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Samstag. 04. Februar 2023 / 05

Vorplanungen für Ausbau der Illertalbahn in Schwaben im Zeitplan

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Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Weg frei für Memminger Bahnhalte!“

  • Planungen für Memminger Halte im Kostenrahmen
  • Umgebauter Bahnhof in Senden geht Ende des Jahres in Betrieb
  • Fachplanungen für Elektrifizierung und zweigleisige Abschnitte auf der Illertalbahn im Zeitplan

Gute Nachrichten für die geplanten Haltepunkte in Pleß, Fellheim, Heimertingen, Memmingen Amendingen, Memmingen Berufsbildungszentrum und Buxheim: Die Projekte, die wegen Kostensteigerungen auf der Kippe standen, können dank optimierter Planungen weitergeführt werden. Auch die weiteren Planungen und Baumaßnahmen an der Strecke kommen zügig voran: Die DB hat ein anerkanntes Ingenieurbüro mit der Planung für zwei neue zweigleisige Abschnitte und für die Elektrifizierung beauftragt und der umgebaute Bahnhof Senden geht Ende des Jahres in Betrieb.

Der SWU Verkehr GmbH ist es gelungen, im Rahmen der Vorplanung den Kostenrahmen einzuhalten, sodass die Wirtschaftlichkeit der Projekte gewährleistet werden konnte. Die aktuelle Kostenschätzung auf Basis des Preisstandes 2021 liegt für alle sechs Stationen bei 15,2 Millionen Euro. „Dass ein Bauprojekt im Laufe der Planungen billiger wird, ist nicht alltäglich“, so Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter. „Ich gratuliere der SWU Verkehr zu ihrer professionellen und kreativen Planung, die das ermöglicht hat. Mit diesem erfreulichen Ergebnis können wir nun die Entwurfs- und Genehmigungsplanung beauftragen.“

„Für uns im Landkreis Unterallgäu sowie in der Stadt Memmingen ist das Projekt Memminger Halte von besonderer Bedeutung. Damit schaffen wir es den ländlichen Raum besser ans Bahnnetz anzuschließen“, so der Landrat des Unterallgäus Alex Eder.

„Aber auch der Stadtverkehr Memmingen wird von den neuen Halten stark profitieren, da wir an zwei zentralen Schulstandorten zukünftig Bahnhalte bekommen werden. Den innovativen Planungsansatz der SWU Verkehr GmbH, hier gleich die Belange der Kommunen beim jeweiligen Stationsumfeld mit einzubeziehen begrüßen wir außerordentlich und hoffen, dass die SWU Verkehr zügig mit einer weiteren Umsetzung durch den Freistaat beauftragt werden kann, sodass wir möglichst schnell die neuen Halte in Betrieb nehmen können. Dieser innovative Ansatz zur Realisierung der Memminger Halte passt zudem hervorragend zu unserem Modellprojekt Zukunft der Mobilität “, so der Memminger Oberbürgermeister Manfred Schilder.

Die vier neuen Haltepunkte Pleß, Fellheim, Heimertingen und Memmingen-Amendingen werden an der bestehenden Regio-S-Bahn-Linie Ulm – Memmingen liegen. Zugleich soll diese über den heutigen Endpunkt in Memmingen hinaus verlängert werden, um zwei neue Haltepunkte am Memminger Berufsbildungszentrum und in Buxheim zu bedienen. Hierfür soll in Buxheim eigens ein Wendegleis gebaut werden, in dem die Züge warten können, bevor sie wieder in Richtung Memmingen und Ulm zurückfahren. Ein genaues Datum der Inbetriebnahme steht noch nicht fest, da zahlreiche Schnittstellen zu anderen Projekten, wie etwa Umbau bzw. Beseitigung von Bahnübergängen oder die jüngsten Planungen des Bundes für ein Güterzugüberholgleis in Buxheim, bestehen. Zudem wird das innovative Modell, bei dem die SWU Verkehr Bahnstationen an einer DB-Strecke plant, einige Abstimmungen erfordern. „Unser Ziel ist jedenfalls, dass die ersten Züge Ende 2026 an den neuen Stationen halten“, prognostiziert der Geschäftsführer der SWU Verkehr GmbH Ralf Gummersbach.

Fortschritte gibt es auch bei weiteren Bauvorhaben entlang der Illertalbahn: Die Deutsche Bahn hat ein anerkanntes Ingenieurbüro mit der Vorplanung für die Elektrifizierung und zwei Doppelspurabschnitte zwischen Pleß und Kellmünz sowie zwischen Senden und Gerlenhofen beauftragt. Die Planungen liegen damit im Zeitplan und die DB hat angekündigt, in den kommenden Wochen auf die Gemeinden zuzugehen, um die Projektziele vorzustellen und die Anliegen der Region aufzunehmen.

Klaus-Dieter Josel, DB-Konzernbevollmächtigter für Bayern: „Wir bauen die Bahninfrastruktur im Freistaat kontinuierlich aus. Der Ausbau der Illertalbahn ist dabei ein wichtiger Baustein. Denn: Bayern braucht eine starke Schiene, um für die Herausforderungen der Zukunft gewappnet zu sein – und darum sind wir dankbar für den finanziellen Rückenwind aus öffentlicher Hand, der auch in diesen Zeiten Planungen und Investitionen ermöglicht. Wir bauen, damit unsere Kunden bequemer und besser in den Zug kommen – und Züge am Ende pünktlicher und häufiger verkehren können.“

Klaus Holetschek, Bayerns Gesundheitsminister und ehemaliger Staatssekretär im Verkehrsministerium: „Mit den Memminger Bahnhaltestellen bringen wir die Züge noch näher zu den Menschen. In meiner Zeit als Verkehrsstaatssekretär habe ich mich deswegen besonders dafür eingesetzt. Der umweltfreundliche öffentliche Personennahverkehr für das westliche Unterallgäu und die Stadt Memmingen wird dadurch noch attraktiver und nutzerfreundlicher. Unsere Region wird davon profitieren!“

Ein Jahr früher als geplant wird Ende des Jahres der umgebaute Bahnhof Senden in Betrieb gehen, zunächst ohne vollständig hergestellte Barrierefreiheit. Diese wird bis Ende des zweiten Quartals 2023 durch den Einbau von Aufzügen umgesetzt. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass ab Ende 2023 eine neues Fahrplankonzept mit zusätzlichen Fahrten zwischen Senden und Weißenhorn in der Hauptverkehrszeit umgesetzt werden kann.

Landrat Thorsten Freudenberger (Landkreis Neu-Ulm) und stellv. Vorstandsvorsitzender des Vereins Regio-S-Bahn Donau-Iller ergänzt: „Parallel dazu wird ab Ende 2023 auch das Busangebot im Raum Senden- Weißenhorn neu geordnet und damit optimal auf das neuen Fahrplankonzept der Regio S-Bahn Donau-Iller ausgerichtet“.