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Memmingen
Samstag. 15. August 2020 / 33

Sturm, Regen und Winterintermezzo – Hochwassergefahr

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Foto: Pöppel
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Foto: Pöppel

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Wetterwoche wird turbulent  

Nach einer windigen Nacht gibt der Winter örtlich ein kurzes Gastspiel. Zur Wochenmitte fallen nasse Flocken teils bis ins Flachland. Nach ein paar trockenen und kalten Tagen übernehmen Tiefs mit milder Luft die Regie.

Kaltfront quert – Orkanböen möglich

Wind spielt in den nächsten Tagen eine große Rolle. Besonders in der kommenden Nacht wird es turbulent, wenn ein kleines, aber kräftiges Tief Süddeutschland rasch überquert. „Vor allem an der Kaltfront wird es stürmisch. Am Alpenrand und im Schwarzwald drohen Orkanböen bis 120 Kilometer pro Stunde. In den Hochlagen sind auch Böen bis Tempo 150 möglich. Im Alpenvorland gibt es wahrscheinlich Böen bis 100 Kilometer pro Stunde. Diese können auch im Großraum München und Augsburg auftreten“ warnt Matthias Habel, Meteorologe und Pressesprecher von WetterOnline.  

Niederschlag lässt Pegel steigen

Der anhaltende Regen der letzten Tage hat bereits die Flußpegel steigen lassen. In einigen Regionen Süddeutschlands sind binnen 24 Stunden bereits mehr als 50 Liter Regen pro Quadratmeter vom Himmel geprasselt. „Das ist in etwa so viel Niederschlag, wie sonst im Durchschnitt im Februar zusammenkommt. Der Feldberg meldet sogar 102 Liter.“, betont Habel. Die enormen Regensummen lassen die Pegel vieler kleinerer Flüsse stark steigen. Im Schwarzwald, im Allgäu und im östlichen Alpenbereich sind erste Gewässer über die Ufer getreten. Bis morgen können beispielsweise die Iller, der Lech oder die Traun die Hochwassermeldestufe 2 oder 3 erreichen. Auch an großen Flüssen wie Mosel und Rhein steigen die Pegel kräftig, Überflutungen ufernaher Bereiche werden erwartet.  

Polarluft bringt Flocken  

Zur Wochenmitte gibt es dann kurzzeitig einen Hauch von Winter, denn mit der Kaltfront strömt Polarluft ins Land. Habel erklärt: „In kräftigen Schauern fallen Flocken regional bis ins Flachland. Im Rest des Landes bleibt es stark bewölkt und es ziehen ein paar Schneeregen- und Graupelschauer durch. Mit 3 bis 7 Grad wird es überall deutlich kälter.“ 

Die Aussichten

Anschließend wird es bei steigendem Luftdruck kurz ruhiger. Uns erwartet dann meist trocken-kaltes Hochdruckwetter, oft allerdings mit zähem Nebel oder Hochnebel. Zum Wochenende verabschiedet sich das Hoch Richtung Südosteuropa und macht Platz für atlantische Tiefs. Dadurch wird es wieder wechselhafter. Ob uns sogar das eine oder andere Sturmtief streifen oder überqueren wird, ist noch unsicher. 

Drohnenstaffel ist jetzt startklar: DRK-Kreisverband Biberach/Riss verschafft sich mehr Überblick – mit moderner Technik

Foto: DRK Biberach/Riss
Foto: DRK Biberach/Riss

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Drohnenstaffel ist jetzt startklar: DRK-Kreisverband Biberach/Riss verschafft sich mehr Überblick – mit moderner Technik.

Seit Anfang Januar 2020 ist die neue Drohnenstaffel des DRK-Kreisverbands Biberach startbereit. Das Deutsche Rote Kreuz hat sich ein Jahr lang vorbereitet, um Piloten und Teams für die kleinen Fluggeräte fit zu machen. Denn Live-Luftbilder können Leben retten. Der erste Einsatz ließ nicht lange auf sich warten: Die Drohnenstaffel des DRK Biberach war am 25. Januar unterwegs, um eine vermisste Person zu finden. In einem Nachbar-Landkreis, angefordert von der Leitstelle Bodensee-Oberschwaben.

