Kempten: Urteil im Schwarzgeld-Prozess gegen Allgäuer Baufirma

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Im sogenannten Schwarzgeld-Prozess gegen zwei Männer einer Allgäuer Baufirma ist nun das Urteil gefallen. Vor dem Landgericht Kempten wurden die beiden Brüder schuldig gesprochen. Das Landgericht Kempten ist das zuständige Gericht in der Region für entsprechende Strafverfahren.

Gericht verhängt Bewährungsstrafen

Nach den vorliegenden Angaben wurde der 39-jährige Hauptangeklagte zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Sein 36-jähriger Bruder erhielt eine Freiheitsstrafe von elf Monaten. In beiden Fällen wurde die Vollstreckung der Strafen zur Bewährung ausgesetzt. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

75 Fälle von veruntreuten Löhnen und 75 Fälle von Betrug

Das Gericht sah es demnach als erwiesen an, dass die beiden Männer in 75 Fällen Gehälter veruntreut haben. Hinzu kommen laut Urteil 75 Fälle des Betrugs. Im Zentrum des Verfahrens stand der Vorwurf, Arbeiter schwarz beschäftigt und dadurch Krankenkassen sowie Sozialkassen massiv geschädigt zu haben.

Schaden von knapp 900.000 Euro

Nach den vorliegenden Informationen soll ein Schaden von knapp 900.000 Euro entstanden sein. Die Angeklagten sollen bereits damit begonnen haben, den entstandenen Schaden zurückzuzahlen. Zusätzlich müssen beide zusammen 7.500 Euro an gemeinnützige Einrichtungen leisten.

Zoll brachte den Fall ins Rollen

Ausgelöst worden war das Verfahren durch Baustellenkontrollen des Zolls. Im Zuge weiterer Ermittlungen und Durchsuchungen von Büroräumen verdichtete sich der Verdacht, dass im Zeitraum von 2017 bis 2022 Arbeiter schwarz beschäftigt worden sein sollen.

Fall aus dem Allgäu mit großer Tragweite

Der Prozess hat in der Region für Aufmerksamkeit gesorgt, weil er exemplarisch zeigt, welche Folgen organisierte Schwarzarbeit für Sozialkassen und den fairen Wettbewerb haben kann. Mit dem Schuldspruch ist das Verfahren nun zwar juristisch in wesentlichen Punkten entschieden, das Urteil dürfte aber zugleich ein deutliches Signal an die Branche senden.

 

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