Einmal im Jahr verwandelt sich die oberschwäbische Stadt Memmingen in ein Zentrum lebendiger Geschichte: Der Fischertag, eines der ältesten Heimatfeste Deutschlands, zieht Tausende Besucher an und verbindet uraltes Brauchtum mit moderner Festfreude. Die Wurzeln dieser außergewöhnlichen Veranstaltung reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück – und noch heute folgen die Memminger Fischer alten Regeln, wenn sie in den Stadtbach steigen, um den größten Fisch zu fangen.
Ein Sprung in die Vergangenheit
Erstmals erwähnt wurde der Fischertag im Jahr 1578. Die Stadtverwaltung hatte damals festgelegt, dass der Stadtbach einmal jährlich gereinigt werden müsse. Damit verbunden war das Abfischen der Bachforellen – eine Aufgabe, die man den sogenannten „Fischern“ überließ, einer Zunft, deren Mitglieder dieses Amt bis heute mit Stolz tragen.
Die Tradition hat sich bis in die Gegenwart gehalten: Rund 1.200 zünftige Männer – in historische Leinenhemden gekleidet – steigen jedes Jahr im Juli in den Stadtbach. Ihr Ziel: Die größte Forelle zu fangen. Wer dies schafft, wird zum Fischerkönig gekrönt – ein Ehrenamt, das mit großem Stolz und öffentlicher Aufmerksamkeit verbunden ist.
Mehr als nur Fischfang
Der Memminger Fischertag ist weit mehr als ein Wettkampf im Wasser. Das Fest beginnt schon Tage vorher.
Zahlreiche Veranstaltungen – vom Heimatabend bis zum Festzeltbetrieb – runden das viertägige Spektakel ab. Die Stadt erstrahlt in bunten Fahnen, Musik erfüllt die Gassen, und überall ist der Stolz auf das eigene Kulturerbe spürbar.
Ein Symbol für Zusammenhalt
Gerade in einer Zeit zunehmender Globalisierung bietet der Memminger Fischertag ein starkes Zeichen lokaler Identität. Er verbindet Generationen, bringt Familien zusammen und lässt Tradition greifbar werden. Die Pflege dieses kulturellen Schatzes ist für viele Memminger nicht nur Pflicht, sondern Herzensangelegenheit.
Der Memminger Fischertag ist ein lebendiges Zeugnis schwäbischer Kultur – authentisch, festlich und tief verwurzelt. Wer einmal dabei war, wird verstehen, warum dieses Fest nicht nur für die Fischer, sondern für die ganze Stadt ein unverzichtbarer Höhepunkt des Jahres ist.
18:00 Uhr – Marktplatz | 19:00 Uhr – Schrannenplatz
durch den Büttel, die Stadtgarde und der Fischergruppe (Festabzeichen erforderlich)Fischertagsvorabend in der Stadt ab 19:30 Uhr Bewirtung durch die Gruppen des Fischertagsvereins
Historischer Nachtwächterweg ab 22:00 Uhr | Der Nachtwächter beginnt seine Runde durch
die Straßen der Memminger Altstadt.
07:10 Uhr – Zangmeisterstraße, Marktplatz, Kramerstraße, SchrannenplatzFischerspruch 07:30 Uhr – Schrannenplatz
Ausfischen 08:00 Uhr – Stadtbach – Beginn mit dem Böllerschuß, Auswiegen der
Fische auf dem Marktplatz und Frauenkirchplatz
Standkonzert am Marktplatz 08:05 Uhr – Marktplatz
Krönungsfrühschoppen 10:00 Uhr – Stadionhalle (Festabzeichen erforderlich)
Nachfischen durch die Fischergruppe 13:30 Uhr – Stadtbach
Bachschmotz der Schmotzgruppe 14:30 Uhr – Stadtbach
Großes Lagerleben zusätzlich im Jubiläumsjahr mit verschiedenen Wallensteingruppen
14:00 Uhr – Grimmelschanze
Zug des Fischerkönigs mit Gefolge 18:00 Uhr – Kempter Tor – Schrannenplatz – Lindentorstraße – Waldhornstraße – Salzstraße – Kalchstraße – Marktplatz – Ulmer Straße
Fischerabend mit den Bubis ab 19:30 Uhr – Platz der Deutschen Einheit
(Festabzeichen erforderlich)
Historischer Nachtwächterweg ab 21:30 Uhr
Großes Lagerleben zusätzlich im Jubiläumsjahr mit verschiedenen Wallensteingruppen, ganztags – Grimmelschanze musikalischer Frühschoppen um 11:00 Uhr – Ende 18:00 Uhr