„Vermisste Personen finden ist eine Aufgabe, bei der uns Drohnen wertvolle Dienste leisten können“, sagt Michael Mutschler, einer der Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands. „Wir haben unsere unbemannten Multikopter auch mit Wärmebild-Kameras ausgestattet.“ Es gibt viele andere Einsatz-Möglichkeiten, bei denen sich das DRK von Drohnen viel verspricht: „Aus der Luft kann man sich besonders schnell und besonders gut einen Überblick verschaffen“, sagt Mutschler. „Das hilft uns beispielsweise, wenn die Lage oder die Landschaft unübersichtlich sind. Oder auch bei Flächen- und Großschadenslagen mit vielen Verletzten.“

Foto: DRK Biberach/Riss

Das DRK hat sich auch auf Kooperationen vorbereitet, beispielsweise mit Feuerwehr, Polizei oder Katastrophenschutz, erklärt Alexander Schirmer. Er hat das Projekt als stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter mit vorangebracht. „Nach einer Unwetterlage, in unzugänglichen Gebieten oder bei einem Brand können Drohnen sehr hilfreich sein, indem wir uns ein besseres Bild machen können, auch von unzugänglichen Stellen.“ Denkbar wäre zudem, in Zukunft mit Drohnen etwas zu transportieren, was dringend gebraucht wird, beispielsweise einen mobilen Defibrillator (AED: automatisierter externer Defibrillator) zur Reanimation. Es gibt bereits erste Projekte in Deutschland und in Europa, bei denen Drohnen zu diesem Zweck getestet werden. Nicht zuletzt können Drohnen die internen Abläufe des DRK unterstützen: „Natürlich können wir mit Bildern aus der Luft auch unsere Einsätze besser dokumentieren“, sagt Michael Mutschler.

Ein Jahr Vorbereitung und Schulungen
Ein ganzes Jahr lang hat sich das Drohnen-Team beim DRK-Kreisverband Biberach mit der neuen Technik beschäftigt, Schulungen besucht, Lizenzen erworben, Genehmigungen eingeholt und Flugpraxis gesammelt. Seit Herbst haben die Aktiven den so genannten Flugkenntnis-Nachweis nach LuftVO § 21d und den Praktischen Sachkundenachweis in der Tasche – die wichtigen Papiere für Piloten.

Rund 20 Köpfe zählt die Drohnenstaffel derzeit. Etwa 30.000 Euro hat der DRK-Kreisverband für den Start ins Drohnen-Zeitalter bislang ausgegeben. Vier Drohnen und zusätzliche Ausstattung wurden bereits erworben, es sind Multikopter des Herstellers DJI.

Über den Landkreis verteilt
Die Multikopter und ihre geschulten Piloten sind auf mehrere Standorte im Landkreis verteilt: „Biberach, Erolzheim und Riedlingen“, zählt Alexander Schirmer auf. „So können wir unseren Landkreis, der ja in West-Ost-Richtung sehr ausgedehnt ist, am besten abdecken.“ Die Drohnenstaffel arbeitet ausschließlich ehrenamtlich. Dafür sind ehrenamtliche Helfer aus den DRK-Bereitschaften zusammengekommen mit hauptamtlichen DRK-Rettungsdienst-Mitarbeitern sowie Fachleuten aus dem IT-Bereich, deren Engagement für die Drohnen ebenfalls ehrenamtlich ist.

Und wann starten die Drohnen? Alarmiert wird die Drohnenstaffel zentral durch die Integrierte Leitstelle in Biberach. Auch dann, wenn sie wie Ende Januar zur Überland-Hilfe in einen anderen Landkreis gerufen wird. „Dazu sind wir gern bereit“, sagt Alexander Schirmer von der Kreisbereitschaftsleitung. „Wir sind hier in der Gegend ebenso wie im DRK-Landesverband unter den ersten, die eine Drohnenstaffel am Start haben. Wir helfen gern. Und wir profitieren auch selbst von allen Erfahrungen, die wir im Einsatz sammeln können.“

Foto & Text: DRK Biberach/Riss

Polizei darf keine Fotos von Versammlungen auf Twitter und Facebook veröffentlichen

Polizei darf keine Fotos von Versammlungen auf Twitter und Facebook veröffentlichen


Ein Beitrag von RechtamBild.de

Geklagt hatten zwei Teilnehmer einer friedlich verlaufenden Demonstration in Essen-Steele im Mai 2018. Diese hatten sich später auf Fotografien wiedergefunden, die die Polizei Essen angefertigt hatte. Die Bilder waren von der Polizei für die Öffentlichkeitsarbeit auf offiziellen Accounts bei Facebook und Twitter genutzt worden.

