Memmingen | Zwei Untersuchungshäftlinge fliehen beim Hofgang über die Anstaltsmauer

Seit dem Sonntagnachmittag, 04.08.2019, ist ein Großaufgebot von Polizeikräften in Memmingen unterwegs und sucht nach zwei 30-jährigen, südeuropäischen, Männern. Sie haben den Hofgang genutzt, um kurz nach 14.30 Uhr, die acht Meter hohe Gefängnismauer zu überwinden. Vollzugsbeamte schlugen wohl gleich Alarm, konnten die Flucht aber nicht verhindern.

Foto: privat

Im Innenhof der Strafanstalt stehen zwei Tischtennisplatten aus Beton, die nicht bewegt werden können, das Mauerwerk ist glatt und ohne Hilfsmittel nicht zu überwinden. Oben auf der Mauer ist ein scharfer Rolldraht aufgelegt und ein scharfes, schrägstehendes Metallgitter davor. Nach dem überwinden der Mauer gelangten die Flüchtlingen nochmals in einen abgesperrten Bereich mit einem Zaun. Auch dieser stellte kein Problem für die

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beiden 30-Jährigen da. Ihre Flucht ging in Richtung Bahnhof. Die gesamamte Entweichung wurde von den Überwachungskameras der JVA gefilmt und dokumentiert.

Bisher gibt es von den beiden Flüchtigen keine Spur, der Fahnugnsapperat von Polizei und Landeskrimnalamt Bayern läuft. In der Regel werden nun Zieladressen angefahren und überwacht, zu denen die Entflohenen kontakt hatten.

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Die Polizei hatte relativ zügig einen Fahndungsring um die Justizvollzugsanstalt in der Memmingen Gaswerkstraße aufgebaut. Auch konnte der Zugverkehr zeitnah gestoppt werden.  Mit Unterstützung von Polizeihundeführern, einem Polizeihubschrauber und weiteren zusätzlichen Einsatzkräften aus dem Umland wurde das Gebiet um die Anstalt großräum abgesucht. Der Bahnhof wurde von Kräften der Bundespolizei im Auge behalten.

Wohl dürfte die Flucht geplant gewesen und organisiert gewesen sein. Schon alleine das Überwinden der Mauer stellt eine großere Herausforderung dar, der Kleidungswechsel und auch die Mobilität.