Einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf aufzustellen, wird für die Stadt von Jahr zu Jahr schwieriger. Die gesetzlich fixierten Ausgaben sind in den vergangenen Jahren stärker gestiegen als die Einnahmen. „Diese Schere können wir uns nicht leisten – wir müssen dringend gegensteuern“, betonte Oberbürgermeister Jan Rothenbacher. Gemeinsam mit der Verwaltungsspitze lotete der Stadtrat jetzt Einsparmöglichkeiten aus: Können Standards bei Pflichtaufgaben abgesenkt werden? Welche freiwilligen Leistungen sind noch finanzierbar?
Stadtkämmerer Markus Weiß machte klar: „Ohne Verzicht wird es nicht gehen.“ Laut Finanzverwaltung fehlen etliche Millionen Euro für einen ausgeglichenen Haushalt – trotz insgesamt stabiler Einnahmen, die Gewerbesteuer ist gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.
Warum die Lücke größer wird
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Schlüsselzuweisungen des Freistaats sinken 2026 deutlich – Memmingen rechnet mit rund 3 Mio. Euro weniger. Hintergrund ist der Zensus mit niedrigerer Einwohnerzahl, an der sich die Zuweisungen mitbemessen.
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Bezirksumlage: Für 2026 ist eine deutliche Erhöhung, für 2027 ein weiterer Anstieg angekündigt.
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Soziale Leistungen: Die Kosten steigen kontinuierlich; auch für die nächsten Jahre sind weitere Zuwächse prognostiziert.
Personal, Aufgaben, Moratorium
Die beabsichtigte Einsparung bei den Personalausgaben konnte 2025 nicht erreicht werden. Weiß: Hier müsse man dranbleiben. Eine Reduzierung von Personal sei meist nur mit Aufgabenabbau möglich – dieser müsse Land und Bund initiieren. Aus dem Stadtrat kam der Vorschlag eines Moratoriums bei der Schaffung neuer Stellen.
Investitionen: Prioritäten gesetzt
Um ein Stimmungsbild zu bekommen, bewertete der Stadtrat anstehende Bauprojekte, die noch nicht im Bau sind. Eine deutliche Mehrheit sprach sich für die dringende Sanierung der beruflichen Schulen aus. Fraktionsübergreifend wurde zudem der Wunsch nach erweiterten Umkleiden in der Eissporthalle formuliert.
Wie es weitergeht
Die Kämmerei erarbeitet nun in enger Abstimmung mit dem Oberbürgermeister einen ausgeglichenen Haushaltsentwurf und greift Sparvorschläge des Stadtrats auf. Die Beschlussfassung über den Haushaltsplan 2026 ist voraussichtlich in der Plenumssitzung Ende März 2026 vorgesehen.