Die Kläger wollten nun festgestellt haben, dass die Anfertigung der Fotografien rechtswidrig war. Nachdem sie damit in erster Instanz (VG Gelsenkirchen, Urteil vom 23.10.2018, Az.: 14 K 3543/18) Erfolg hatten, hat das Oberverwaltungsgericht NRW in Münster auf die Berufung des Landes NRW diese Entscheidung nunmehr bestätigt (Az.: 15 A 4753/18).

Fotografie von Demo als Eingriff in die Versammlungsfreiheit ohne Rechtsgrundlage

Die Oberverwaltungsrichter sehen bereits in der Anfertigung der Bilder einen Eingriff in die Versammlungsfreiheit aus Art. 8 Abs. 1 GG der Teilnehmer. Immer, wenn Ordnungsbehörden Foto- und Videomaterial von Versammlungen anfertigen, könne dies eine einschüchternde, abschreckende und sonst verhaltenslenkende Wirkung entfalten. Dass die Aufnahmen explizit allein für die Öffentlichkeitsarbeit angefertigt wurden, ändere daran nichts.

Damit hätte die Polizei jedoch eine Rechtsgrundlage gebraucht. An einer solchen fehlte es offenbar. Das Versammlungsgesetz selbst enthält jedoch nur in § 12a Abs. 1 S. 1 eine Ermächtigung zur Bild- und Tonaufnahme. Hierfür braucht es aber Anhaltspunkte für eine „erhebliche Gefahr“, welche hier nicht vorlag. Damit war die, aus Sicht des OVG NRW einzige denkbare Ermächtigungsgrundlage, untauglich.

Berufung auf KUG nicht möglich

Das Land NRW hatte sich darüber hinaus auch auf § 23 Abs. 1 Nr. 3 KUG berufen. Das OVG NRW konnte ea damit jedoch nicht überzeugen. Ob Normen außerhalb des Versammlungsgesetzes aufgrund der sog. „Polizeifestigkeit des Versammlungsrechts“ überhaupt anwendbar sind, wurde von den Richtern offengelassen.

Eine Anwendung des KUG scheide aber schon deshalb aus, da diese Vorschrift nicht für hoheitliche Maßnahmen gelte. Ohnehin würde eine Interessenabwägung nach § 23 Abs. 2 KUG unter Einbeziehung der Versammlungsfreiheit der Kläger dazu führen, dass die Interessen der Kläger überwiegen.

Allgemeines staatliches Informationshandeln bleibt möglich

Auch der Einwand des Landes, die Bildaufnahmen seien für das allgemeine staatliche Informationshandeln notwendig, verneinten die Münsteraner Richter. Auch diesbezüglich fehle es bereits an der notwendigen gesetzlichen Grundlage. Diese sei auch nicht entbehrlich, da es um unmittelbare Grundrechtseingriffe geht, die zugleich eine leicht zu regelnde Standardsituation betreffen.

Selbst wenn auf eine Rechtsgrundlage verzichtet werden könne oder eine solche bestünde, sei ein solches Handeln der Polizei aber auch unter Verhältnismäßigkeitsgesichtspunkten nicht erforderlich. Es sei der Polizei weiterhin möglich, angemessen über Demonstrationen und andere Tätigkeiten zu berichten. So könnten z.B. Archivaufnahmen des Versammlungsortes genutzt oder auf Bildern ausschließlich eigene Einsatzkräfte und -mittel der Polizei abgebildet werden. Fotos der Demonstration selbst und ihrer Teilnehmer seien jedenfalls nicht notwendig.

Aufgrund der möglichen bundesweiten Bedeutung und weil es bislang keine höchstrichterliche Entscheidung zu dieser Thematik gibt, wurde die Revision zum Bundesverwaltungsgericht in Leipzig zugelassen.


