Der Memminger Stadtrat hat in seiner jüngsten Sitzung einen wegweisenden Beschluss gefasst: Mit großer Mehrheit wurde der kommunalen Wärmeplanung (KWP) zugestimmt. Damit schafft die Stadt ein strategisches Fundament, um die Wärmeversorgung bis spätestens 2040 treibhausgasneutral, krisensicher und langfristig bezahlbar zu gestalten.
Ein starkes Signal für Planungssicherheit
Oberbürgermeister Jan Rothenbacher sieht in dem Endbericht eine entscheidende Handreichung für die kommenden Jahre. Die Planung schafft Transparenz und Orientierung für Bürger, Unternehmen und die Stadtwerke gleichermaßen. Gefördert wurde das Projekt zu 90 % durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz.
Zentrales Ziel: Treibhausgasneutralität bis 2040
Die Analyse zeigt einen deutlichen Handlungsbedarf auf: Aktuell liegt der jährliche Wärmebedarf in Memmingen bei rund 556 GWh, wovon über 80 % durch fossile Energieträger wie Erdgas und Heizöl gedeckt werden.
Die Kernpunkte der Strategie im Überblick:
-
Quartiersscharfe Analyse: Der Plan identifiziert Bereiche, in denen Wärmenetze wirtschaftlich sinnvoll sind, sowie Zonen für dezentrale Lösungen wie Wärmepumpen oder Solarthermie.
-
Fokus Altstadt: Aufgrund der hohen Dichte bleibt die Altstadt ein potenzielles Gebiet für Wärmenetze, erfordert jedoch aufgrund städtebaulicher Rahmenbedingungen weitere vertiefende Prüfungen.
-
Erneuerbare Quellen: Lokale Potenziale wie Geothermie, industrielle Abwärme und Solarthermie werden systematisch integriert.
-
Effizienz: Ein Schwerpunkt liegt auf der Minderung des Wärmebedarfs durch energetische Sanierungen im Gebäudebestand.
Wichtige Information für Immobilieneigentümer
Ein zentraler Aspekt für die Bürger: Der Wärmeplan hat keine unmittelbare rechtliche Bindungswirkung. Er verpflichtet Eigentümer nicht zu einer bestimmten Heiztechnik, sondern dient als datenbasierte Orientierungshilfe für zukünftige Investitionen.
Ausblick und nächste Schritte
Das Zielszenario 2040 dient als klarer Fahrplan. Die Wärmeplanung soll regelmäßig fortgeschrieben werden und als lebendige Grundlage für Förderentscheidungen und Quartiersentwicklungen dienen. Eine frühzeitige Einbindung von Wirtschaft, Handwerk und Bürgern ist dabei fest eingeplant.
Interessierte können die detaillierten Ergebnisse der Analysen bereits online auf der Webseite der Stadt Memmingen einsehen und finden diese in Kürze auch im „Digitalen Zwilling“ der Stadt.
Die Ergebnisse der KWP Analysen sind auf der Seite
https://www.memmingen.de/hier-leben/umwelt-klimaschutz/kommunale-waermeplanung.html zu finden. Und wird bald auch im Digitalen Zwilling zu finden sein.









