Memmingen: Mit Filmkunst gegen Gewalt an Frauen – Kurzfilme im Kreuzherrnsaal am 25. November

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Mit Filmkunst ein Zeichen gegen Gewalt an Frauen setzen – dieses Ziel verfolgen mehrere Memminger Initiativen am 25. November 2025, dem Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen.

Das Frauenhaus Memmingen, die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Memmingen, das Frauennetzwerk Memmingen e.V. und Donum Vitae zeigen an diesem Tag fünf besondere Kurzfilme im Kreuzherrnsaal. Die Social Spots laufen von 10:00 bis 12:00 Uhr, die Gesamtdauer der Filme beträgt rund sieben Minuten.

Unter dem Motto „Nicht wegsehen: Kurzfilme, die hinschauen“ rücken die Veranstalter die Themen sexualisierte Gewalt, Scham, Solidarität und die Stärke betroffener Frauen in den Mittelpunkt.


Hintergrund: Filmprojekte gegen sexualisierte Gewalt

Die gezeigten Social Spots wurden von Studentinnen der Kunsthochschule für Medien Köln (KHM) anlässlich des Weltfrauentags 2018 entwickelt. Sie informieren über sexualisierte Gewalt und machen auf die Frauenrechtsorganisation medica mondiale aufmerksam.

Sybille Fezer, geschäftsführende Vorstandsfrau von medica mondiale, betont:
„Jede vierte Frau in Deutschland erlebt mindestens einmal körperliche oder sexualisierte Gewalt. Die Spots der KHM-Studentinnen tragen dazu bei, dies sichtbar zu machen und zum Nachdenken über Ursachen und Folgen von Gewalt anzuregen.“

Die Filme zeigen verschiedene Perspektiven:

  • Wie reagiert die Polizei bei einer Anzeige?

  • Wie verarbeiten Betroffene das Erlebte?

  • Wie kann man sich wehren und Unterstützung finden?

Wichtig ist den Macherinnen: Die Filme zeigen die Kraft der Frauen – sie machen sie nicht erneut zum Opfer.


Die fünf Kurzfilme im Überblick

Die Kurzfilme entstanden im Werbefilmseminar unter Leitung von Professor Lars Büchel (KHM). Gezeigt werden:

  • „Für Frauen“ (2018, ca. 1:30 Min.)
    Regie/Buch: Jelena Ilic, Bildgestaltung: Philipp Künzli
    – Was steckt hinter Zahlen in Statistiken zu sexualisierter Gewalt? Der Spot zeigt Gesichter und Haltungen.

  • „Dienstag Abend“ (2018, ca. 2:00 Min.)
    Regie/Buch: Hannah-Lisa Paul, Bildgestaltung: Kaspar Achenbach
    – Abendessen zu Hause: Jule will aufstehen, ihre Mutter Tina besteht auf dem gemeinsamen Essen – ein Blick auf Macht, Kontrolle und Alltagsdynamiken.

  • „Kraft“ (2018, ca. 1:30 Min.)
    Regie/Buch: Sophie Dettmar, Bildgestaltung: Chantal Bergemann
    – Eine Metapher für die innere Kraft von Frauen, die Gewalt überlebt haben.

  • „Safe Space“ (2018, ca. 2:00 Min.)
    Regie/Buch: Luka Lara Charlotte Steffen, Bildgestaltung: Chantal Bergemann
    – Von Sprachlosigkeit zu Solidarität: Freundschaft als sicherer Raum.

  • „Tu lugar / Dein Raum“ (2018, ca. 1:10 Min.)
    Regie/Buch: Agustina Sánchez Gavier, Bildgestaltung: Martin Paret
    – Wo fängt es an? Der Verlust von Raum für Frauen in der Gesellschaft und seine Folgen.


Informationen, Hilfsangebote und Symbolik in Orange

Begleitend zur Filmvorführung gibt es Informationsmaterial und Kontaktmöglichkeiten:

  • Flyer zu Hilfsangeboten

  • die aktuelle Memminger Notfallkarte

  • Telefonnummern zum bundesweiten Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen

Alles ist bewusst auf orangefarbenen Tischen ausgelegt – Orange gilt weltweit als Symbol für eine gewaltfreie Zukunft und ist die Farbe des „Orange Day“.

Im Kreuzherrnsaal wird außerdem die Fahne „frei leben – ohne Gewalt“ von TERRE DES FEMMES zu sehen sein. Die Flagge weht seit 2001 in vielen Städten als sichtbares Zeichen gegen Gewalt an Frauen.

Das Kampagnen-Motto der Fahnenaktion 2025 lautet:
„Ein starkes Netz gegen Partnerschaftsgewalt – #WegAusDerGewalt“

Kontakt für Rückfragen und Informationen:
Gleichstellungsbeauftragte Claudia Fuchs
E-Mail: gleichstellungsbeauftragte@memmingen.de
Telefon: 08331 850 2463


Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Der Internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen wird jedes Jahr am 25. November begangen. Er erinnert an die Ermordung der Mirabal-Schwestern im Jahr 1960 und wurde 1999 von den Vereinten Nationen offiziell anerkannt.

Mit der Filmveranstaltung im Kreuzherrnsaal setzt Memmingen ein klares Zeichen gegen Gewalt an Frauen – und lädt Bürgerinnen und Bürger ein, hinzuschauen statt wegzusehen.

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