Ottobeuren – Bad Grönenbach – Niederrieden | 100 Beamte von Zoll und Polizei suchen nach Waffen, Sprengstoff und Hinweisen auf Schwarzarbeit

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Am Dienstag, 12.05.2020, fanden in den frühen Morgenstunden, als Ergebnis abgestimmt geführter Ermittlungen der Kriminalpolizeiinspektion Memmingen und des Hauptzollamtes Augsburg/Finanzkontrolle Schwarzarbeit Lindau zeitgleich Durchsuchungsmaßnahmen an insgesamt sechs Objekten in den Landkreisen Unter- und Oberallgäu statt.

Der Schwerpunkt der zu durchsuchenden Privat- und Firmenobjekte befand sich im Großraum Memmingen. Hintergrund war der dringende Tatverdacht von Waffen- und Sprengstoffdelikten sowie von Verstößen gegen arbeitsrechtliche bzw. sozialversicherungsrechtliche Vorschriften gegen einen 45-jährigen deutschen Firmeninhaber.

Bei den Durchsuchungen kamen, neben Beamtinnen und Beamten der Memminger Kriminalpolizei, ein Spezialeinsatzkommando (SEK) des Polizeipräsidiums München, Kräfte des Bayerischen Landeskriminalamtes (BLKA), geschlossene Einheiten des Polizeipräsidiums Schwaben Süd/West sowie ein Polizeihubschrauber zum Einsatz.

Im Rahmen der Durchsuchung wurden mehrere erlaubnisfreie Waffen, darunter eine Armbrust mit Zielfernrohr, aufgefunden. Zudem wurde erlaubnispflichtige Munition, selbstgefertigte pyrotechnische Gegenstände, Waffenteile, Treibladungs- und Schwarzpulver sowie giftige Substanzen aufgefunden und sichergestellt. Zum Nachweis von arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Verstößen wurden Unterlagen und andere Beweismittel in behördlichen Gewahrsam überführt. Es besteht diesbezüglich der Verdacht von „Lohnsplitting“ und Schwarzarbeit.
Zudem wurde der Verdacht gewonnen, dass Fahrzeuge ohne zollamtliche Überwachung im EU-Ausland aufbereitet oder veredelt wurden. Diesbezüglich wird das Verfahren von der FKS Lindau an das Zollfahndungsamt München abgegeben.

Die weiteren Ermittlungen werden unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Memmingen von der Kriminalpolizei Memmingen und der FKS Lindau weiter betrieben. Der Beschuldigte, welcher sich nicht zum Tatvorwurf einließ, wurde nach Abschluss der Maßnahmen aus dem polizeilichen Gewahrsam wieder entlassen.