Memmingen: Wie geht es mit dem alten Klinikum weiter? Lenkungsgruppe mit Bürgerbeteiligung startet

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Was passiert nach dem Umzug mit dem alten Klinikum in Memmingen? Diese Frage beschäftigt nicht nur den Stadtrat, sondern auch viele Bürgerinnen und Bürger. Klar ist: Das große Areal bietet Chancen – doch Nutzung, Finanzierung und städtebauliche Einbindung wollen sorgfältig geplant sein.

Anstatt ein teures externes Gutachten in Auftrag zu geben, setzt die Stadt nun auf einen neuen Weg der Bürgerbeteiligung: Eine Lenkungsgruppe soll die Grundlagen für die künftige Nutzung erarbeiten.

Politik, Verwaltung und ausgeloste Bürger an einem Tisch

Die Lenkungsgruppe geht auf einen Stadtratsantrag der Fraktionen SPD und Grüne/Linke zurück und soll breit aufgestellt sein. Vorgesehen sind:

  • Mitglieder der Stadtspitze

  • die Fraktionsvorsitzenden des neuen Stadtrats

  • Referatsleitungen und ausgewählte Verwaltungsmitarbeiter

  • sowie fünf bis sieben zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger

Diese Bürgerinnen und Bürger werden aus einem Pool von rund 200 angeschriebenen Personen ausgelost. „Somit gehen wir diesmal einen neuen Weg der Bürgerbeteiligung. Damit der Durchschnitt der Memminger Bevölkerung abgebildet werden kann und zufällig ausgewählte Personen, die Interesse haben, ihre Meinung mit in die Lenkungsgruppe einbringen können“, erläutert Oberbürgermeister Jan Rothenbacher das Verfahren.

Welche Teile bleiben – und wofür?

Leitender Baudirektor Fabian Damm stellte im Stadtratsplenum die geplante Vorgehensweise vor. Die Lenkungsgruppe soll unter anderem klären:

  • Welche Gebäudeteile sich für eine Nachnutzung eignen

  • Welche Bereiche nicht sinnvoll weiterverwendet werden können

  • Wie die Nutzung so gestaltet werden kann, dass sie finanziell zur Entlastung bzw. zum Neubau des neuen Klinikums beiträgt

  • Wie die vorhandene „graue Energie“ bestmöglich genutzt werden kann

Geplant sind unter anderem ein Rundgang vor Ort, eine Fachexkursion nach München sowie ein Expertenvortrag zur nachhaltigen Umnutzung bestehender Bausubstanz. Diese Bausteine sollen der Lenkungsgruppe wichtige Impulse für die künftige Entwicklung des Klinikareals geben.

Von der Lenkungsgruppe zum Wettbewerb

In vier bis fünf Sitzungen über mehrere Monate hinweg soll die Lenkungsgruppe einen Entwurf für die Auslobung eines städtebaulichen Wettbewerbs erarbeiten. Dieser Entwurf wird anschließend dem Stadtratsplenum zur Beschlussfassung vorgelegt.

Läuft alles nach Plan, soll in der zweiten Jahreshälfte 2027 der städtebauliche Wettbewerb durchgeführt werden. Die Mitglieder der Lenkungsgruppe werden dann entweder im Preisgericht sitzen oder als Berater an der Sitzung teilnehmen. Der Siegerentwurf soll die Grundlage für die weitere bauliche Entwicklung des ehemaligen Klinikums bilden.

Der Entwurf zur Bildung der Lenkungsgruppe und der gesamte Prozess wurden vom Plenum einstimmig beschlossen – ein deutliches Signal, dass die Zukunft des Klinikareals in Memmingen gemeinsam und transparent gestaltet werden soll.

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