Nun wird es aber spannend, wenn man mal so beobachtet, wer denn an einer Demonstration so von Sicherheitsbehörden beteiligt ist. Da sind die Rettungskräfte von ASB, MHD, JUH, DRK, BRK, THW, Feuerwehr u.a. Alle fertigen für ihre Öffentlichkeitsarbeit Fotos über ihre Arbeit und den Einsatz bei einer Demonstration an. Diese Bilder landen dann auch auf Instagram, Facebook, den eigenen Homepage etc. Bei einer Demonstration von Landwirten in Memmingen Anfang Dezember 2019 ist auch das Technische Hilfswerk (THW) mit einer Drohne am Rand der Demonstration geflogen. Wahrscheinlich wurden die Video- und Bilddaten auch aufgezeichnet. Was mit den Daten passiert, wie sie gelagert werden, ist unklar und unter dem Aspekt des oben angeführten Urteils sehr kritisch zu beurteilen.

Wohl muss man hier in den Hilfsorganisationen umdenken und entsprechende Handlungsrichtlinien erlassen.

 

Dienstag: Sturmgefahr für Süddeutschland

Quelle: WetterOnline
Dienstag: Sturmgefahr in Süddeutschland. Böen bis 110 Kilometer pro Stunde möglich. Quelle: WetterOnline

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Am Alpenrand orkanartige Sturmböen möglich 

Der Dienstag droht im Süden Deutschlands stürmisch zu werden: Ein kleines, aber recht kräftiges Tief zieht dann von Großbritannien in Richtung Schweden.

Atlantisches Tief bringt Sturm 

Ein Sturmfeld zieht am Dienstag über Süddeutschland hinweg. Am Alpenrand sind sogar orkanartige Böen nicht ausgeschlossen. „Ein kleines, aber recht kräftiges Tief zieht dann von Großbritannien in Richtung Schweden. An seiner Südseite sind die Luftdruckunterschiede über Süddeutschland besonders groß, deshalb erreicht der Wind dort zeitweise Sturmstärke.“, erklärt Matthias Habel, Pressesprecher und Meteorologe von WetterOnline. „Besonders heftig wird es in Schauer- und Gewitternähe, denn da wird der ruppige Wind aus höheren Luftschichten bis zur Erdoberfläche heruntergemischt.“ Im Bergland, vereinzelt aber auch im Flachland sind Böen von 75 bis 90 Kilometer pro Stunde wahrscheinlich. 

Schwere Sturmböen

In höheren Lagen, wie im Hochschwarzwald oder in den Alpen, drohen schwere Sturmböen über 90 Kilometer pro Stunde. Selbst Böen über Tempo 110 sind nach derzeitigem Stand denkbar. Dazu schneit es zum Teil kräftig, sodass zusätzlich mit Schneeverwehungen zu rechnen ist. 

„Allerdings sind die Unsicherheiten bei den aktuellen Berechnungen der Wettermodelle noch groß: Weder die exakte Zugbahn noch die genaue Stärke des Sturmtiefs lassen sich derzeit im Detail bestimmen.“, schränkt Habel ein. 

Kurzer Wintergruß

Ab Dienstag bringt Polarluft Wintergrüße mit Flocken bis ins Flachland. Teils gibt es sogar kräftige Schneefälle. Die Schneefallgrenze sinkt dabei auf 300 bis 600 Meter Höhe. Bis Mittwochabend fallen im Schwarzwald und im Allgäu teils 30 bis 50 Zentimeter Schnee. Aber auch sonst kann sich in den Mittelgebirgen verbreitet eine geschlossene Schneedecke bilden. Selbst in einigen Flachlandregionen wird es vorübergehend weiß. Wo genau, lässt sich allerdings noch nicht sagen. Schon am Donnerstag ist aber wahrscheinlich wieder Schluss mit Winter. Dann schnellen die Temperaturen in die Höhe und bis über 1500 Meter Höhe stellt sich Tauwetter ein.

 

Wie sich die Sturmlage weiterentwickelt, erfährt man aktuell auf www.wetteronline.de, mit der WetterOnline App oder durch einen Blick auf die neue Wetterstation wetteronline home. Mit dem Alexa-Skill von WetterOnline sowie dem Skill für den Google Assistant können Wetterinfos auch über die digitalen Helfer abgefragt werden.

