Nach dem großen Jubiläumsjahr „500 Jahre Zwölf Artikel“ setzt die Stadt Memmingen ein neues Zeichen für Demokratie und Diskurs: Das „FREIheitsforum Memmingen“ feiert Premiere. Zum Auftakt steht ein Thema im Mittelpunkt, das die Stadt und die gesamte Bundesrepublik bis heute prägt – der Paragraf 218.
Ein neues Format im Geiste der Freiheit
Vom 24. Februar bis zum 12. März 2026 wird Memmingen erneut zum Schauplatz für gesellschaftlich relevante Fragen. Das FREIheitsforum soll künftig jährlich an die historische Bauernversammlung von 1525 erinnern. „Wir möchten gesellschaftlich wichtigen Themen Raum geben“, erklärt Oberbürgermeister Jan Rothenbacher. Das Ziel: Den Austausch fördern und durch Theater, Lesungen und Diskussionen zum Nachdenken anregen.
Fokus 2026: Paragraf 218 und die „Memminger Prozesse“
Die Wahl des ersten Themenschwerpunkts ist kein Zufall. Die sogenannten „Memminger Prozesse“ der Jahre 1988/89 gegen den Gynäkologen Dr. Horst Theissen wegen illegaler Schwangerschaftsabbrüche bewegten damals ganz Deutschland.
Auch Jahrzehnte nach der Neuregelung bleibt das Spannungsfeld zwischen reproduktiver Selbstbestimmung und dem Schutz ungeborenen Lebens hochaktuell. Kulturamtsleiter Sebastian Huber betont: „Der Blick zurück und ein Kulturprogramm setzen Impulse, um das Thema aus heutigen Perspektiven zu betrachten.“
Die Highlights des Programms
Das FREIheitsforum bietet eine Vielzahl an Formaten für Bürgerinnen und Bürger:
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Theater: Das Hystera Kollektiv Berlin zeigt „Der Uteruskomplex – Ein Schauprozess“ (5. & 6. März, Landestheater Schwaben). Das Stück basiert auf Zeitzeuginnen-Berichten der damals in Memmingen angeklagten Frauen.
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Film & Ausstellung: Im Stadtmuseum wird am 8. März der Film „Mutter aus Passion“ gezeigt. Ein eigener Ausstellungsraum widmet sich zudem der Thematik.
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Historische Spurensuche: Das Stadtarchiv lädt am 24. Februar zur Quellenarbeit ein (Anmeldung erforderlich).
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Große Podiumsdiskussion: Zum Abschluss am 12. März diskutieren Experten wie Prof. Dr. Liane Wörner und Stephanie Weißfloch (Donum Vitae) im Antoniersaal über die aktuelle Rechtslage und ethische Fragen.
Memmingen als Ort des Dialogs
In enger Kooperation mit Initiativen wie der Frauengeschichtswerkstatt, dem Frauennetzwerk und dem Landestheater Schwaben wurde ein Programm geschaffen, das unterschiedliche Perspektiven beleuchtet. Damit knüpft die Stadt an ihre Tradition als „Stadt der Freiheitsrechte“ an, in der bereits vor 500 Jahren für Gerechtigkeit gestritten wurde.
Informationen zum vollständigen Programm finden Interessierte unter: www.stadt-der-freiheitsrechte.de









