Memmingen | Entflohene nutzten Schwachstelle an der Gefängnismauer – beide wieder hinter Gittern

Die Justizvollzugsanstalt Memmingen war offenbar in Kenntnis über die Schwachstelle, die die beiden flüchtigen Untersuchungshäftlinge G. (36) und  B. (37) (der entflohene B. wurde am Montagmittag, 05.08.2019, gegen 14.00 Uhr, in Frickenhausen, Lkrs. Unterallgäu, festgenommen. Der Untersuchungshäftling G. konnte später am Montagabend ebenfalls im Bereich Lauben festgenommen werden.) bei ihrer Flucht genutzt haben. Auf Nachfrage von Radio Allgäuhit hieß es, die Schwachstelle war den Verantwortlichen bekannt, man hätte jedoch nicht gedacht, dass jemandem der Ausbruch so gelingen könne. Nach dem Vorfall wurde in der Justizvollzugsanstalt Memmingen das Personal verstärkt, des weiteren wurden die Waffen aufgerüstet. Auch möchte man bauliche Verbesserungen vornehmen. Die Schwachstelle im Hof wurde mittlerweile beseitig. Die Leiterin der Anstalt in Memmingen, Anja Ellinger, die auch für die JVA Kempten verantwortlich ist, beschrieb die beiden Flüchtenden als durchaus Clever, sehr sportlich und unheimlich schnell. An der Stelle an der die beiden ausgebrochen waren ist die Mauer sieben Meter hoch und mit Stacheldraht bedeckt. Nähere Details zum genauen Ablauf des Ausbruchs möchte man nicht bekannt geben, um Nachahmern vorzubeugen.

Bei dem entflohenen Gökhan G. (36) handelt es sich um einen Kampfsportler. Er wurde im Herbst 2018 mit internationalen Haftbefehl in Russland bei einem Wettbewerb verhaftet und nach Memmingen überstellt. Günebeyi lebt in der Türkei und ist dort verheiratet. Er war mit einem anderen Kampfsportler damals nach Russland gereist für einen Wettkampf. Er war als Trainer tätig. Das erklärt wohl auch die sportliche Geschicklichkeit und Schnelligkeit. Die Ermittlungsbehörden hatten an der Person grosses Interesse. Nach vorliegenden Informationen wurde ein verdeckter Ermittler eine Woche lang mit dem Kampfsportler auf eine Zelle verschlossen. Man hoffte wohl hier nähere Informationen aus dem Umfeld des Verdächtigen zu erlangen.

 

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