Allgäu Airport | Airbus fährt sich fest – Nach der Landung am Flughafen Memmingen

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Foto: Florian Brunner
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Foto: Florian Brunner

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Für Verzögerungen im Flugbetrieb sorgte am Donnerstagabend, 23.01.2020, am Airport Memmingen eine Maschine der Fluggesellschaft Wizz Air, die nach der Landung auf dem Weg zum Terminal vom Rollweg abgekommen war. Der Airbus A321 aus Sofia mit der Flugnummer W6 4339 landete problemlos am Allgäu Airport. In einer Kurve geriet er mit einem Rad in den unbefestigten Bereich des Rollweges. Alle 216 Passagiere und die Crew konnten das Flugzeug über die Feuerwehrpassagiertreppe unverletzt verlassen und wurden mit Bussen ins Terminal gebracht.

Die Fluggäste traten im Anschluss ihre Weiterreise an. Der Airbus wurde in Abstimmung mit der Fluggesellschaft und von der Flughafenfeuerwehr freigeschleppt und sofort von Flugzeugtechnikern überprüft. Die Bergung der Maschine dauerte rund drei Stunden, was anfangs zu Beeinträchtigungen im Flugbetrieb führte. „Wir entschuldigen uns bei den betroffenen Passagieren für die Unannehmlichkeiten“, betonte ein Sprecher der Fluggesellschaft.  Die Passagiere mit Flugziel Sofia konnten ihren Flug am Freitagmorgen mit einer Ersatzmaschine antreten.

„Das Luftamt Südbayern als Aufsichtsbehörde über den Flughafen Memmingen prüft den Vorfall im Rahmen seiner Zuständigkeit, insbesondere im Hinblick auf die Einhaltung von Auflagen aus den Genehmigungsbescheiden“, so eine Sprecherin der Regierung von Oberbayern.

 

Allgäu Airport | Unfall: Wizz Air Maschine WZZ460 aus Sofia kommt vom Taxiway ab und fährt sich fest

 

Foto: Florian Brunner

Allgäu Airport | Unfall: Wizz Air Maschine WZZ460 aus Sofia kommt vom Taxiway ab und fährt sich fest

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Foto: Florian Brunner

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UPDATE, 24.01.2020, 10.10 Uhr

Pilot Janis Schmitt von der Vereinigung Cockpit erklärte der Redaktion wie solche Zwischenfälle passieren und welche Auswirkung sie haben. Die Grünflächen rechts und links der Landebahn und der Taxway sind speziell verdichtet, so dass Maschinen hier nicht wegkippen können. So ein Vorfall ist ärgerlich für die Airline, die Crew und dem Flughafen. Als Ursache für das Abkommen vom Taxway sieht der erfahrene Pilot mehrere mögliche Ursachen. Der Weg könnte rutschig gewesen sein und die Maschine war zu schnell. Es kann aber auch einfach sein, dass der Pilot oder Co-Pilot einfach sich verschätzt hatte mit dem Kurvenradius. Die A321 hat keine Kameras an den Fahrwerken, so dass hier der Pilot nicht genau sieht wo er gerade entlang rollt und hier auf seine Erfahrung und Einschätzung sich verlassen muss. Mit einem Pushback-Fahrzeug wird eine solche Maschine normalerweise wieder auf die Rollband gezogen. Danach der A321 einer Kontrolle durch die Technik unterzogen werden. Hier werden Bremsen, Fahrwerk einer genauen Inspektion unterzogen und danach für den Flugbetrieb wieder freigegeben, wenn keine Reparaturen durchgeführt werden müssen. 

UPDATE, 24.01.2020, 08.30 Uhr

Die Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) in Braunschweig teilt auf telefonische Nachfrage mit, dass die Polizei den Flugunfall der BFU am Mittwochabend gemeldet hat. Eine Einstufung der schwere der Störung ist bisher nicht erfolgt. Die BFU teilt weiter mit, dass gemeldet wurde, dass die Maschine aus Sofia sich verrollt hätte und mit dem linken Fahrwerk von der Taxiway abgekommen war und sich festgefahren hatte. Die 233 Passagiere und sieben Crew-Mitglieder blieben dabei unverletzt. Sie wurden über eine angefahrene Nottreppe aus der Maschine geräumt und mit Bussen ins  Terminal gefahren. Ergänzung der BFU um 09.00 Uhr: Der Vorfall wurde mittlerweile eingestuft und wird nicht weiter untersucht, da weder ein Unfall noch eine schwere Störung (im Sinne der Definition für Zwischenfälle mit Luftfahrzeugen) im Luftverkehr vorliegt.

