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Freitag. 18. September 2020 / 38

Müssen Gewinne versteuert werden?

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Etwas zu gewinnen, ist für die meisten eine ganz besondere Freude. Egal, ob es sich um den kleinen Gewinn am Blackjack-Tisch oder um den großen Jackpot im Online Casino handelt, schnell stellt sich die Frage: Muss ich davon etwas hergeben? Die steuerlichen Bestimmungen lassen sich für Gewinne nämlich nicht ganz klar mit einem Ja oder Nein beantworten, stattdessen muss die Art des Gewinnes genau bestimmt werden. Hilfe bei Unsicherheiten bieten Steuerberater, die jeden Fall genau deklarieren können. Aber oftmals kann man sich die Frage auch selbst beantworten, wenn man einige Faktoren beachtet. Was dabei zu bedenken ist, erklären wir in diesem Artikel!

Quelle: Pixabay

Der Zufall ist entscheidend

Wer bei dieser Überschrift denkt, dass die Regierung per Zufall wählt, wer seinen Gewinn versteuern muss und wer nicht, der irrt sich natürlich. Stattdessen kommt es viel mehr darauf an, ob man ein Spiel per Zufall gewonnen hat oder ob eine strategische Leistung dahintersteckt. Aber was bedeutet Zufall denn wirklich? Aus physikalischer Sicht gibt es vier verschiedene Arten des Zufalls. Der einzige objektive Zufall ist dabei jener, bei dem weder der Zeitpunkt noch der Grund für ein Ereignis festgestellt werden kann. Das trifft z. B. auf den Zerfall radioaktiver Teilchen zu, die sich scheinbar willkürlich spalten. In der Quantenphysik spricht man also von einem echten Zufall, wie das Magazin Welt berichtet. Eine andere Form des Zufalls ist eine Situation, in der die Ursache zwar vorhanden, aber nicht erkennbar ist. Selbst wenn man die Einflussfaktoren kennt, diese aber nicht berechenbar sind, gilt etwas als Zufall. Die vierte Form des Zufalls ist eine, bei der ein kausaler Zusammenhang zu fehlen scheint – oder einfach nicht bekannt ist. Obwohl die Wissenschaft nur den objektiven Zufall als „echten“ Zufall sieht, ist das beim Glücksspiel anders. Wer z. B. Roulette spielt, kennt die Einflussfaktoren des Spiels in der Theorie, kann diese jedoch nicht berechnen. Je nachdem wie der Ball in den Kessel fällt, prallt er ab, wird durch die Reibung, die Drehgeschwindigkeit und mehr beeinflusst. Damit ist Roulette auf jeden Fall ein Spiel des Zufalls und die Gewinne im Spiel müssen nicht versteuert werden. Die Regelung lautet nämlich: Nur jene Gewinne müssen versteuert werden, die im Zuge einer professionellen Tätigkeit erspielt werden – z. B. von professionellen Pokerspielern.

Hier wird niemals versteuert

Einige Spiele fallen dank dieser Regulierung immer in die Kategorie, die nicht versteuert werden muss. Dazu zählt natürlich Lottospielen, denn hier haben Spieler keinen Einfluss auf das Ergebnis. Aber auch wenn man sich an einen Slot setzt, fallen keine Steuern an. Das freut vor allem jene, die einen Jackpot knacken. In Bayern wartet der Bayern Jackpot in zahlreichen Spielbanken, dessen Gesamtsumme aus mehreren Casinos zusammengetragen wird. Wer hier gewinnt, kann also mit einem sechs- oder sogar siebenstelligen Betrag nach Hause gehen. Aber auch online warten zahlreiche Jackpots, die oft über hohe Summen verfügen. Sogenannte progressive oder „locally-pooled“ Jackpots wird durch das Spielen am Slot immer höher. Jedes Mal, wenn ein Spieler das Online Casino besucht und eine Runde in diesem Spiel startet, wird ein Prozentsatz von seiner Einzahlung in den Preispool gesteckt, der oft relativ rasant wächst. Die progressiven Jackpots findet man am häufigsten in Online Spielbanken wie dem Wildz Casino. Die Wildz Jackpots steigen also mit jeder Runde in diesem Casino, teilen sich die Summe aber nicht mit anderen Anbietern. Noch höher sind die „network-pooled“ Jackpots, deren Preissumme aus verschiedenen Online Casinos zusammengetragen wird. Dabei können sogar mehrere Millionen auf einmal gewonnen werden. Versteuern muss man jedoch trotzdem nicht, schließlich hat der Zufall entschieden. Auch Roulette fällt immer in die Kategorie des Zufalls, genauso wie Rubbellose, Ziehungen an Glücksrädern, Bingo und Co. Die einfache Gemeinsamkeit ist immer: Der Zufall hat entschieden.

