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Donnerstag. 26. November 2020 / 48

Schließung der Landwirtschaftsschule – Schüler sollen im Unterallgäu hospitieren

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Trotz Schließung der Landwirtschaftsschule soll ein Teil der Ausbildung vor Ort stattfinden

Angehende Landwirtschaftsmeister sollen weiterhin Kontakte zu den später für sie zuständigen Behörden knüpfen können – auch, wenn es die Mindelheimer Landwirtschaftsschule in zwei Jahren nicht mehr gibt. Geplant ist, dass die Schüler vor Ort zumindest einzelne Tage hospitieren und so einen Einblick in die Arbeit von Behörden und Verbänden erhalten. Dafür haben sich jetzt Fachleute aus dem Landkreis Unterallgäu ausgesprochen. Sie waren zusammengekommen, weil das Unterallgäu an einer bayernweiten Arbeitsgruppe der geschlossenen Standorte von Landwirtschaftsschulen beteiligt werden soll. Dies hatte Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber bei einem Treffen mit Landrat Alex Eder und weiteren Unterstützern der Schule versprochen. Sie hatte deutlich gemacht, dass kein Weg an der Schließung der Schule vorbeiführt.

An der Staatlichen Berufsschule in Mindelheim kann man zwar weiterhin eine Ausbildung zum Landwirt absolvieren, nicht mehr möglich ist künftig aber die Weiterbildung zum „Staatlich geprüften Wirtschafter für Landbau“ an der Landwirtschaftsschule. Wer an eine Fachschule für Betriebsleiter wechseln will, muss künftig nach Kaufbeuren, Kempten oder Wertingen fahren.

Einen Teil der Schultage im Sommersemester sollen die Schüler aber in ihrem Heimatlandkreis verbringen können, waren sich Vertreter aus der Landwirtschaft, von Schulen, Verbänden und Behörden bei dem Gespräch einig, das Landrat Eder initiiert hatte. Die Schüler sollen im Landwirtschaftsamt und im Landratsamt hospitieren und dort künftige Ansprechpartner aus der Verwaltung kennenlernen. Außerdem sollen sie einen Überblick über die verschiedenen lokalen bäuerlichen Organisationen erhalten. Dass die Unterallgäuer Schüler in Zukunft online unterrichtet werden, ist aus Sicht der Experten nicht sinnvoll. Dies könne bestenfalls eine Notlösung sein – beispielsweise bei Corona-Fällen – sei aber für eine Landwirtschaftsschule keine denkbare Standardmethode. Die regelmäßig stattfindenden Prüfungen oder der Unterricht in bestimmten Fächern seien online nicht möglich – genau so wenig wie das Konzentrieren auf den Heimunterricht, wenn am heimischen Hof an allen Ecken Arbeit wartet.

Landrat Eder hält es für wichtig, dass die Schüler wenigstens die lokalen Strukturen kennenlernen. Es sei schade, dass Online-Unterricht keine gute Alternative sei – aber eben nicht zu ändern. „Wenn der Unterricht digital nicht geht, nutzt es nichts, Luftschlösser zu bauen.“

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