Netzwerktreffen im Familiencafé Memmingen

Jugendamtsleiter Jörg Haldenmayr und Diplom-Sozialpädagogin Ursula Karst begrüßen die Teilnehmer des Netzwerktreffens - Foto: Pressestelle Stadt Memmingen

Jugendamtsleiter Jörg Haldenmayr und Diplom-Sozialpädagogin Ursula Karst begrüßen die Teilnehmer des Netzwerktreffens – Foto: Pressestelle Stadt Memmingen

Familienpaten unterstützen Eltern in Überforderungssituationen. Rund um dieses Thema lud die „KoKi – Frühe Hilfen“ zu Begegnung und Austausch ins Familiencafé Memmingen ein. Bereits nach der kurzen Dauer des gemeinsam mit dem Kinderschutzbund getragenen Modellprojekts zeichnet sich ab, dass die Familienpaten eine sinnvolle Ergänzung der vorhandenen Hilfsangebote sind.

Das neue Angebot der Familienpaten, betreut durch den Kinderschutzbund, war Thema des Treffens im Familiencafé. Bei diesem Konzept gehen besonders geschulte ehrenamtliche Helfer in Familien mit mindestens einem Kind unter drei Jahren, die kurzzeitig Unterstützung in Belastungssituationen benötigen. Das Angebot ist nicht nur auf Kinderbetreuung ausgerichtet, sondern beinhaltet je nach Situation auch die Hilfe bei Behördengängen, Alltagsfragen oder die Etablierung familiärer oder nachbarschaftlicher Netzwerke. Bei seiner Begrüßung erläuterte Jugendamtsleiter Jörg Haldenmayr in kurzen Zügen die Entstehungsgeschichte und die Zielrichtung des Projekts. Ein wichtiger Hinweis war auch mit dabei: „Durch die Kooperation der „KoKi – Frühe Hilfen“ mit dem Kinderschutzbund und dessen Familienpaten“, so Haldenmayr, „sollen frühzeitig Belastungssituationen aufgefangen werden, um das Entstehen von größeren Probleme und letztendlich langfristige Hilfsbedürftigkeit zu vermeiden.“

Im Anschluss berichtete Diplomsozialpädagogin Birgit Aigster vom Kinderschutzbund über den Stand des Modellprojekts und stellte Konzept, Arbeitsweise und konkrete Erfahrungen vor. Der bisherige Verlauf sei ermutigend, so Aigster: es seien schon einige Familienpaten in Familien vermittelt worden, die vor Ort sehr gute Unterstützung leisten konnten. Auch die vorgeschaltete Qualifizierungsschulung komme gut an, die Inhalte seien an den Bedarf gut angepasst.

Dabei kennen die Familienpaten ihre Grenzen sehr gut. Bei der von Ursula Karst moderierten Diskussion berichteten die zwei anwesenden Paten von ihren Erfahrungen. Sie erzählten von ersten Erfolgserlebnissen und von den Grenzen an die sie stießen. Auch Ursula Karst und Norbert Moritz von KoKi – Frühe Hilfen verdeutlichten den Netzwerkpartnern, dass es sich um ehrenamtliche Helfer handele. Umso wichtiger seien ein früher Zeitpunkt der Hilfe und die Auswahl der zu unterstützenden Familien. Die niederschwellige Hilfe wird über KoKi in Absprache mit dem Kinderschutzbund eingeleitet, der dann mit den jeweiligen Paten die Familien nach ihrem jeweiligen Bedarf unterstützt und begleitet. In Memmingen sind momentan fünf Paten im Einsatz, drei weitere sollen in den nächsten Monaten folgen.

Anzeige