Quelle: Pixabay

Wenn Fähigkeiten gefragt sind

Einige Spiele haben zwar eine Zufallskomponente, werden aber trotzdem durch Können und Übung entschieden. Dazu zählt vor allem Poker, aber auch Spiele wie Blackjack und Baccarat können in diese Kategorie fallen. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Gewinne dieser Spiele automatisch eine Versteuerung erfordern. Wichtig ist dabei nämlich die Tätigkeit des Spielers und wie viel Zeit er mit Glücksspielen verbringt. Nimmt jemand regelmäßig an Turnieren teil und verdient mit dem Spielen von Poker seinen Unterhalt, so zählt dies als professionelle Tätigkeit und es werden Steuern erfordert. Ist das Spiel nur ein liebgewonnenes Hobby, das man gelegentlich ausübt, so ist es auch kein Problem, wenn man ein geübter Spieler ist. Es kommt dabei meist zu keiner Versteuerung. Bei den Spielen Blackjack und Baccarat kommt es fast nie zu einer Steuerpflicht, denn die beiden Spiele haben einen deutlich höheren Zufallsanteil. Das bedeutet, dass Spieler wesentlich weniger Einfluss auf den Spielverlauf haben und daher selbst mit einer guten Strategie kaum auf professioneller Ebene spielen können. Von Poker hingegen können einige Profis tatsächlich sehr gut verdienen. Die Grenzen sind hier eher schwammig, weshalb es sich für viele lohnt, sich von einem Steuerberater helfen zu lassen. Man möchte schließlich lästige Nachzahlungen vermeiden und sich ganz über seinen Gewinn freuen können. In Memmingen bietet die Kanzlei Haug & Haug eine umfassende Betreuung an und hilft bei sämtlichen Fragen. Auch die Beratung bei Ecovis Memmingen hilft dabei, alle ungeklärten Anliegen zu lösen. Viele Spieler benötigen keine dauerhafte, kostspielige Begleitung für Steuerfragen, sondern kann ihre Lage mit einer Sitzung abklären. Danach kann sorgenfrei weiterhin gewonnen werden.

Ob eine Steuerlast anfällt oder nicht, hängt ganz von der Situation beim Spielen ab. Spiele, die nur nach dem Zufallsprinzip ablaufen, sind von den Steuern immer ausgenommen. Wer also Lotto spielt, einen Jackpot knackt oder den Ball im Roulette-Kessel rollen lässt, darf dabei sicher sein, dass der gesamte Gewinn mit nach Hause genommen werden kann. Auch bei Spiele wie Blackjack und Baccarat, die eine gewisse Strategie benötigen, fallen in den meisten Fällen keine Abgaben an. Anders ist dies jedoch bei Poker, denn das Spiel basiert sehr stark auf den Fähigkeiten des Spielers und kann daher auch professionell ausgeübt werden. Nur wer wirklich regelmäßig an Turnieren teilnimmt und mit dem Spielen seinen Lebensunterhalt ganz oder zum Teil bestreitet, muss sich über Steuern informieren. Dazu stehen zahlreiche Steuerberater in der Region bereit, die dabei helfen können, die richtige Lösung für die eigene Situation zu finden. 

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