Die Pressestelle des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West teilt schriftlich auf Anfrage mit, dass die Pressearbeit zu diesem Vorfall vom Flughafenbetreiber erfolgt. Die Presse wurde durch die Polizei nicht verständigt, weil es zu „keinem größeren öffentlichen wahrnehmbaren Einsatz von Polizei und Feuerwehr auf öffentlichen Grund kam“.


Am Donnerstagabend, 23.01.2020, gegen 21.00 Uhr, kam die Wizz Air Maschine WZZ460 von Sofia am Flughafen Memmingen an. Wohl auf dem Weg von der Landebahn zum Terminal kam die Maschine vom Taxiway ab und fuhr sich im Grünstreifen fest. Einsatzkräfte der Flughafen Feuerwehr vom Allgäu Airport und Flughafenpersonal versuchen die Maschine zu bergen. Ob sich in der Maschine Passagiere bei dem Unfall befunden haben, kann derzeit nicht zweifelsfrei geklärt werden. Der Airport-Sicherheitsdienst leuchtet mit Flutlichtstrahlern die öffentlichen Bereiche am Zaun aus, dass keine Fotos- und Videoaufnahmen gefertigt werden können. 

Die Polizeieinsatzzentrale in Kempten macht zu dem Zwischenfall keine Angaben, außer das ein Sachverhalt aufgenommen wurde und es keine Verletzten gab. Weitere Presseanfragen sind laut Polizei direkt an den Flughafenbetreiber am Freitagvormittag zu stellen.

Wir berichten nach, sobald uns weitere Informationen übermittelt werden.

 

Foto: Florian Brunner

Weitnau | Wenn Einsatzkräfte in der Freizeit zu Gaffern werden

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Weitnau im Oberallgäu am Montagabend, 06.01.2020. Ein Mann, der ehrenamtlich in einer Hilfsorganisation ist, ist bei seiner Tante zu Besuch. Plötzlich hört er Martinshorn, er sieht aus dem Fenster und erkennt einen Feuerschein. Er macht sich auf den Weg, aber nicht um zu helfen, denn alarmiert wurde er nicht, nein um zu schauen und zu gaffen. Er zückt sein Handy, wie auch jeder andere Gaffer und macht Fotos und Videos. Er kennt einen freien Mitarbeiter der Allgäuer Zeitung und schickt ihm gleich die Bilder vom brennenden Haus, in dem wahrscheinlich gerade zwei Bewohner ums Leben gekommen sind. Wenige Minuten später sind die Bilder schon online, die Polizei hat kurz zuvor die Pressefotografen verständigt.

Gerade aus Kreisen von Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst wird immer wieder über die Gaffer geschimpft. Auch die Politik hat die Gesetzeslage entsprechend dem Gaffertum verschärft. Warum werden die, die auf die Gaffer an den Einsatzstellen schimpfen dann selbst zu Gaffern und Voyeuren!?

Geld will der Ehrenamtliche für seine Bilder nicht, das hat er nicht nötig tat er kund. Die Bildagentur aus dem Allgäu hat die Bilder des Ehrenamtlichen gerne angenommen und weitervermittelt – an den Bayerischen Rundfunk (BR), die Deutsche Presseagentur (dpa) und an die Allgäuer Zeitung – also Medien, die auch immer wieder das Thema „Gaffen an Unfall- und Brandstellen“ thematisieren.

Neujahrsgrüße des neuen THW-Präsidenten Gerd Friedsam

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Gerd Friedsam, Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk – Foto: THW

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Herzlich willkommen im Jahr 2020. Was vom zurückliegenden Jahr bleibt sind die Erinnerungen an zahlreiche gemeinsame Erlebnisse, aufregende Ereignisse, gute Erfahrungen und den respektvollen Umgang miteinander. Wir blicken auf Einsätze zurück, die uns 2019 nicht nur gefordert, sondern vielmehr über die THW-Grenzen hinaus enger haben zusammenwachsen lassen.

Ob während des Schneechaos in Bayern, beim Waldbrand in Lübtheen, internationalen Katastrophen wie Zyklon „Idai“ in Mosambik oder den schweren Erdbeben in Albanien: Gemeinsam mit unseren Anforderern und Partnern im In- und Ausland haben wir gezeigt, dass wir eng zusammenstehen, uns den Aufgaben stellen und diese meistern, wenn wir gerufen werden. Dafür möchte ich Ihnen allen meinen Dank aussprechen.

