Start Memmingen Margareta Böckh wird erste Ehrenbürgerin der Stadt Memmingen

Margareta Böckh wird erste Ehrenbürgerin der Stadt Memmingen

Ehrungen für herausragendes Engagement (v.l.): Ehrenringträger Dr. Hans-Martin Steiger mit Ehefrau Ursula, Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Ehrenbürgerin Margareta Böckh mit Ehemann Josef. - Foto: Stadt Memmingen

Die langjährige Stadträtin und Zweite Bürgermeisterin Margareta Böckh ist als erste Frau zur Ehrenbürgerin der Stadt Memmingen ernannt worden. Die höchste Auszeichnung der Stadt wurde ihr in der feierlichen letzten Sitzung des Stadtrats der Wahlperiode 2020 bis 2026 verliehen. Gleichzeitig wurde Dritter Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger mit dem Ehrenring der Stadt ausgezeichnet. Zudem verabschiedete Memmingen insgesamt 15 Stadträtinnen und Stadträte aus dem Gremium.

Sie sind mit der Ehrenbürgerwürde ausgezeichnet (v.l.): Ehrenbürger Herbert Müller, OB Jan Rothenbacher, Ehrenbürgerin Margareta Böckh, Ehrenbürger Josef Miller und Ehrenbürger Dr. Ivo Holzinger. – Foto: Stadt Memmingen

Erste Frau mit Memmingens höchster Auszeichnung

Die Ehrenbürgerwürde ist die höchste Ehrung, die die Stadt Memmingen verleiht. Der Stadtrat hatte am 27. April einstimmig beschlossen, Margareta Böckh mit dieser Auszeichnung zu ehren.

Oberbürgermeister Jan Rothenbacher würdigte Böckh für ihr jahrzehntelanges kommunalpolitisches und gesellschaftliches Engagement. Über 30 Jahre lang habe sie sich im Stadtrat eingebracht, davon 15 Jahre und fünf Monate als Zweite Bürgermeisterin. Bei den Stadtratswahlen 2014 und 2020 erhielt sie jeweils die meisten Stimmen aller Kandidatinnen und Kandidaten. Im März 2026 verzichtete sie auf eine erneute Kandidatur.

Drei Jahrzehnte Einsatz für die Stadt

Rothenbacher hob hervor, dass Margareta Böckh über viele Jahre Fachwissen, Erfahrung und politischen Gestaltungswillen in die Arbeit des Stadtrats eingebracht habe. Sie habe sich konsequent für ihre Überzeugungen eingesetzt und gleichzeitig stets eine faire, demokratische Debatte gepflegt.

Als Beispiele für ihr Engagement nannte die Stadt unter anderem den Babyempfang, den sie initiiert habe, rund 150 Gratulationsbesuche pro Jahr bei Seniorinnen und Senioren sowie ihren Einsatz bei Projekten wie der Sanierung des Alten Amendinger Rathauses.

Darüber hinaus war Böckh über 20 Jahre Vorsitzende des Kinderschutzbundes Memmingen-Unterallgäu, engagiert sich bis heute in der Pfarrei St. Ulrich, übernahm zahlreiche Ämter in der CSU, gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Mundartbühne Amendingen und war viele Jahre als Lehrerin und Schulleiterin tätig.

„Stellvertretend für viele engagierte Frauen“

In ihrer Dankesrede betonte Margareta Böckh, dass sie sich nicht nur persönlich geehrt fühle, sondern die Auszeichnung auch stellvertretend für viele engagierte Frauen sehe. Es sei ein starkes Zeichen, dass Memmingen nach 160 Jahren erstmals eine Frau mit der Ehrenbürgerwürde auszeichne.

Zugleich machte sie deutlich, dass politischer Erfolg nie das Werk einer Einzelnen sei. Die Ehrung erfülle sie deshalb mit großer Dankbarkeit.

Ehrenring für Dr. Hans-Martin Steiger

Eine weitere bedeutende Auszeichnung erhielt Dr. Hans-Martin Steiger. Er wurde mit dem Ehrenring der Stadt Memmingen geehrt. Steiger war erstmals 1990 in den Stadtrat gewählt worden und gehörte dem Gremium damit 36 Jahre an, davon neun Jahre als Dritter Bürgermeister.

Oberbürgermeister Rothenbacher würdigte Steiger als engagierten Kommunalpolitiker mit klarer demokratischer Haltung. Besonders hob er hervor, dass sich Steiger stets deutlich gegen demokratiefeindliche Positionen gestellt habe.

Auch sein langjähriger Einsatz für Natur- und Umweltschutz wurde hervorgehoben. So sei es unter anderem gelungen, das Benninger Ried zu erhalten und eine Renaturierung der Iller voranzubringen.

Natur- und Demokratieschutz als Antrieb

In seiner Dankesrede erklärte Steiger, dass ihn vor allem die Bedrohung des Benninger Rieds und der Iller in den 1980er Jahren dazu gebracht habe, in die Kommunalpolitik zu gehen. Er habe dorthin gewollt, wo Entscheidungen getroffen werden.

Der langjährige Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Memmingen und erfahrene Imker wünschte dem künftigen Stadtrat die „Schwarmintelligenz der Bienen“: Vielfalt, Zusammenarbeit und gemeinschaftliche Lösungsfindung.

Einige Stadträtinnen und Stadträte scheiden aus dem Gremium aus (v.l. vorne): Evelyn Villing, Oberbürgermeister Jan Rothenbacher, Verena Gotzes, Ehrenringträger Dr. Hans-Martin Steiger, Ehrenbürgerin Margareta Böckh, Heidi Weinert, Prof. Dr. Josef Schwarz; (v.l. hinten): Heike Eßmann, Sebastian Baumann, Fritz Tröger, Wolfgang Zettler, Helmuth Barth, Michael Rampp, Fabian Nieder und Natalie Riedmiller. Im Bild fehlt Heribert Guschewski. – Foto: Stadt Memmingen

15 Stadträte verabschiedet

Neben Böckh und Steiger wurden 13 weitere Stadträtinnen und Stadträte aus dem Gremium verabschiedet. In den vergangenen sechs Jahren tagte der Stadtrat laut Stadt 85 Mal im Plenum, hinzu kamen 354 Ausschusssitzungen. Insgesamt befassten sich die Stadtratsmitglieder mit 3.184 Themen.

Oberbürgermeister Rothenbacher dankte allen ausscheidenden Mitgliedern für ihren Einsatz, ihre Zeit und die Verantwortung, die sie übernommen haben.

Überblick über die geehrten Persönlichkeiten

Mit Margareta Böckh zählt Memmingen nun vier Ehrenbürgerinnen und Ehrenbürger. Der Ehrenring wurde mit der Auszeichnung von Dr. Hans-Martin Steiger ebenfalls um einen weiteren Namen ergänzt.

Die Ehrungen markieren zugleich einen besonderen Abschluss der Wahlperiode 2020 bis 2026 und setzen ein starkes Zeichen für langjähriges kommunalpolitisches Engagement in Memmingen.