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Montag. 26. Oktober 2020 / 44

Ostallgäu – Unterallgäu | Falsche Polizeibeamte ergaunern Bargeld von Rentnerin

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Foto: Pöppel

Eine 79-jährige Seniorin wurde diese Woche ein Opfer von falschen Polizeibeamten und verlor dadurch fast all ihre Ersparnisse.

Am Mittwoch, 180.03.2020, riefen die Täter bei der Ostallgäuerin zu Hause an und ließen sie im Glauben, dass ihre Ersparnisse bei ihrem Geldinstitut nicht mehr sicher seien.
Das Polizeipräsidium Schwaben Süd/West registrierte in seinem Schutzbereich in diesem Jahr bis Mitte März bereits wieder 353 Anrufe durch „Falsche Polizeibeamte“. In zwei Fällen kam es zur vollendeten Tat, sprich der Übergabe von Geld oder Wertgegenständen. Die Fallzahlen in Bezug auf diese Betrugsmasche bleiben damit auch 2020 hoch, wenngleich zunehmend mehr Taten mittlerweile im Versuchsstadium stecken blieben.
Die Polizei rät zu folgenden Verhaltenshinweisen:

• Geben Sie am Telefon nie Auskunft über Vermögensverhältnisse; Behörden fordern Sie nicht zur Herausgabe von Bargeld auf.
• Setzen sie Familienangehörige und Nachbarn über diese Vorgehensweisen in Kenntnis.
• Sie herhalten keine Anrufe von der Notrufnummer 110.
• Legen Sie auf und rufen Sie bei dem geringsten Zweifel den Polizeinotruf 110.
• Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen und lassen Sie keine unbekannten Personen in Ihre Wohnung.

Die Anrufer, die sich im aktuellen Fall wechselweise als Polizeibeamte und Staatsanwälte ausgaben, brachten die Rentnerin schließlich dazu einen fünfstelligen Bargeldbetrag abzuheben. In der Folge lotsten sie die 79-Jährige an einen Parkplatz nahe der A96 im Bereich Holzgünz. Dort übergab die Geschädigte ihr Erspartes an einen unbekannten Mann, der sich als Kriminalpolizist ausgab. Als der Dame die ganze Sache etwas komisch vorkam und sie sich tags darauf bei der richtigen Polizei erkundigte, flog der Betrug auf. Die Kriminalpolizei Memmingen hat die Ermittlungen übernommen.

Weitere Erläuterungen zur Betrugsmasche:

Die äußerst professionellen und sehr sprachgewandten Anrufer stellen sich als Polizeibeamte, oder auch andere behördliche Vertreter vor. Durch geschickte Manipulation und wiederholte, teils über Tage dauernde Kontaktaufnahme gelingt es ihnen, ein starkes Vertrauensverhältnis zu ihren Opfern aufzubauen. Um sich zu legitimieren wird das Opfer teils aufgefordert bei der örtlichen Polizeidienststelle zurückzurufen. Der Täter täuscht dann durch das Einspielen eines Freizeichens vor, dass die Verbindung unterbrochen wurde, obwohl diese noch weiter besteht. Wenn das Opfer nun die Nummer der örtlichen Polizei oder die 110 wählt, wird keine neue Verbindung aufgebaut. Stattdessen täuscht derselbe Täter oder ein Komplize vor, den Anruf als „richtige Polizei“ wieder anzunehmen.
Trennen Sie also die Verbindung durch Auflegen und wenden sie sich an die Notrufnummer 110, wenn möglich von einem anderen Telefon. Lassen Sie sich nicht verbinden!

Die im Telefondisplay der Angerufenen angezeigte Rufnummer kann von den Tätern über eine Software manipuliert werden. Im Falle falscher Polizeibeamter wird teils die Rufnummer der örtlichen Polizeidienststelle oder die örtliche Vorwahl in der Verbindung mit der 110 angezeigt. Die Anzeige einer bekannten Rufnummer ist also kein Grund für falsches Vertrauen.

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