Trotz des allgemeinen Geburtenrückgangs bleibt die Zahl der Entbindungen am Klinikum Memmingen auf einem konstant hohen Niveau. Nach Angaben des Krankenhauses wurden dort im Jahr 2024 rund 2.000 Geburten und im Jahr 2025 mehr als 2.100 Entbindungen verzeichnet. Das Klinikum führt diese Entwicklung sowohl auf Veränderungen in der regionalen Kliniklandschaft als auch auf die bewusste Entscheidung vieler werdender Eltern für den Standort Memmingen zurück.
Eine Rolle spielen dabei auch die Schließungen umliegender Geburtskliniken wie Illertissen oder Krumbach. Gleichzeitig setzen viele Schwangere laut Klinikum gezielt auf Häuser mit hoher medizinischer Versorgungsstufe. Das Klinikum Memmingen ist ein Perinatalzentrum Level 1 und bietet damit nach eigenen Angaben maximale Sicherheit für Mutter und Kind.
Dr. Maximilian Hütter, leitender Oberarzt der Frauenklinik sowie Leiter der Sektion Geburtshilfe und Perinatalmedizin, sieht in dem gestiegenen Sicherheitsbedürfnis vieler Eltern einen wesentlichen Grund für die stabil hohen Zahlen. Selbst bei unauffälligen Schwangerschaften würden sich Frauen zunehmend für spezialisierte Zentren entscheiden, in denen erfahrene Ärzte und technische Ausstattung jederzeit verfügbar seien.
Neben der medizinischen Sicherheit legt das Klinikum nach eigenen Angaben großen Wert auf eine persönliche und möglichst stressfreie Geburtserfahrung. Die leitende Hebamme Stephanie Frick betont, dass die individuellen Wünsche der werdenden Mütter berücksichtigt werden sollen. Ziel sei es, die Geburt in einer angstfreien und ruhigen Atmosphäre zu ermöglichen. Auch die jeweilige Begleitperson werde bewusst in diesen Prozess eingebunden.
Ein besonderes Anliegen des Kreißsaalteams ist die natürliche Geburt. Nach Angaben des Klinikums liegt die Kaiserschnittrate in Memmingen seit Jahren bei rund 26 Prozent und damit deutlich unter dem bayerischen und bundesweiten Durchschnitt von jeweils über 30 Prozent. Gleichzeitig gelte aber immer: Die Sicherheit von Mutter und Kind habe oberste Priorität.
Gut angenommen wird auch die sogenannte präpartale Sprechstunde. In dieser vorgeburtlichen Ambulanz können sich werdende Eltern mit Fragen und Anliegen an das Team wenden. Nach Angaben von Dr. Hütter werden dort inzwischen bis zu 50 Schwangere pro Woche betreut. Das Angebot sorge für eine enge Verzahnung von ambulanter Betreuung, Kreißsaal und Station.
Im Perinatalzentrum Level 1 werden zudem vermehrt Schwangerschaften mit erhöhtem Risiko betreut. Dazu zählen unter anderem Mehrlingsschwangerschaften, Wachstumsauffälligkeiten beim ungeborenen Kind, kindliche Fehlbildungen oder Erkrankungen von Mutter und Kind. Über eine Spezialsprechstunde für Pränataldiagnostik und Pränatalmedizin können diese Patientinnen bereits während der Schwangerschaft engmaschig begleitet werden.
Auch nach der Geburt setzt das Klinikum nach eigenen Angaben auf eine umfassende Betreuung. Ergänzend zu den Visiten von Ärzten und Pflegekräften wurde auf der Wochenstation eine Hebammenvisite eingeführt. Dabei werden Mütter im Wochenbett begleitet, Fragen beantwortet und praktische Hinweise rund um die erste Zeit nach der Entbindung gegeben.
Das Klinikum Memmingen sieht sich damit weiter als stark nachgefragter Standort in der Geburtshilfe. Neben hoher medizinischer Sicherheit sollen vor allem die intensive Betreuung, das spezielle Sprechstundenangebot und die persönliche Begleitung viele werdende Eltern überzeugen.