Die Vielfalt des THW mit seinen rund 80.000 Ehrenamtlichen und 2.000 Hauptamtlichen wird 2020 bewährt der Rückhalt dafür sein, dass wir in Deutschland und überall auf der Welt schnell und kompetent technische Hilfe leisten können. Dafür steht das THW mit seiner umfangreichen Technik und seinem fachlichen Knowhow. Wir im THW leben nach dem Prinzip, dass es besser ist, sich für das Wohl der Gemeinschaft einzusetzen, als nur für das Wohl des Einzelnen. Unsere Leitsätze bilden dafür die Basis.

Wir leben in Zeiten der Veränderungen. Das THW befindet sich inmitten von Veränderungen. Mit unseren Anpassungen an künftige Herausforderungen im Einsatz und den strukturellen Ausrichtungen des gesamten THW sind wir auf dem richtigen Weg. Die Umsetzung des THW-Rahmenkonzeptes schreitet voran. Damit einhergeht, dass vieles, was bisher getragen hat, neu gedacht werden muss. Dabei ist die Vorbereitung auf das Erforschen und Begehen neuer Pfade von großer Bedeutung. Mir ist es wichtig, dass wir uns in all der bewegten Zeit Räume schaffen für Phasen des Innehaltens, der Konzentration und der Freude. Nur so können die notwendigen Veränderungen mit mehr Stabilität und Flexibilität hinterlegt werden.

Uns und unseren Partnern im In- und Ausland wünsche ich für das neue Jahr gutes Gelingen, Vertrauen, Mut und die Bereitschaft, neue Herausforderungen anzunehmen.

Das kommende Jahr wird uns wieder fordern und uns damit in Schwung halten. Unser Leben bleibt spannend, aufregend, interessant und lebendig.

Ich wünsche Ihnen einen guten Start in das neue Jahr 2020!

Gerd Friedsam,
Präsident der Bundesanstalt Technisches Hilfswerk

Berichterstattung über Suizid – warum new-facts.eu nicht darüber berichtet

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Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit, aber auch über das Jahr verteilt, werden Suizide (Selbstötungen) vollzogen. New-facts berichtet über solche tragischen Vorfälle nicht offensiv. Wir sehen in einem Suizid eine persönliche Entscheidung von einem Menschen, die er mit sich selbst ausgemacht hat. Wir sehen hier kein öffentliches Interesse. In der Medienwirkungsforschung besteht die Annahme, dass die Zahl der Suizidfälle deutlich ansteigt, nachdem in den Medien ausführlich über einen fiktiven oder tatsächlich stattgefundenen Suizid berichtet wird.

So traurig es für alle Betroffenen ist, dass ein Mensch für sich entscheidet, dass er nicht mehr weiterleben möchte, haben wir dies zu respektieren. Wir können nur auf die Hilfsangebote von Kliniken, Psychologen, Polizei, Seelsorgern und der TelefonSeelsorge (0800 1110111) aufmerksam machen. Auch wir Mitmenschen können auf unser Gegenüber achten und reagieren, wenn wir merken, dass es ihm schlecht geht.

Wir hoffen, dass unsere Leser Verständnis für unsere Entscheidung haben. Hier noch ein Link zu einem Kommentar von uns zu diesem Thema.

Bodensee-Airport Freidrichshafen | Reifen beim Start einer Dornier 328 beschädigt – Pilot meldet Luftnotlage – 280 Einsatzkräfte stehen für den Notfall bereit

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Zu einer Luftnotlage kam es am Mittwochabend, 11.12.2019, nach 20.00 Uhr, am Bodensee-Airport Friedrichshafen. Gegen 20.00 Uhr startete das Flugzeug vom Typ Dornier 328 der Sun Air von Friedrichshafen nach Hamburg. Besetzt war das Passagierflugzeug mit 19 Fluggästen und drei Besatzungsmitgliedern. Die Maschine war entsprechend für die Flugstrecke betankt. Laut der Registrierung des Flugzeuges in flightradar.com, ist die Dornier 328 19 Jahre alt.

