Neu-Ulm – Göppingen | Coronavirus: Vier der acht Nebensitzer im Kino sind identifiziert

Symbolbild

Gesundheitsamt Neu-Ulm arbeitet intensiv daran zu verhindern, dass sich das Virus weiter ausbreitet

Bislang ist dem Gesundheitsamt (Öffentlicher Gesundheitsdienst; ÖGD) kein Fall bekannt, dass ein Einwohner beziehungsweise eine Einwohnerin aus dem Landkreis Neu-Ulm sich mit dem Coronavirus infiziert hat (Stand: 27.02.2020, 15:30 Uhr). Insbesondere der Fall des 25-Jährigen aus dem Landkreis Göppingen, der am Samstagabend ab 20 Uhr im Dietrich-Kino (Saal 8) in Neu-Ulm den Film „Bad Boys“ angesehen hatte, beschäftigte die Behördenmitarbeiterinnen und -mitarbeiter aber auch am Donnerstag stark.

Inzwischen haben sich mehrere Kinobesucher gemeldet, die bei der besagten Filmvorführung in unmittelbarer Nähe des Mannes aus dem Landkreis Göppingen gesessen waren. Der mit dem neuartigen Virus Infizierte sah den Film von Sitzreihe 2, Platz 13 aus. Als Kontaktpersonen der Kategorie I (höheres Infektionsrisiko) gelten die Personen auf folgenden Sitzplätzen:

Reihe 1: Platz 12, 13 und 14

Reihe 2: Platz 12 und 14

Reihe 3: Platz 12, 13 und 14.

Von diesen acht Personen konnten inzwischen (Stand 27.02.2020, 15:30 Uhr) vier Personen kontaktiert werden. Die zuständigen Gesundheitsämter haben bei diesen Personen eine häusliche Absonderung (Quarantäne zu Hause) angeordnet. Wegen der ärztlichen Schweigepflicht sind keine weiteren Angaben möglich.

Zahlreiche weitere Kinobesucher der genannten Filmvorstellung haben sich bei den Gesundheitsämtern gemeldet. Ihnen wurde mitgeteilt, dass Sie in den nächsten zehn Tagen auf Krankheitssymptome bei sich – wie Fieber, Husten oder Schnupfen -achten sollten. Treten diese auf, müssen sie alle nicht notwendigen Kontakte zu anderen Personen minimieren und telefonisch ihren Hausarzt und das für ihren Wohnort zuständige Gesundheitsamt kontaktieren und auf den Filmbesuch hinweisen.

Auch am heutigen Donnerstag (27.02.2020) hat das Gesundheitsamt Neu-Ulm zudem zahlreiche Anrufe von besorgten Bürgerinnen und Bürgern erhalten. Darüber hinaus haben die Ärztinnen und Ärzte am Gesundheitsamt das Vorgehen mit niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte besprochen. Ein regelmäßiger Austausch findet mit anderen Institutionen wie Gemeinschaftseinrichtungen, Rettungsdienst, Krankenhäusern und Polizei statt.

Allgemein arbeitet der Öffentliche Gesundheitsdienst des Landkreises Neu-Ulm intensiv daran, dass der Virus sich nicht weiter ausbreitet. „Unser Ziel ist es, die Ansteckungsketten zu unterbrechen und rasch zu stoppen“, erklärte ÖGD-Leiter Dr. Martin Küfer.

Hinweise für Reiserückkehrer

Personen, die sich in Risikogebieten (https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogebiete.html) aufgehalten haben oder Kontakt mit einer an dem neuen Coronavirus erkrankten Person hatten, und bis 14 Tage nach der Rückkehr bzw. dem Kontakt grippeartige Krankheitssymptome entwickeln, sollten einen Arzt aufsuchen. Nehmen Sie unter Hinweis auf den Aufenthalt in einem Risikogebiet telefonisch Kontakt zu Ihrem Hausarzt oder dem kassenärztlichen Notdienst auf. Aus Vorsichtsgründen sollten Erkrankte die Kontakte zu Mitmenschen so weit wie möglich einschränken.

Reisende aus Regionen, in denen COVID-19-Fälle vorkommen, die aber keine Risikogebiete sind, gilt: Wenn Sie innerhalb von 14 Tagen nach Rückreise Fieber, Husten oder Atemnot entwickeln, sollten Sie – nach telefonischer Anmeldung und mit Hinweis auf die Reise – einen Arzt aufsuchen. Zudem sollten sie unnötige Kontakte vermeiden, nach Möglichkeit zu Hause bleiben, die Husten- und Niesetikette sowie eine gute Händehygiene beachten.

Husten- und Niesetikette

Wer womöglich selbst ansteckend ist, kann die Allgemeinheit schützen, indem er benutzte Papiertaschentücher sofort und sicher entsorgt. Wer husten oder niesen muss, sollte sich nicht die Hand vors Gesicht halten, sondern die Armbeuge. Halten Sie außerdem beim Husten oder Niesen mindestens einen Meter Abstand von anderen Personen und drehen Sie sich weg. Niesen oder husten Sie am besten in ein Einwegtaschentuch. Verwenden Sie dies nur einmal und entsorgen es anschließend in einem Mülleimer mit Deckel. Ist kein Taschentuch griffbereit, sollten Sie sich beim Husten und Niesen die Armbeuge vor Mund und Nase halten und sich von anderen Personen abwenden. Und immer gilt: Nach dem Naseputzen, Niesen oder Husten gründlich die Hände waschen!