Memmingen: Steinheimer Gedenktafel zum Ersten Weltkrieg an Stadtarchiv übergeben

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Ein bedeutendes Zeitzeugnis zur lokalen Erinnerungskultur ist ins Stadtarchiv Memmingen eingezogen: Herbert Gistl übergab im Rathaus eine Gedenktafel an die Kriegsteilnehmer und Gefallenen des Ersten Weltkriegs aus Steinheim. Entgegengenommen wurde das Objekt von Oberbürgermeister Jan Rothenbacher und Stadtarchivar Christoph Engelhard.

Die Tafel ist ein für die 1920er-Jahre typisches Sammelbild – und zugleich ein besonders aussagekräftiges Dokument, weil sie Porträts aller wehrpflichtigen bzw. diensttuenden Männer der damaligen Gemeinde zeigt. Damit ergänzt sie die im Stadtarchiv vorhandenen Unterlagen der ehemaligen Gemeindeverwaltung sowie Sammlungen zur Dorfgeschichte Steinheims um einen seltenen visuellen Baustein.

Auf dem Steinheimer Gedenkbild sind nicht nur die Namen, sondern auch die Portraitfotos aller diensttuenden Männer abgebildet. – Foto: Stadt Memmingen

Bereits vor rund zehn Jahren hatte der Historische Verein Memmingen e. V. mit der Ausstellung „Was bleibt“ in der MEWO-Kunsthalle an den Kriegsbeginn erinnert – mit Tagebüchern, Feldpost, Fotografien, persönlichen Dokumenten und Objekten aus Privatbesitz. Nicht alle Exponate konnten damals übernommen werden; manche kehrten zurück in private Hände, andere blieben im Archiv.
Durch die Vermittlung von Stadtrat Heribert Guschewski wird die Steinheimer Gedenktafel nun dauerhaft gesichert und wissenschaftlich nutzbar. Sie steht exemplarisch für die emotional geführte Erinnerungskultur nach 1918 und bietet zugleich wertvolle Anknüpfungspunkte für Forschung und Bildungsarbeit in Memmingen und seinen Stadtteilen.

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