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Donnerstag. 21. Oktober 2021 / 42

Roßhaupten – Hannover | Betrugsmasche – Erpressung von Autoverkäufern

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Eine 33-jährige Frau aus Roßhaupten im Ostallgäu wollte vergangene Woche ihren Pkw verkaufen. Hierfür schaltete sie eine private Anzeige auf einer Online-Verkaufsplattform. Am Dienstag, 17.08.2021, meldete sich ein Interessent.

Der 32-jährige Mann aus dem Bereich Hannover gab sich als seriöser Autohändler aus. Nach einem telefonischen, kurzen Verhandlungsgespräch, baute der Betrüger nach und nach Druck auf die Verkäuferin auf. Er drängte sie zu einem sofortigen Vertragsabschluss. Unmittelbar nach der Übermittlung des Kaufvertrags per E-Mail, nahm der Mann aus Hannover sofort mit der Verkäuferin telefonisch Kontakt auf. Er setzte die Verkäuferin weiter massiv unter Druck, indem er ihr wiederholt Betrugsabsichten vorwarf, da sie angeblich eine andere Ausstattung im Internet eingestellt hatte, wie das Fahrzeug nun tatsächlich habe. Er drohte weiter mit immensen Anwaltskosten und Schadensersatzansprüchen, die auf sie zukommen werden. Der Pkw sei bereits weiterverkauft worden und der Abholer des Fahrzeuges sei schon auf dem Weg zu ihr.

Um der Verkäuferin eine Gerichtsverhandlung, Anwaltskosten und Schadensersatzansprüche zu ersparen, schlug ihr der Betrüger einen viel zu niedrigen, neuen Verkaufspreis vor. Anfangs wurde ein Preis von knapp 5.000 Euro vereinbart, plötzlich wollte der Käufer nur noch 3.300 Euro bezahlen. Um seinen unberechtigten Forderungen Nachdruck zu verleihen, übermittelte der angebliche Autohändler der Frau zudem Gerichtsurteile, die sich auf die Nichteinhaltung eines Kaufvertrages bezogen. Hier wurde beschrieben, dass mehrere Tausend Euro Schadensersatz und weitere Kosten auf Verkäufer zukommen können, wenn sie zuvor falsche Angaben zu einem Fahrzeug gemacht haben.

Die Frau meldete den Fall bei der Polizei Füssen, bevor es zu einer Fahrzeugübergabe kam. Es entstand bislang kein finanzieller Schaden. Erste Ermittlungen ergaben, dass die Kriminalpolizei Hannover bereits ein Verfahren wegen Betrugs gegen den Autoverkäufer eingeleitet hat. Bereits in der Vergangenheit wurde gegen die Person in gleicher Sache ermittelt.

 

Deutschlandweite Betrugsmasche

Bei dem vorliegenden Fall handelt es sich um eine deutschlandweite Betrugsmasche. Die Tatverdächtigen suchen bei den privat angebotenen Fahrzeugen bewusste nach Mängeln, die nicht angegeben wurden oder verändern die übermittelten Kaufverträge derart, dass nicht mitgeteilte Mängel plötzlich erscheinen. Danach werden die Anbieter der Fahrzeuge massiv unter Druck gesetzt, in dem der Interessent ihnen mit gerichtlichen Verfahren hinsichtlich Schadenersatz und weitere Kosten droht. Ebenso würde Anzeige wegen Betrug gegen die Autoverkäufer erstattet werden, es sei denn, der Kaufpreis wird drastisch und völlig unberechtigt reduziert.

Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“

Lassen Sie sich nicht unüberlegt zu einem Autoverkauf drängen. Wenn der Verkäufer Druck aufbaut, ist Vorsicht geboten. Gehen Sie auf Forderungen und auf einen geforderten Preisnachlass nicht sofort ein. Geben Sie dem Interessent klar zu verstehen, dass Sie Bedenkzeit brauchen. Ein seriöser Käufer wird nicht sofort mit immensen Kosten, einer Anzeige wegen Betrug oder einer Gerichtsverhandlungen drohen. Kontaktieren Sie im Zweifelsfall immer die örtlich zuständige Polizei. Eine Vielzahl von weiteren Tipps, speziell auch zum Autoverkauf, finden Sie auf der Internetseite „sicherer-autokauf.de“. Die Initiative „Sicherer Autokauf im Internet“ wurde Anfang 2007 von den führenden Internet-Fahrzeugmärkten AutoScout24 und mobile.de zusammen mit dem ADAC ins Leben gerufen und wird seit März 2008 von der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Nutzer von Online-Autobörsen für Sicherheitsfragen rund um den Autokauf und den Autoverkauf zu sensibilisieren, umfassend zu informieren und konkrete Hilfestellungen zu geben.

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