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Sonntag. 25. Oktober 2020 / 43

Musik-Urheberrecht in Zeiten des Internets

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“Die Musik drückt das aus, was nicht gesagt werden kann und worüber zu schweigen unmöglich ist.” – Victor Hugo

Musik ist einer der wichtigsten Bestandteile unserer Kultur. Sie begleitet den Mensch seit den Anfängen unserer Spezies und kann zu verschiedenen Zwecken verwendet werden. Musik kann eine bereits bestehende Stimmung unterstreichen, bspw. bei Hochzeiten oder Sportevents, oder dazu beitragen, Zuhörer in eine neue Emotionslage zu versetzen. Dank dem Internet gibt es ein nicht-endendes Meer an Musik, die man jeden Tag erforschen kann. Ein neues Stück lässt sich mit wenigen Klicks und in einigen Sekunden in alle Winkel der Welt verschicken. Der Wert guter Musik ist auch Unternehmen bekannt. Ein beliebtes Stück kann Millionen Menschen auf einmal erreichen und begeistern. Gelingt ein solcher Hit, ist der finanzielle Gewinn enorm. Doch wie steht es um den rechtlichen Schutz der Stücke von Komponisten und Künstlern in Zeiten des Internets?

Wann ist ein Musikstück urheberrechtlich geschützt?

Wie alle Kunstwerke sind auch Musikstücke urheberrechtlich geschützt. Das bedeutet, dass man nicht ohne weiteres den Song eines anderen verwenden darf. Das gilt, wenn man sich mit dem Einsatz des Stücks einen finanziellen Gewinn verspricht oder wenn man den Song weiter im Internet verbreitet. Will man das Werk eines Komponisten nutzen, muss man vorher die Erlaubnis des Urhebers erhalten.

Das Urheberrecht wird gültig, sobald ein Stück niedergeschrieben, aufgenommen oder veröffentlicht wurde. Das gilt auch dann, wenn der Musiker sein Werk auf einer fremden Webseite – z.B. bei YouTube – hochlädt. In dem Moment, in dem er einen Nachweis darüber hat, dass das Stück von ihm stammt, ist es automatisch urheberrechtlich geschützt. Dieser Schutz ist noch nach dem Tod des Künstlers gültig. Erst 70 Jahre nach dem Ableben des Musikers gilt sein Werk als gemeinfrei und kann von jedem genutzt und beliebig verbreitet werden.

 

Der Einsatz von Musik im Internet

Im Internet ist man – mehr noch als in sonstigen alltäglichen Situationen – von Musik umgeben. Videos werden mit Musik eingeleitet, untermalt und kommentiert. Werbungen, Spiele und Webseiten zielen mit Musik darauf ab, den Zuhörer in gezielt in eine spezielle Stimmung zu versetzen. Verstößt ein Unternehmen gegen das Musik-Urheberrecht, wird dessen Produkt gesperrt oder zensiert. Das passiert auch dann, wenn ein fremder Song unwissentlich verwendet wird. Vor allem in Videos kann es passieren, dass ein Song im Hintergrund läuft, ohne bemerkt zu werden. Passiert das in Videos auf YouTube, blockiert die Website die Tonspur des Videos.

Deshalb sollte man sich, wenn man ein Video drehen und im Internet veröffentlichen will, vorab versichern, dass man das Urheberrecht nicht verletzt. Da es umständlich und mit Kosten verbunden ist, die Lizenz für fremde Musik zu erhalten, finden sogenannte “No Copyright Songs” immer mehr Anklang im Internet. Diese Stücke werden komponiert, aufgenommen und im Internet mit dem Hinweis veröffentlicht, dass der Urheber auf seine urheberrechtlichen Ansprüche verzichtet. Vor allem für Musiker, die sich eine Fanbase aufbauen wollen und sich wünschen, dass ihre Werke im Internet vermehrt verbreitet werden, publizieren ihre Werke auf diese Art online.

Musik als Unternehmensstrategie

Unternehmen, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügen, nutzen gerne bekannte und beliebte Songs als Teil ihrer Marketingstrategie und Produkte. Wenn wir Musik hören, die wir kennen und die uns gefällt, versetzt uns Menschen das schnell in eine Stimmung des Vertrauens und des Wohlgefühls. Wir neigen dann mehr dazu, länger auf einer Webseite zu verweilen und verbringen somit mehr Zeit mit den Angeboten von Unternehmen. Diese Vorgehensweise ist keine Neuerfindung in Zeiten des Internets. Supermärkte und andere Geschäfte haben schon vor Jahrzehnten erkannt, dass bestimmte Musikstücke dazu führen, dass Kunden sich mehr Zeit beim Einkaufen lassen, was wiederum die Chance erhöht, dass sie noch mehr Geld ausgeben.

Online Casinos machen sich die Wirkung von Musik auf besondere Weise zunutze. Mit bestimmten Musikstücken wird der Spielspaß unterstrichen und der Spieler zum weiterspielen animiert. So werden Slots mit bekannten Songs ausgestattet, die vor allem bei Menschen der eigenen Zielgruppe Anklang finden. Teilweise wird sogar das ganze Design des virtuellen Spielautomaten einem beliebten Musiker oder einer berühmten Band gewidmet. NetEnt, einer der größten Spieleentwickler im Casino Bereich, erwarb vor ein paar Jahre die Rechte zur Nutzung und Präsentation von weltweit beliebten Musikern und entwickelte anschließend eine ganze Reihe von Online-Automaten mit Rockmusik als Thema.

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