Mit viel Spaß, Spiel und Naturwissen sind Grundschulkinder im Stadtweiherwald unterwegs: Die städtische Forstverwaltung und das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach-Mindelheim bieten neue Walderlebnistage für Grundschulen an. Das Angebot richtet sich an alle dritten Klassen in Memmingen. Ziel ist es, Kindern den Lebensraum Wald näherzubringen und ihnen den Wald als schützenswerten und kostbaren Naturraum erlebbar zu machen.
Wichtel-Geschichte führt durch den Stadtweiherwald
Für die Klasse 3a der Edith-Stein-Schule stand bereits ein solcher Walderlebnistag auf dem Stundenplan. Gemeinsam mit Revierleiterin Carola Prinz ging es auf Tour durch den Stadtweiherwald. Carola Prinz arbeitet beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Krumbach-Mindelheim und ist für das Forstrevier Memmingen zuständig. Gleich zu Beginn wurde es märchenhaft: Im Stadtweiherwald gibt es Wichtel. Schließlich sei der Stadtweiherwald ein richtig alter Wald, in dem sich mystische Wesen wohlfühlen, erklärte die Revierleiterin den rund 25 Kindern. Mit Hilfe einer Geschichte rund um die Wichtel als geheimnisvolle Waldbewohner tauchen die Kinder spielerisch in die Welt des Waldes ein.
Fühlen, Tasten und Entdecken
An der ersten Station hieß es für die Kinder: Fühlen und Tasten. In vorbereiteten Fühlboxen durften sie verschiedene Waldgegenstände ertasten. „In den Boxen ist nichts, was lebt und beißt“, versprach die Försterin. Trotzdem schoben manche Kinder ihre Hände zunächst etwas zögerlich in die Boxen. Darin versteckt waren unter anderem Moos, Blätter, Zapfen und sogar ein kleines Reh-Geweih. Dieses durften die Kinder anschließend genauer untersuchen. Für richtig erfühlte Waldgegenstände gab es kleine Kristall-Steinchen für die Wichtel.
Forstverwaltung und AELF entwickeln Konzept gemeinsam
Das Konzept für den Walderlebnistag haben Revierleiterin Carola Prinz und Stefan Honold, Leiter der Forstverwaltung der Stadt Memmingen, gemeinsam erarbeitet. „Wir möchten Kindern den Lebensraum Wald näherbringen. Der Walderlebnistag soll ihnen Spaß machen und sie sollen den Wald als einen schützenswerten und kostbaren Naturraum erfahren“, erklärt Stefan Honold. Gerade für Drittklässler passt das Angebot gut zum Unterricht. In der dritten Klasse ist der Wald Thema im Heimat- und Sachunterricht. Klassenlehrerin Eugenia Depprich freut sich über die Ergänzung zum Unterricht: Die Kinder kämen bald zu den Waldtieren, daher unterstütze der Walderlebnistag den Unterricht sehr gut.
Pirschpfad mit Waldtieren
Auf dem Weg zur nächsten Erlebnisstation erzählte eine Schülerin von ihrem Opa, der viel über den Wald weiß und mit dem sie oft in den Wäldern rund um Memmingen unterwegs ist. Für andere Kinder sind drei Stunden im Wald dagegen eine eher seltene Erfahrung. Die Gruppe verließ schließlich den Waldweg und bog auf einen Pirschpfad ein, der durch das Unterholz führte. Dort gab es Silhouetten von Waldtieren zu entdecken. Zu sehen waren unter anderem Dachs, Wildschwein, Specht, Eichhörnchen und Reh. Für jedes entdeckte Tier gab es erneut einen Wichtel-Kristall.

Spielerisch Wissen über Wald, Tiere und Bäume sammeln
Während des Walderlebnistags entdecken die Kinder den Wald spielerisch und lernen dabei viel über Wildkräuter, Tiere, Sträucher und Bäume. An einer weiteren Station arbeiteten die Drittklässler jeweils zu zweit zusammen. Ein Kind bekam die Augen verbunden, das andere führte es zu einem Baum. Dort durfte die Rinde in Ruhe abgetastet und erfühlt werden. Dabei merkten die Kinder schnell, dass sich jede Baumrinde anders anfühlt. Während die Birke papierartig abblättert, besitzt die Eiche eine tief gefurchte Rinde. Nach insgesamt neun Spielstationen hatten die Schulkinder den Stadtweiherwald mit viel Spaß kennengelernt und jede Menge Wissen über den Wald gesammelt.
Diese Fragen können die Kinder nach dem Walderlebnistag beantworten
Nach dem Walderlebnistag wissen die Kinder unter anderem, was ein Reh frisst, wo Eichhörnchen wohnen und wie das Kind vom Reh heißt. Sie lernen, dass Rehe Knospen und Früchte fressen, Eichhörnchen in einem Kobel leben und das Jungtier des Rehs Kitz genannt wird. Auch Fragen zu heimischen Vögeln, zum Geweih des Hirsches, zur Nahrung von Waldkauz und Fledermaus sowie zu Tieren, die nachts jagen, können die Kinder nach dem Walderlebnistag beantworten. So verbindet das neue Angebot Naturerlebnis, Bewegung und Wissen auf anschauliche Weise. Der Stadtweiherwald wird für die Kinder dabei nicht nur zum Lernort, sondern auch zu einem spannenden Erlebnisraum.








