Die Wahl von sechs AfD-Stadträten in Memmingen ist sicher kein Anlass zur Freude, aber auch kein Grund zur Panik. Demokratie beweist sich nicht in einfachen Zeiten, sondern gerade dann, wenn sie herausgefordert wird. Jetzt ist der Moment, Haltung zu zeigen: ruhig, sachlich, glaubwürdig und geschlossen.
Ein Stadtrat ist kein Ort für Parolen, sondern für konkrete Lösungen. Dort geht es um das Leben in unserer Stadt, um Entscheidungen für Bürgerinnen und Bürger, um Verantwortung statt Stimmungsmache. Genau darin liegt auch die Chance: Wer gewählt ist, muss liefern. Wer mitreden will, muss Vorschläge machen. Wer etwas verändern will, muss Argumente haben, die tragen.
Die demokratische Mehrheit im Memminger Stadtrat ist groß. Diese Mehrheit sollte selbstbewusst auftreten, faktenbasiert handeln und deutlich machen, dass unsere kommunale Demokratie belastbar ist. Nicht Empörung, sondern gute Arbeit ist jetzt die richtige Antwort. Nicht Lautstärke, sondern Sachlichkeit. Nicht Ausgrenzung, sondern die klare Auseinandersetzung mit Inhalten.
Für Medien bedeutet das ebenso einen klaren Auftrag: aufmerksam zuhören, sauber dokumentieren, kritisch nachfragen und den Bürgerinnen und Bürgern transparent zeigen, wer Verantwortung übernimmt und wer nur provoziert. Öffentlichkeit und Klarheit sind in den kommenden Jahren wichtiger denn je.
Memmingen wird an diesen sechs Sitzen nicht zerbrechen. Aber die kommenden Jahre werden zeigen, wer Politik gestalten will und wer nur Unruhe erzeugt. Ich bin überzeugt: Eine starke, offene und vernünftige Mehrheit kann dieser Herausforderung mit Zuversicht begegnen. (Kommentar von Thomas Pöppel)









