Zwischen Ach und Einöde in Steinheim bei Memmingen übernehmen Wasserbüffel inzwischen eine besondere Aufgabe: Sie pflegen fast zehn Hektar Ausgleichsflächen der Stadt auf natürliche Weise und leisten damit zugleich einen wichtigen Beitrag für Naturschutz, Landschaftspflege und Artenvielfalt.
Die Tiere gehören dem Steinheimer Ehepaar Lea und Robin Robrook. Bereits im zweiten Jahr beweiden die Wasserbüffel die Flächen entlang der Ach. Nach Angaben der Stadt sind die Tiere für diese Aufgabe besonders gut geeignet, weil sie mit feuchten Wiesen gut zurechtkommen, die Verbuschung verhindern und das Gras kurz halten.

Nach Einschätzung der Unteren Naturschutzbehörde profitieren davon vor allem extensiv bewirtschaftete Wiesen und zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. Wasserlöcher, wenig Buschbewuchs und auch der Dung der Tiere fördern demnach eine hohe Biodiversität. Besonders insektenfressende Vögel und lichtkeimende Pflanzen finden dadurch bessere Lebensbedingungen.
Ein weiterer Vorteil: Das städtische Gartenamt muss auf den Flächen deutlich weniger Personal und Maschinen einsetzen, um Gras zu mähen oder Gehölze zurückzuschneiden. Oberbürgermeister Jan Rothenbacher bezeichnete die Büffelbeweidung bei einem Vor-Ort-Termin als gelungenes Projekt. Die Tiere würden die Flächen nicht nur ökologisch aufwerten, sondern seien inzwischen auch ein Anziehungspunkt für Familien und Spaziergänger.

Die Herde der Familie Robrook umfasst mittlerweile mehr als 20 Wasserbüffel. Lea Robrook beschreibt die Tiere als ausgeglichen, macht aber auch deutlich, dass Besucher Abstand halten sollten. Der Grund: Auf der Weide befinden sich inzwischen die ersten Kälber sowie ein Stier. Die Tiere seien deshalb nicht zutraulich und würden ihren Nachwuchs schützen.
Beim Ortstermin informierten sich Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Dritter Bürgermeister Dr. Hans-Martin Steiger über die Entwicklung der Flächen und die künftigen Pläne der Familie Robrook. Wasserbüffel gelten gerade auf extensiv bewirtschafteten und nassen Standorten als besonders wertvoll, weil sie durch Fraß, Tritt und das Anlegen von Suhlen die Landschaft offenhalten und neue Lebensräume schaffen.
Die Stadt Memmingen setzt nach eigenen Angaben inzwischen auch auf anderen Ausgleichsflächen auf Beweidung. Dort kommen unter anderem Pferde, Schafe, Hochlandrinder und künftig auch Alpakas zum Einsatz.
Damit zeigt sich in Steinheim, wie natürliche Beweidung und kommunaler Naturschutz sinnvoll zusammenwirken können – und wie Wasserbüffel ganz nebenbei zu einem tierischen Blickfang in Memmingen werden.








