Memminger Indians gelingt mit toller Moral der heißersehnte Derbysieg in Lindau – Hochspannung vor dem Meisterrundenfinale

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Foto: Fuchs

08.02.2015 – Die Memminger Indians können doch noch Derby! Zwei Tage nach der 0:1-Hinspielniederlage gegen den EV Lindau gewann der ECDC das zweite Duell am Bodensee verdient mit 4:2. Ein Sieg, der für das Punktekonto und die Moral Gold wert ist. Die Tore für die Indians erzielten Miettinen (2), Baker und Schirrmacher. Vor den beiden letzten Meisterrundenspielen gegen Miesbach ist damit noch alles drin.

Von wegen Derby-Komplex! Nach der knappen 0:1-Niederlage vom Freitagabend am Hühnerberg gegen die Islanders fühlten sich viele Memminger Eishockeyfans schon an die unsägliche Niederlagenserie im Nachbarschaftsduell gegen Sonthofen erinnert. Auch gegen die Insulaner gab es für den ECDC seit über zwei Jahren nichts mehr zu holen. Doch dann raffte sich die Mannschaft auf und bot mit toller Moral am Bodensee ein Spiel, das die rund 150 mitgereisten Fans jubeln ließ. Dabei gehörte die Anfangsphase in der Lindauer Eisarena noch dem Heimteam, das sich eine Reihe guter Chancen erspielte. Doch Martin Niemz im Indians-Tor hielt erneut bärenstark und bewahrte die Rot-Weißen vor einem Rückstand. Und die kamen in der Folge besser ins Spiel und bewiesen sogleich, dass von ihnen heute mehr Gefahr ausgehen sollte, als noch im Hinspiel zwei Tage zuvor. Antti Miettinen ließ nach knapp zehn Minuten seine Vollstrecker-Qualitäten zum ersten Mal aufblitzen, als er Lindaus Torhüter Mayer mit einem Alleingang überwinden konnte. Und gleich im nächsten Angriff konnten die zahlreichen Memminger Fans erneut jubeln – wenn auch nur kurz. Wieder war die Scheibe im Tor, das Schiedsrichtergespann verweigerte dem Treffer allerdings die Anerkennung, was auf Gästeseite für großen Protest sorgte. Lindau jedoch ließ sich davon nicht beeindrucken und erzielte im direkten Gegenzug den 1:1-Ausgleich. Gerade als sich viele schon mit dem Unentschieden zur Pause abgefunden hatten, kamen die Indians zu einer Überzahlsituation, die sie gnadenlos ausnutzten. Miettinen passte zum starken Baker vors Tor, welcher die Scheibe aus kurzer Distanz am Torhüter vorbeibugsierte und für die erneute Führung sorgte, mit der es kurze Zeit später in die Kabine ging.

Im zweiten Drittel wurden dann die Zweikämpfe noch intensiver geführt, was auch für mehrere Hinausstellungen gegen beide Teams sorgte. Kurz nachdem die Gastgeber den ECDC in Überzahl im eigenen Drittel einschnürten, folgte der nicht unverdiente Ausgleich durch die Lindauer Paradereihe. Mlynek konnte eine Vorlage von Cech und Sekera verwerten und sorgte für Zufriedenheit unter den Lindauer Anhängern in der mit 960 Zuschauern nicht ganz ausverkauften Arena. Doch wer nun dachte, dass die Islanders gänzlich die Oberhand gewonnen hatten, täuschte sich gewaltig. Lindau leistete sich, in Person von Sekera, eine Strafzeit, welche die Indians sofort nutzen konnten. Sven Schirrmacher zog von der blauen Linie ab und der Puck fand seinen Weg ins Netz. Damit nicht genug, die Indians spielten weiter nach vorne und brachten den Puck wiederholt gefährlich vor das Lindauer Tor. Dem „Spieler des Abends“ Antti-Jussi Miettinen war es dann vorbehalten, in der 35. Minute die Führung noch einmal zu erhöhen und das vierte Memminger Tor des Abends zu erzielen, an denen allen er direkt beteiligt war.

Mit diesem Spielstand ging es dann auch in die letzten 20 Minuten des Derbyabends. Kein Team konnte mehr einen Treffer erzielen, obwohl Lindau gewaltig auf den Anschluss drückte. Doch ein souveräner Martin Niemz rettete seine Mannschaft wiederholt mit starken Paraden und sicherte den dringen benötigten Sieg für die Memminger. Selbst, als Lindau lange Zeit mit sechs Feldspielern und ohne Torwart agierte, ließ die Defensivabteilung der Indianer nichts anbrennen und sorgte damit für den ersten Derbyerfolg gegen den EVL seit zwei Jahren. Somit haben die Indians vor dem letzten Wochenende wieder alle Möglichkeiten, sich das begehrte Heimrecht in den Play-offs zu sichern. Gegner Miesbach liegt mit nur einem Punkt Vorsprung vor den Memmingern, die anderen Konkurrenten aus Höchstadt und Lindau sind ebenfalls in Schlagdistanz und treffen am nächsten Wochenende im direkten Duell aufeinander. Lediglich Waldkraiburg ist bereits als Erster der Meisterrundengruppe außer Reichweite. Die Indians müssen nun am kommenden Freitag zum schweren Auswärtsspiel nach Miesbach reisen, ehe der TEV am Sonntag um 18 Uhr seine Visitenkarte am Hühnerberg abgibt. Nach dieser Partie wird auch der erste Play-off Gegner der Memminger in der folgenden Viertelfinalserie feststehen.

EV Lindau – ECDC Memmingen 2:4 (1:2/ 1:2/ 0:0)
Tore: 0:1 (09:15) Miettinen (Krafczyk); 1:1 (09:51) Sekula (Sekera, Cech); 1:2 Baker (19:25) (Miettinen, Jainz; 5-4); 2:2 (29:34) Mlynek (Cech, Sekera); 2:3 (31:31) Schirrmacher (Miettinen, Pertl; 5-4); 2:4 (34:59) Miettinen (Stotz, Krafczyk)

Strafminuten: EV Lindau 14- ECDC Memmingen 6
Schiedrichter: Thomas Bruckmann
Zuschauer: 960

EV Lindau: Mayer (Kirst) – Haug, Leiprecht, Olesko, Prell, Seifert, Sekula, Fuchs, Schäfler – Paul, Mahren, Cech, Katjuschenko, Feilmeier, Grützmann, Pfeiffer, Wellenberger, Sekera, Mikesz, Krohnfoth, Mlynek.

ECDC Memmingen: Niemz (Becker) – Stotz, Tenschert, Schirrmacher, Feldmeier, Jainz (C), Piotrowski – Pertl, Aschenbrenner, Baker, Scheitle, Arnold, Pfalzer, Rott, Miettinen, Zimmermann, Krafczyk, Kozlovsky, Vanek.