Der Pilot nahm beim Start in Friedrichshafen „starke Erschütterungen am Fahrwerk wahr“, so eine Polizeisprecherin des Polizeipräsidiums Konstanz. Die Vibrationen sind offenbar auf einen Schaden am einem Reifen des Flugzeuges zurückzuführen, so die erste Lageeinschätzung. Der Pilot der Dornier nahm sofort Kontakt mit dem Tower des Bodensee-Airports auf und meldete das technische Problem. Er bat umgehend die Startbahn auf Fremdkörper zu überprüfen. Dies wurde vom Tower auch sofort erledigt und tatsächlich konnten Reifenteile auf der Start- und Landebahn aufgefunden werden.

Der Pilot meldete daraufhin eine Luftnotlage der Flugsicherung und entschied wieder zum Flughafen Friedrichshafen zurück zu kehren. Die Flugsicherung informierte umgehend die Integrierte Leitstelle Oberschwaben über die Luftnotlage, die entsprechend den Einsatzrichtlinien Feuerwehren und Rettungsdienst alarmierte. Das war gegen 20.40 Uhr. Insgesamt wurden rund 280 Kräfte zum Einsatz am Bodensee-Airport alarmiert.

Das große Aufgebot an Einsatzfahrzeugen und Blaulichtfahrten führte leider Gottes zu Falschmeldungen auf Facebook und den wildesten Spekulationen.

Foto: Pöppel/Symbolbild

Laut Flightradar drehte die Maschine auf Höhe Tauberbischhofsheim um und flog wieder zurück nach Friedrichshafen. Hier drehte sie dann einige Schleifen, wahrscheinlich auch um etwas Treibstoff für die Landung abzulassen, aber auch den Einsatzkräfte ausreichend Zeit für die Vorbereitungen am Boden zu geben. Um 21.25 Uhr konnte die Maschine dann gesichert am Bodensee-Airport landen, alle Einsatzkräfte waren zu diesem Zeitpunkt in Stellung und Bereitschaft wie es die Alarmunterlagen vorsehen. Durch die Zwillingsbereifung der Maschine gab es keinerlei Probleme bei der Landung. Alle Passagiere kamen mit dem Schrecken davon und blieben unverletzt.

Bei dieser Luftnotlage hatte sich wieder einmal gezeigt, wie routiniert die Beteiligten wie Tower, Flughafen-Feuerwehr, ILS, Polizei und Katastropehnschutzeinheiten mit einer solchen Lage umgehen. Hilfreich ist hier ein ständiges Üben von solchen Einsatzszenarien und das überprüfen aufgestellter Alarmpläne. Das hat sich auch in diesem Fall wieder einmal bewiesen. Die Beteiligten haben professionell die Lage geführt.

 

Hier das UPDATE des Polizeipräsidiums Konstanz und der Staatsanwaltschaft:

Sicherheitslandung einer Passagiermaschine

Am Flughafen Friedrichshafen hat es Mittwochabend gegen 21.30 Uhr eine Sicherheitslandung gegeben. Der Pilot eines 32-sitzigen Passagierflugzeuges auf dem Weg von Friedrichshafen nach Hamburg hatte beim Start eine Erschütterungen am Fahrwerk wahrgenommen und deshalb den Tower informiert. Nachdem das Bodenpersonal auf der Startbahn mehrere Reifenteile fand, entschied sich der Pilot aus Sicherheitsgründen zur Rückkehr an den Startflughafen Airport Bodensee. Gemäß des Sicherheitskonzepts wurde durch die Flughafenfeuerwehr Großalarm ausgelöst und alle umliegenden Feuerwehren sowie Rettungskräfte verständigt. Insgesamt waren rund 280 Rettungskräfte im Einsatz. Nach Erhalt der Landeerlaubnis brachte der Pilot die mit 19 Passagieren und drei Crewmitglieder besetzte Maschine sicher auf die Landebahn. Bei der Besichtigung des Luftfahrzeugs wurde festgestellt, dass sich am hinteren Fahrwerk die Lauffläche eines Reifens gelöst hatte. Diese Gummiteile verursachten am Rumpf kleinere Schäden. Da das Flugzeug bis zur weiteren Sichtung nicht mehr flugfähig ist, konnten die Passagiere an dem Abend keinen Flug nach Hamburg mehr antreten. Der Sachschaden am Flugzeug wird auf etwa 100.000 Euro geschätzt.