützt wurde die Polizei hierbei durch das THW Sonthofen, das die Ausleuchtung einer Kontrollstelle übernahm.

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Da an schweren Verkehrsunfällen auch Motorradfahrer beteiligt sind, wurde im Rahmen des Konzepteinsatzes auch eine Schwerpunktaktion in Oberjoch durchgeführt. Neben überhöhten Geschwindigkeiten und verbotenen Überholmanövern, wurde auch auf die Verkehrssicherheit
der Motorräder geachtet. Hier wurden teilweise stark abgefahrene Reifen, sowie fehlende Re-flektoren, die die Erkennbarkeit der Motorräder und somit ihrer Fahrzeugführer verbessern sollen, moniert. Bei insgesamt 21 Motorrädern wurden Verstöße festgestellt, aufgrund derer die Fahrzeugführer mit einer Verkehrsordnungswidrigkeitenanzeige rechnen müssen.

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Zum Abschluss des Konzepteinsatzes wurden auf den großen Durchfahrtsstraßen im Süden des Schutzbereiches, der A7 und der B19, stationäre Kontrollen durchgeführt. Hierbei wurden an drei Tagen (09. bis 11.05.2017) weit über 1.000 Fahrzeuge kontrolliert. Hier wurde vor allem bei den Kontrollen auf der A7, meist bei Lkw, mangelnde Ladungssicherung festgestellt. Mit dem Einsatz von vorgelagerten Posten konnten auch hier Fahrzeugführer, die trotz der auf der Autobahn üblichen hohen Geschwindigkeiten ihr Mobiltelefon benutzten, festgestellt werden. Ferner wurden zeitgleich im Bereich des Reinhartshofer-Tunnels GeschwindigkeitsmessungGeschwindigkeitsmessungen durchgeführt. Negativer Spitzenreiter war ein 24-jähriger Baden-Württemberger. Dieser fuhr bei erlaubten 80 km/h mit 134 km/h. Zudem wurde bei der Kontrolle eines Langstrecken-Linienbusses ein 35-jähriger Guineer ohne gültigen Aufenthaltstitel festgestellt. Diesen erwartet nun eine Anzeige wegen unerlaubter Einreise und unerlaubtem Aufenthalt. Bei einem 33-jährigen Reutter wurde festgestellt, dass diesem seine Fahrerlaubnis durch ein Gericht entzogen wurde. Diesen erwartet eine Strafanzeige wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Außerdem wurde bei einem 33-Jährigen ein offener Haftbefehl festgestellt. Dieser wurde festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt.

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Foto: Pöppel

Unterstützt wurden die Kräfte der Verkehrspolizeiinspektion Kempten und der Bayerischen Bereitschaftspolizei bei den Großkontrollen, durch die Polizeistation-Fahndung Pfronten und den Zoll.

Die Verkehrspolizeiinspektion Kempten zieht aus der Kontrollaktion ein positives Feedback. Das Hauptziel, die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer bezüglich der Gefahren durch Ablenkung vom Straßenverkehr, wurde trotz der Anzahl an Ahndungen nicht verfehlt. Ferner wurden die hohe Polizeipräsenz und die damit verbundenen Maßnahmen durch die meisten Verkehrsteilnehmer positiv aufgefasst. An den insgesamt sieben Kontrolltagen wurden unter-anderem fünf Straftaten, 170 Ordnungswidrigkeiten-Anzeigen und an 95 Verwarnungen ausgesprochen. Jedoch ist auch aufgefallen, dass vielen Verkehrsteilnehmern die Gefahr die durch die Benutzung von elektronischen Geräten während der Fahrt besteht, nicht bewusst ist. Auch wenn die Bedienung des Navigationsgerätes oder des Mobiltelefons, sofern man dies nicht aufnimmt, erlaubt ist, ist die Aufmerksamkeit des Fahrzeugführers nicht mehr auf den Straßenverkehr gerichtet.